*Séras Sicht*
„Woa, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist," fluchte Lilly, während sie mit ausgestreckten Armen auf dem wackeligen Stand-Up-Paddle-Board balancierte. Ihre Augen waren weit aufgerissen, als würde sie jeden Moment das Gleichgewicht verlieren. „Das kannst du laut sagen. Ah!," kreischte Kelly, als ihr Fuß abrutschte und sie beinahe rücklings ins Wasser fiel.
Zoey und ich konnten nicht anders – wir lachten laut los. Das Bild war einfach zu komisch: Zwei Erwachsene Frauen, die sich benahmen wie Kinder beim ersten Schlittschuhversuch. „Eine gute Abkühlung!," lachte meine Schwägerin und ließ sich kurzerhand einfach ins Wasser gleiten. Ich hingegen legte mich entspannt auf mein Board, ließ die Beine locker ins Wasser hängen und blickte in den blauen, wolkenlosen Himmel über uns.
Es war einer dieser seltenen Momente, in denen alles stillzustehen schien. Keine Motorengeräusche, kein hektisches Stimmengewirr – nur das Plätschern des Wassers und das gelegentliche Lachen meiner Freundinnen. Doch mein Kopf war trotzdem nicht ruhig.
„Alles in Ordnung? Du bist seit heute Vormittag schon ziemlich still," fragte Kelly, die sich langsam auf ihrem Board zu mir herüberpaddelte. Ihre Stimme war weich, fast vorsichtig.
Ich zögerte einen Moment, bevor ich antwortete. „Ach, ich denke an das Rennen. Der Heim-Grand-Prix steht an...und ja, der Druck ist da. Aber irgendwie fühlt es sich an, als würde ich da reingehen, als wäre es mir egal."
„Wie kommt's denn dazu?," Kelly klang jetzt mehr neugierig als besorgt.
Ich öffnete den Mund, wollte antworten, doch Zoey kam mir zuvor. „Ach, ich glaube, ich weiß warum."
Ich warf ihr einen mahnenden Blick zu. Bitte nicht. Nicht jetzt. Nicht vor allen.
„Wenn das mit einem Jungen zu tun hat, fress ich 'nen Besen," lachte Kelly und sah mich dabei so direkt an, dass ich förmlich spürte, wie die Röte mir ins Gesicht schoss. Lilly und Zoey lachten – eindeutig wissend. Und ich? Ich war ertappt. Sprachlos.
„Warte...jetzt ernsthaft?," Kellys Stimme überschlug sich fast. Ich brummte nur etwas undeutlich.
„Du bist doch sonst die Expertin im Beobachten. Ist dir nicht aufgefallen, wie Séra sich verändert hat?," fragte Lilly belustigt und drehte sich zu Kelly. Ich verdrehte die Augen. Warte...woher wusste sie das eigentlich?
Mein Blick muss Bände gesprochen haben, denn Lilly schmunzelte nur. „Tut mir leid, Séra, aber ihr beide seid nicht gerade unauffällig. Schon nicht in Australien, und hier auch nicht."
Ich grummelte etwas Unverständliches und blickte demonstrativ auf mein Board. Ich hätte mich wohl gleich ins Wasser stürzen sollen.
„Wieso weiß ich davon nichts?," fragte Kelly theatralisch. Ihre Augen waren jetzt riesengroß. Ich seufzte. „Hab's...vielleicht vergessen, es zu erzählen."
Mein Blick wanderte ans Ufer. Dort standen die Jungs, tief ins Gespräch vertieft. Und er war da. Lando. In der Sonne glitzerte sein Armband – das gleiche, das er auch in Monaco getragen hatte.
„Warte mal...," Kellys Stimme klang plötzlich anders. Wachsam. „Séra, wie und wann ist das denn passiert?," Ihr Grinsen war ansteckend – aber auch ein bisschen frech.
Ich wurde rot. Ich wusste, ich konnte es nicht mehr abstreiten. Also erzählte ich alles. Vom ersten zaghaften Kuss auf der Silvesterparty in Monaco, über das heimliche Lachen beim Medien-Training, bis zu diesem einen Moment auf der Yacht – nur er und ich. Keine Kameras. Keine neugierigen Blicke. Nur das leise Schaukeln des Wassers, seine Finger, die eine Kette um meinen Hals legten, und sein leiser Satz: „Das hier ist nur für dich."
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Lights Out
Fiksi Penggemar"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
