*Sommerpause*
„Oma! Hast du den Salat schon fertig?," rief ich nach unten, während ich mich oben im Spiegel musterte.
„Ja, habe ich! Und du zieh dich nicht schon wieder um, sonst bist du nackig, bis sie da sind!," kam ihre Stimme zurück, begleitet von einem Lachen.
Ich schnaubte, trat von der Tür zurück und sah mich noch einmal prüfend im Spiegel an. Lockeres Sommerkleid, cremefarben mit einem feinen Blumenmuster, die Haare hochgesteckt, ein paar lose Strähnen gerahmt mein Gesicht.
Nicht zu viel Make-up, natürlich, frisch. Elegant, aber nicht übertrieben.
Trotzdem war ich nervös.
Ich trat auf die Treppe zu, blieb noch mal auf der oberen Stufe stehen. Atmete durch und dann ging ich langsam nach unten.
„Und...hast du...," wollte ich gerade fragen, doch mein Opa unterbrach mich, bevor ich den Satz beenden konnte.
„Piccola, jetzt mach dich nicht so fertig," sagte er in seiner ruhigen, warmen Stimme und legte mir eine Hand auf die Schulter, als ich an ihm vorbeiging.
„Es wird alles gut."
Ich blieb kurz stehen, biss mir auf die Lippe. „Ich will einfach, dass alles perfekt wird."
„Du meinst: perfetto," grinste er verschmitzt.
Ich verdrehte die Augen. „Nonno..."
„Ach, Phinchen," sagte meine Mutter und kam gerade mit einer Karaffe Wasser aus der Küche. „Du weißt doch, wir kennen Cisca und Adam schon lange. Ich versteh mich prächtig mit seiner Mutter. Mach dir nicht so einen Kopf."
„Ja, aber sie waren noch nie hier," erwiderte ich und schob mir eine lose Haarsträhne aus dem Gesicht. „In unserem Haus. Bei unserer Familie. Das ist...anders."
„Sie werden es lieben," mischte sich Nonna ein, die aus dem Esszimmer kam und eine ihrer typisch geblümten Schürzen trug. „Wir haben gekocht, geputzt, den Garten hübsch gemacht. Was soll denn da nicht passen? Und Liebes, es sind Landos Eltern. Nicht der Gouverneur von Monaco."
Ich seufzte nur, schlüpfte in meine Sandalen und trat in den Garten hinaus.
Der Tisch war gedeckt. Weißes Leinentuch, schlichtes Geschirr. Frische Blumen aus Nonnas Garten standen in der Mitte, der Lavendel verströmte seinen typischen, beruhigenden Duft. Es war alles...schön. Fast zu schön und trotzdem fühlte es sich an, als ob in meinem Magen ein kleiner Sturm tobte.
Ich hörte hinter mir die Terrassentür aufgehen.
„Du bist nicht nervös wegen seiner Eltern," sagte meine Mutter ruhig. „Du willst dich nur ablenken."
Ich drehte mich zu ihr um. Ihre dunklen Augen blickten mich durchdringend an, wie immer, wenn sie genau wusste, was in mir vorging.
„Stimmt," murmelte ich. „Es ist nicht nur das Abendessen."
Ich ließ mich auf die Bank am Tischrand sinken, zog die Knie leicht an und stützte die Ellenbogen auf dem Tisch ab. Der Wind fuhr leise durch die Blätter des alten Olivenbaums, das Zirpen der Grillen begann langsam.
„Es ist die Saison," sagte ich schließlich. „Ich bin nervös wegen...allem."
„Willst du drüber reden?"
Ich zögerte. Dann nickte ich.
„Der Druck ist...enorm, Mama. Ich bin dieses Jahr nicht einfach nur eine gute Fahrerin. Ich bin eine der Favoritinnen. Alle sagen, dass ich es schaffen kann. Dass ich vielleicht Weltmeisterin werde, noch heuer. Die erste Frau und ich...ich will es ja auch. Aber manchmal..."
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
