War es ein nicht gutes Wochenende, ja, hatte ich mich trotzdem durchgekämpft auch wieder ja. Der Regen prasselte gegen das Fenster und zog sich wie ein Schleier über den trüben Nachmittag. Ich saß auf der Fensterbank, die Tasse Tee in meiner Hand, und starrte einfach nur nach draußen. Der Regen und das kalte Wetter passten irgendwie zu meiner Stimmung.
Ich hatte mir an solchen Tagen angewöhnt, Tee zu trinken, als ob die Wärme in der Tasse das Chaos in meinem Kopf beruhigen könnte. Vielleicht hatte ich es von Lando übernommen. Der britische Einfluss war nicht zu leugnen, selbst wenn wir in solchen Momenten nicht wirklich miteinander sprechen konnten.
Es war nicht mein Wochenende, das wusste ich. Siebter Platz. Nicht der Erfolg, den ich mir erhofft hatte. Es war auch nicht Landos Woche. Die Enttäuschung über das verlorene Rennen hing ihm schwer im Gesicht, obwohl er versuchte, sich für Oscar zu freuen. Aber ich sah es in seinen Augen: Er war nicht wirklich glücklich. Die Strategie des Teams hatte ihm den ersten Platz gekostet, und er wusste, dass er es hätte besser machen können. Ich wollte ihn ablenken, wollte ihm zeigen, dass es mehr gab als nur das Rennen, doch der Druck war zu groß, um darüber hinwegzusehen.
Das ganze Wochenende hatte ich mich von den anderen isoliert gefühlt. Das Team, die ständigen Anspielungen und Fragen, die Blicke, alle wussten, dass zwischen Lando und mir etwas war. Und ich fühlte mich gefangen.
Es war, als wüsste Horner, dass er etwas zwischen uns treiben musste, als wüsste er, dass es nicht nur Konkurrenz gab, sondern auch Emotionen, die unter der Oberfläche brodelten. Vielleicht war es wirklich besser, dass wir nicht ständig aufeinander hockten, wie wir es gewohnt waren.
Aber da war diese andere Sache, die mich nervös machte. Seit diesem Gespräch beim Padel-Spiel, wo wir über alles und nichts gesprochen hatten, hatte ich immer das Gefühl, dass es gefährlich war, mit Lando alleine gesehen zu werden. Und dann dieser Vorfall mit Charles.
Charles hatte mich aus Landos Zimmer kommen sehen, und ich hatte das ungute Gefühl, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es die Runde machte. Hätte ich ihm noch in die Augen geschaut, hätte alles seinen Lauf genommen, und wir hätten die ganze Situation nicht mehr kontrollieren können.
Es war eine unangenehme Spannung, die zwischen uns stand, und die Jungs ließen nicht locker. Sie schienen Lando seitdem nicht mehr aus den Augen zu lassen, als sie erkannten, dass er nicht mehr allein war. Ich wollte für ihn da sein, wollte ihm beistehen, aber es fühlte sich gerade einfach unmöglich an. Lando hatte mich gefragt, ob ich ihn in Monaco treffen könnte, doch wir standen beide im Zwiespalt. Ich in Milton Keynes, er in Monaco, wir schienen uns immer weiter zu entfernen, und ich hatte Angst, dass das nicht gut für uns war.
Ich saß also da, auf der Fensterbank, und spürte, wie die Gedanken in mir kreisten, als jemand plötzlich die Stille durchbrach.
„Hey, alles in Ordnung?," hörte ich eine Stimme, und ich sah auf. Es war meine Mutter. Ich hatte sie nicht kommen hören, so tief war ich in meinen Gedanken versunken.
„Mama, was machst du denn hier? Ich habe gar nicht gehört, dass du reingekommen bist," sagte ich, ein wenig erschrocken, dass sie mich so überrascht hatte.
„Du warst sehr in deine Gedanken vertieft," antwortete sie mit einem sanften Lächeln. „Noch Platz?"
Ich nickte und schob die Teetasse beiseite, als sie sich neben mich setzte. „Ist alles in Ordnung, Maus?," fragte sie, ihre Stimme ruhig und besorgt.
Ich seufzte und murmelte: „Alles nur gerade etwas zu viel." Es fühlte sich gut an, es einfach auszusprechen, auch wenn es nur ein Bruchteil dessen war, was wirklich in mir vor sich ging.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
