Die Sonne über Salzburg stand hoch am Himmel, als der mein schwarzer Mercedes langsam vor dem Hangar-7 zum Stehen kam. Die reflektierende Glasfassade des Gebäudes wirkte wie ein Spiegel in die Zukunft, modern, kühn, ikonisch.
Es war der perfekte Ort für Geschichten über Geschwindigkeit, Mut und Erfolg und heute war die Geschichte, die man erzählen wollte, meine.
Dort wo alles mit Red Bull hatte angefangen. Ich Séra Rosenberg-Bianchi, 21 Jahre alt, Formel-1-Fahrerin bei Mercedes-AMG Petronas, österreichischer Stern am internationalen Motorsporthimmel.
Die erste Frau in der Königsklasse seit Jahrzehnten und die erste, die es aktuell unter die Top 3 der Weltmeisterschaft geschafft hatte. Nicht einmal Halbzeit der Saison. Dritter Platz. Nur zwei Männer standen über mir: Oscar und Lando, die beiden McLaren-Fahrer, jung, schnell, aggressiv.
Ich stieg aus dem Wagen, elegant und ruhig. Meine Körpersprache war kontrolliert, wie immer, wenn ich im Mittelpunkt stand. Eine weiße, taillierte Bluse unter einem cremefarbenen Blazer, dazu schwarze High-Waist-Hose, goldene Details am Handgelenk. Kein Übermaß, kein Glamour.
Nur Stil, Präzision, genau wie ich selbst. Fans hatten sich vor dem Eingang versammelt. Manche hielten Poster mit ihrem Konterfei hoch, andere T-Shirts mit dem Mercedes-Logo.
Ein Mädchen, vielleicht zwölf, trug ein handbemaltes Schild: „Séra, du bist mein Vorbild!" Ich warf ihr ein Lächeln zu, kurz und herzlich. Dann verschwand ich hinter den Glastüren.
Dann hatte sich das ein paar Berühmtheiten heute hier waren also schnell herumgesprochen.
Drinnen erwartete ich das Fernsehteam, Lichttechniker, Kameramänner, Redakteure. Zwischen rot lackierten Flugzeugtragflächen und Rennmotorrädern in Vitrinen wirkte das improvisierte Studio fast surreal.
Auf den schwarzen Ledersesseln hatten in den letzten Wochen Legenden gesessen, Marc Márquez, Max Verstappen, Anna Gasser, Franz Klammer. Nun war ich an der Reihe.
„Bereit?," fragte eine Produzentin.
Ich nickte. Tief durchatmen. Die Maske wurde noch einmal kontrolliert, das Mikrofon festgeklippt. Dann: Countdown. Kamera läuft.
Ich wurde hier schon einmal interviewt doch heute war es einfach anders. Heute war es für mehr bestimmt.
„Herzlich willkommen aus dem Hangar-7 in Salzburg," begann der Moderator mit sonorer Stimme. „Heute bei uns: die wohl spannendste Fahrerin der aktuellen Saison, Mercedes-Star Séra Rosenberg-Bianchi."
Applaus vom kleinen Studiopublikum. Ich lächelte. Professionell. Dezent. Nicht zu viel. „Séra, es ist nicht einmal Halbzeit in der Formel-1-Saison. Du bist Dritte in der Fahrerwertung. Vor dir nur zwei McLaren-Fahrer. Wie fühlt sich das an?"
„Ehrlich gesagt? Es ist...surreal." sagte ich mit ruhiger Stimme. „Ich wusste, dass wir dieses Jahr etwas stärker sind als das Team letztes Jahr war, aber dass Kimi und ich so konstant vorn mitfahren kann, das ist das Ergebnis von unglaublich harter Arbeit."
Ich sprach über die ersten Rennen der Saison, über den Zweikampf in Silverstone, die Aufholjagd in Montréal, das Podium in Barcelona.
Über die Fortschritte des Mercedes-Pakets, das ich gemeinsam mit den Ingenieuren in Brackley Stück für Stück besser gemacht hatte. Über mein neues Vertrauen ins Auto und in mich selbst.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
