Es war einer dieser frühen Sommertage, an denen die Luft schon vor Sonnenaufgang nach warmem Asphalt und Blütenduft roch. Die Welt lag noch in einem halb verschlafenen Dämmerzustand, und ich war gerade dabei, mir in der Küche meinen ersten Kaffee zu machen, als ich Schritte hörte.
Noch bevor ich mich umdrehen konnte, stand er da, Lando.
Barfuß.
Sein zerknittertes, weißes T-Shirt hing locker an ihm, die braunen Locken standen in alle Richtungen, als hätte er gerade einen Kampf mit dem Kopfkissen hinter sich. Und trotzdem...sah er besser aus als jeder Mensch es um diese Uhrzeit je sein dürfte. Mühelos schön, ohne es zu versuchen.
Seine Augen, dieses tiefe, klare Blau, funkelten leicht, als hätte er ein Geheimnis. Und tatsächlich war da dieses schiefe Grinsen auf seinen Lippen. Charmant, frech. Und doch lag in seinem Blick etwas Unausgesprochenes. Eine gewisse Unruhe.
„Pack deine Badesachen," sagte er, noch bevor er mich richtig begrüßt hatte.
Ich hob überrascht eine Augenbraue, meine Finger noch um die warme Tasse gelegt. „Guten Morgen dir auch," erwiderte ich, während ich mich gegen die Küchentheke lehnte.
Sein Grinsen wurde breiter. „Sorry. Guten Morgen, Phina. Pack jetzt deine Badesachen."
Ich schnaubte leise, konnte mir das Lächeln aber nicht verkneifen. „Du klingst, als hättest du einen Plan."
Er nickte. „Habe ich auch. Aber du musst mir vertrauen. Keine Fragen, keine Vorschläge. Einfach mitkommen."
„Und wohin soll's gehen, bitte sehr?"
Er trat näher, nahm mir spielerisch die Tasse aus der Hand, trank einen Schluck, und stellte sie dann auf die Anrichte, als wäre er hier zu Hause, was er, strenggenommen, auch fast war.
„Du, ich, ein See, Picknick, Sonne...vielleicht ein bisschen Schwimmen. Vielleicht das schönste Date deines Lebens. Wer weiß?" Er zwinkerte mir zu, aber ich sah, wie sich ein Hauch Nervosität in seinen Gesichtszügen versteckte – fast, als wäre ihm dieser Moment viel wichtiger, als er zugeben wollte.
Ich verschränkte die Arme und musterte ihn. „Der schönste Tag meines Lebens, ja? Das ist eine gewagte Ankündigung, Norris. Die Latte liegt jetzt ziemlich hoch."
Er zuckte mit den Schultern, trat einen Schritt näher. Sein Ton wurde leiser, ehrlicher. „Ich geb mein Bestes."
Und plötzlich war da etwas zwischen uns, eine Spannung, kaum wahrnehmbar, aber ganz real. Ich fühlte sie wie elektrisierte Luft vor einem Sommergewitter. Etwas war anders heute.
Ich spürte es in der Art, wie er mich ansah. Wie seine Stimme sanfter wurde. Wie sein Blick nicht mehr nur verspielte Flucht suchte, sondern Tiefe.
Und obwohl ich noch nicht wusste, wohin dieser Tag uns führen würde, wusste ich eins: Ich würde mitgehen.
Der See lag vor uns wie ein vergessenes Gemälde, still, schimmernd, eingerahmt von hohen, alten Bäumen, deren Äste sich wie schützende Arme über das Wasser beugten. Die Oberfläche war glatt wie Glas, nur gelegentlich durchzogen von einem kaum hörbaren Plätschern oder dem leichten Kreisen eines Vogels über dem Wasser. Es war, als hätte die Welt hier das Atmen nicht verlernt.
Kein Mensch weit und breit. Nur wir. Und die Natur, die uns in eine eigene kleine Realität einhüllte.
Ich spürte den weichen Waldboden unter meinen Füßen, das warme Sonnenlicht auf meiner Haut, als wir Hand in Hand zum Ufer liefen. Das Wasser war kühl, fast schockierend im ersten Moment aber befreiend. Erfrischend.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
