*Ein paar Tage vor dem Monaco Grand Prix*
Die Vormittagssonne legte einen goldenen Schleier über Monaco. Draußen vor der Terrasse zogen erste Yachten im Hafen langsam aus, während sich die engen Gassen oberhalb von Fontvieille langsam mit Leben füllten.
Doch drinnen in der ruhigen, lichtdurchfluteten Wohnung war alles still.
Ich lag eingekuschelt in eine weiche Decke auf dem Sofa. Meine Haare noch leicht zerzaust vom Schlaf, eine halb getrunkene Tasse Kaffee auf dem Couchtisch vor mir.
Lando war irgendwo in der Küche, summte leise ein Lied, das ich auf Anhieb nicht kannte, wahrscheinlich irgendwas Britisches, das ich nicht verstand. Aber ich liebte es, wenn er das tat. Es war ein kleiner, unbewusster Teil von ihm, der nie für Kameras bestimmt war.
Wir waren seit zwei Tagen wieder zusammen in Monaco, vor dem Grand Prix, der für uns einer der wichtigsten im Kalender war.
Und trotzdem spürte ich es. Diese leichte Spannung. Etwas lag in der Luft, wie eine dunkle Wolke über einem sonnigen Tag.
Als Lando ins Wohnzimmer zurückkam, ein Croissant in der einen Hand, sein Handy in der anderen, wirkte er nachdenklicher als noch vor ein paar Minuten. Er setzte sich zu mir, lehnte sich zurück und sah mich ruhig an.
„Es sind wieder neue Fotos aufgetaucht," sagte er nach einer kurzen Pause. Seine Stimme war ruhig, aber ernst.
Ich richtete mich langsam auf. „Was für Fotos?"
Er reichte mir das Handy.
Da waren sie: verschwommene Paparazzi-Aufnahmen aus Mailand. Ich, in einer Seitenstraße, mit niemanden als Leclerc. Mein Blick aufmerksam, sein Gesicht ernst. Keine Berührung, kein Lächeln, aber nah genug, um Fragen aufzuwerfen. Na super das konnte ich echt nicht brauchen.
„Ist Charles Leclerc der mysteriöse Mann aus dem Fahrerlager, mit dem Séra Rosenberg angeblich liiert ist?" „Vertrauliche Aussprache oder heimliche Liebe?" „Monacos goldenes Paar – nur ein Gerücht?"
Ich schnaubte leise, rieb mir über die Stirn. „Ernsthaft..."
Lando beobachtete mich genau, sagte aber nichts. Ich wusste, er würde nichts unterstellen vor allem nach der ganzen Sache und trotzdem, es war da. Der Zweifel, nicht an mir, sondern an der Welt da draußen, die wir nie ganz abschirmen konnten.
„Ich hab Charles in Mailand getroffen, ja und nein, da war nichts zwischen uns. Nie. Nicht einmal im Ansatz." Ich legte das Handy weg. „Er wollte sich entschuldigen. Für die Wette. Für den Mist, den ihr damals gemacht habt und ja, es war unangenehm. Aber ich hab's angehört. Weil ich es abschließen wollte."
Lando nickte langsam. Seine Kiefermuskeln zuckten leicht, nicht vor Wut, sondern wegen allem, was unausgesprochen mitschwang.
„Er hat auch mit mir gesprochen. In Bahrain schon," sagte er dann. „Als wir mal wieder Max Kleidungsstil belächelt haben. Hat sich gerade gemacht. Für alles und ehrlich, ich glaub ihm. Ich glaub, er weiß jetzt, wie scheiße das damals war."
Ich sah ihn lange an. „Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet Charles in solche Gerüchte reingezogen wird. Und ich? Ich bin schon ewig Thema. Erst hieß es, ich hätte was mit jemandem aus dem Team, dann mit einem Ingenieur, dann mit Max. Jetzt Charles."
Ich schüttelte den Kopf. „Und dabei wissen sie nicht, dass die Wahrheit die ganze Zeit direkt vor ihnen liegt."
Lando lehnte sich zurück, zog mich langsam zu sich heran. „Dass wir uns lieben, aber eben nicht für Klicks oder Kameras. Sondern echt."
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
