Ich saß mal wieder mit verschränkten Armen in der Red Bull Kommandozentrale in Milton Keynes. Vor ihr lag eine lange Tischreihe, gesäumt von Teammitgliedern, Ingenieuren und den obersten Entscheidungsträgern des Rennstalls. In der Mitte der Gruppe saß Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing, mit einem scharfen Blick auf die bereitliegenden Unterlagen.
Daneben lehnte sich Dr. Helmut Marko leicht zurück, seine Fingerkuppen aneinandergelegt, während er die aufgeregte Diskussion verfolgte. Auch Dieter dem ich alles zu verdanken hatte war heute bei dem Meeting anwesend.
Monoton saß ich auf einen der Stühle im Besprechungsraum und lauschte dem Gespräch das hier gerade stattfindet. Eigentlich würde ich lieber gerade zuhause sitzen und mich vergraben, doch sie meinten es sei ein wichtiges Meeting das über die nächsten Rennen entscheidet.
Es war eine dieser Meetings, bei denen mehr als nur die Strategie für die kommenden Rennen auf dem Spiel stand. Die Rennplanung war wichtig, doch für mich stand noch eine viel größere Frage im Raum: Meine Zukunft bei Red Bull. Mein Vertrag lief zum Saisonende aus, und bislang hatte ich keine klare Bestätigung erhalten, ob ich auch im nächsten Jahr noch Teil des Teams sein würde.
Oder ob ich überhaupt noch Teil der Formel 1 Welt sein konnte. Denn seit dem Rennen in Zandvoort gab es mehr als genug Gerüchte über einen Rauswurf von der Seite der Teamchefs.
„Gut, lass uns über die nächsten Rennen sprechen. Monza steht vor der Tür, und wir müssen sicherstellen, dass unsere Strategie mit den Updates am RB19 harmoniert," begann Horner und schlug eine Mappe auf.
Ich nickte. Ich hatte bereits Stunden im Simulator verbracht und wusste genau, was in Monza nötig sein würde. „Ich habe die neuesten Aero-Tests durchgesehen. Wir haben einen leichten Abtriebs Vorteil gegenüber Ferrari, aber auf den Geraden sind sie stark. Wenn wir eine gute Balance finden, haben wir eine realistische Chance auf das Podium."
Marko hob eine Augenbraue. „Eine realistische Chance? Wir müssen gewinnen, Séra."
„Und das ist auch unser Ziel oder nicht? Max hatte das gleiche Problem wie ich in Silverstone und wir wissen immer noch nicht woran das liegen konnte," erwiderte ich ruhig. „Aber wir dürfen die Konkurrenz nicht unterschätzen. McLaren hat sich in den letzten Rennen stark verbessert, und Mercedes wird auch nicht lockerlassen," kam es von Horner und ich schluckte. Mclaren, eines der Teams die ich mittlerweile wegen einer Person gerne meiden würde.
Helmut nickte anerkennend. „Du hast recht. Also, wie sieht dein Ansatz für die Qualifikation aus?," kam die Frage von ihm.
Ich lehnte sich leicht nach vorne. „Ich denke, wir müssen aggressiv ins Q3 gehen. Die Reifenstrategie könnte uns einen Vorteil bringen, wenn wir die Soft-Reifen im richtigen Moment einsetzen. Ich bin bereit, ans Limit zu gehen," gab ich zu und sie nickten. Es schien als wollten sie nur über die Rennen sprechen und nicht über den Vorfall in Zandvoort.
Das Gespräch drehte sich eine Weile um technische Details, bis schließlich eine spürbare Spannung in den Raum kroch. Es war, als ob sich alle unausgesprochen einig waren, dass der wichtigste Punkt des Treffens noch nicht angesprochen worden war. Ich hatte Angst was kommen mag. Immerhin konnte so eine Spannung nie etwas gutes bedeuten. Schließlich legte Helmut Marko seine Hände auf den Tisch und räusperte sich.
„Séra," begann er langsam, „Du weißt, warum wir dich nach diesem Meeting noch einmal hierbehalten wollen."
Ich hielt seinem Blick stand. „Es geht um meinen Vertrag und über den Vorfall in Zandvoort."
Marko nickte. „Ja. Wir sind zufrieden mit deiner Entwicklung in diesem Jahr. Du hast einige starke Rennen gezeigt, aber wir haben auch erwartet, dass du noch konstanter bist. Deine Duelle mit Verstappen waren gut letztens, aber wir brauchen eine klare Nummer eins im Team. Du weißt, was das bedeutet. Auch dein Ausraster im Rennen. Es ist eine Teamorder und wir tun das nicht um dich zu ärgern Séra. Wir müssen da aufs Team schauen," kam es von ihm.
DU LIEST GERADE
Lights Out
Fiksi Penggemar"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
