Ich kämpfte.
Ich kämpfte um jede Sekunde, um jeden einzelnen Zentimeter, der sich auf der Strecke ergab. Ich spürte, wie mein Körper brannte, jeder Muskel angespannt, jedes Nervenende auf Alarm.
Ich gab alles. Ich zwang mich über jede Grenze hinaus, die ich zuvor für unüberwindbar gehalten hatte.
Die Hitze war erdrückend, die Luft feucht und schwer. Der Asphalt flimmerte unter der glühenden Sonne, die Helmkante schnitt mir in die Stirn, der Schweiß rann mir in die Augen.
Doch ich hielt durch. Ich musste.
Nicht nur für das Team, sondern auch für mich. Für all die Stunden, die ich trainiert hatte, all die Zweifel, gegen die ich angekämpft hatte.
Ich wollte zurück, zurück zu der, die ich einmal war. Zur alten Form, zu meinem wahren Ich. Und ich war so nah dran.
Der Start.
Mein Start war perfekt. Nicht gut, perfekt. Er war genau das, was ich gebraucht hatte.
Ich kam blitzschnell von der Linie weg, katapultierte mich nach vorn. Besser als Max.
Viel besser. Lando, der auf der Pole stand, setzte sich sofort ab, er fuhr, als hinge sein Leben davon ab und ich fuhr, als hinge mein Comeback davon ab.
Max hatte einen schwachen Start erwischt.
Zu sehr auf Lando fokussiert, zu wenig auf das, was hinter ihm geschah, auf mich.
Er sah mich nicht kommen. In der ersten Kurve war ich schon neben ihm, zog außen herum und ging vorbei.
Ich spürte den leichten Widerstand, als unsere Autos fast berührten, aber ich blieb entschlossen, zog durch. Ich war vorbei. Ich war vorn.
Der Druck.
McLaren war stark, stärker, als wir es je erwartet hatten. Lando fuhr in einer eigenen Liga.
Die Ingenieure sagten nichts am Funk, wollten mich wohl nicht beunruhigen, doch ich konnte es sehen. Zwanzig Sekunden. Es waren fucking zwanzig die er vor uns allen war und keiner konnte ihn aufhalten.
Das war keine normale Rennpace, das war Dominanz.
Ich wusste, ich würde ihn heute nicht mehr kriegen. Aber hinter mir war Oscar, und der kam näher.
Ich konnte es nicht zulassen. Ich durfte es nicht zulassen. Vielleicht war der Konstrukteurs Titel außer Reichweite, aber ich konnte Podien einfahren. Ich konnte Punkte holen. Ich konnte zeigen, dass ich noch immer dazugehöre, zu Red Bull, zur Weltspitze.
Der Funk.
„Séra, ich sag das nicht gern, aber wir müssen nach hinten schauen. Piastri ist aktuell schneller als du." Michis Stimme war ruhig, aber deutlich.
Ich nickte unmerklich, obwohl er mich nicht sehen konnte. „Verstanden. Ich bleib dran." „Fahr aggressiv, aber schone die Reifen. Du weißt, was du kannst."
Das war das Letzte, was ich hörte, bevor ich alles ausblendete. Nur noch Motor, Strecke, Instinkt.
Der Endspurt.
Ich kämpfte. Jeder Kurveneingang war ein Tanz auf Messers Schneide, jeder Bremspunkt eine Entscheidung zwischen Mut und Wahnsinn.
Oscar versuchte es. Er kam näher, drängte, suchte die Lücke. Aber ich ließ sie nicht zu.
Nicht heute. Nicht bei diesem Rennen. Ich verteidigte wie ein Tiger.
Runde für Runde. Zentimeter für Zentimeter.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
