*Ein paar Wochen später*
„Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengend werden würde, ein Team zu wechseln," murmelte ich und fuhr mir erschöpft durch die Haare.
Der Tag war lang gewesen, Gespräche, Tests, Erwartungen und der Druck, der unausgesprochen über allem lag, wog schwer.
„Nein, das hätte ich mir auch nie vorstellen können," antwortete Kimi und griff nach meiner Tasche, ehe ich sie selbst heben konnte. Seine Geste war wortlos, aber bedeutungsvoll, wie immer, wenn er merkte, dass ich am Limit war.
„Glaubst du, wir schaffen es nächstes Jahr?," fragte er schließlich, seine Stimme leise, beinahe vorsichtig. Der Jüngere von uns, voller Hoffnung, aber mit dem Wissen, dass Träume in dieser Welt oft an Realitäten zerbrechen.
Ich seufzte leise und blieb einen Moment stehen, bevor ich antwortete. „Ich hoffe es, Kimi. Und wenn nicht, dann ist es auch okay. Wir wissen, was wir können und das lassen wir uns nicht nehmen. Egal, was kommt." Meine Stimme klang ruhiger, als ich mich fühlte.
Aber ich wusste, er brauchte das jetzt: Sicherheit. Halt.
Ohne ein weiteres Wort verließen wir den Konferenzraum, in dem sich eben noch ein Dutzend Blicke auf mich gerichtet hatten. Mercedes hatte Ansprüche, große sogar. Und als erste Fahrerin des Teams lag die Verantwortung auf meinen Schultern.
Das Team erwartete Führungsqualitäten, Klarheit, Präsenz. Alles Dinge, die ich selbst noch suchte.
Kimi und ich liefen schweigend durch die Flure des Werkes. Als wir an einigen Mechanikern vorbeikamen, nickten sie uns freundlich zu, einige lächelten.
Wir erwiderten den Gruß, verabschiedeten uns, und ich spürte, wie sich ein kleines bisschen Wärme in mir ausbreitete. Es war hier anders, ganz anders als in Milton Keynes.
Brackley war...offener. Menschlicher. Ich hatte befürchtet, dass man mich als Eindringling sehen würde, als Außenseiterin, die den Platz eines anderen einnahm. Aber das Gegenteil war der Fall gewesen.
Die Mitarbeiter hatten mich mit offenen Armen empfangen. Ihre Begrüßung war ehrlich gewesen, herzlich, fast so, als wäre ich schon immer ein Teil von ihnen gewesen.
Sie kannten meine Geschichte, meine Erfolge, meine Rückschläge und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, schenkten sie mir Vertrauen.
Vielleicht war das der Anfang von etwas Gutem.
Wir machten uns zusammen auf den Weg Richtung Parkplätze. Kimi war so nett und nahm mich mit zu meinem Hotel das ich mir genommen hatte. Ich musste mir echt nach einer Wohnung hier in der Nähe umsehen.
Gerade als ich die Hand nach dem Türgriff von Kimis Auto ausstreckte, blieb mein Blick wie von selbst an einem Wagen hängen, der ein Stück weiter auf dem Parkplatz stand.
Schwarz, elegant, mit einer auffälligen Tieferlegung und mattem Finish, ein McLaren. Ich runzelte die Stirn. Was zur Hölle machte ein McLaren hier in Brackley?
Oder besser gesagt was macht so ein Auto hier bei Mercedes?
„Toto wird nicht gerade begeistert sein, wenn er den da hinten sieht," murmelte ich und deutete mit einem kaum sichtbaren Nicken auf das Auto.
Kimi folgte meinem Blick und als er den Wagen erkannte, verschluckte er sich fast an seinem eigenen Lachen. „Oh nein...Das ist nicht sein Ernst..."
„Was?," fragte ich misstrauisch und trat einen Schritt zurück, um einen besseren Blick zu erhaschen.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
