*Séras Sicht*
Mamas plötzliches Auftauchen war zwar fragwürdig aber ich beließ es dabei meine Klappe zu halten. Papa würde nie die Gelegenheit auslassen mich bei einem Rennen live zu sehen. Irgendwas war zuhause vorgefallen, ich traute mich nur nicht zu fragen.
Mama schien hier wieder bei mir auf zu blühen.
Vor mir standen beide Ferraris die bereit waren mir weg zu fahren.
Ich atmete tief durch, während ich im Cockpit saß und meine Hände leicht zitterten, eingerahmt vom schwarzen Lenkrad meines RB20. Die Sonne brannte gnadenlos auf den Asphalt, das Meer rauschte irgendwo in der Ferne, und über den Tribünen tanzten Palmen im heißen Wind von Miami. Es war Rennsonntag, ich saß auf Startplatz vier, und vor mir lagen 57 Runden pure Anspannung, Hitze und Geschwindigkeit.
Miami hatte immer eine ganz besondere Energie. Es war nicht wie Monaco, wo sich alles um Eleganz und Geschichte drehte, und auch nicht wie Suzuka, wo die Fans uns wie Legenden behandelten. Miami war laut, bunt und chaotisch – wie ein Musikfestival auf Rädern. Doch unter all dem Glamour tobte die Realität eines der forderndsten Stadtrennen der Saison.
Es war auch eines der Rennen das ich so gerne mochte. Hier hatte alles letztes Jahr angefangen. Am Anfang war ich nur ein Ersatz für Checo gewesen und nun ein fester Bestandteil des Teams.
Heute wird es spannend. Max und Charles standen ganz vorne, Carlos und ich hinter den beiden und direkt hinter mir Lando.
„Funkcheck an Séra, kannst du uns hören?," hörte ich Michis Stimme in mein Ohr. „Ja kann ich," meine Antwort war kurz und knapp. „Okay gut, du kennst den Plan."
Ich nickte, obwohl sie mich nicht sehen konnten. Mein Renningenieur Michi war wie immer ruhig und direkt – genau das, was ich brauchte. Der Lärm der Fans auf den Tribünen verschmolz mit dem Dröhnen der Motoren, als die Einführungsrunde begann.
Als die Ampeln ausgingen, schoss ich nach vorn, erwischte einen perfekten Start und war für einen Moment neben Carlos. Doch der Spanier drückte innen zu, und ich musste leicht vom Gas, um keinen Kontakt zu riskieren. Das erlaubte Lando, sich außen in Kurve 1 vorbeizuschieben.
"Fuck," murmelte ich, bis die Zähne zusammen und reihte mich auf P5 wieder ein. Es war noch früh. Alles war noch offen.
Der Kurs war brutal. Die engen Mauern, die unnachgiebigen Bodenwellen, das ewige Spiel mit dem Überhitzen der Reifen – jedes Manöver musste sitzen. Während Max und Charles vorn einen harten Zweikampf ausfochten, fuhr Lando intelligent – sauber, schnell, strategisch.
Ich klemmte mich hinter Carlos und suchte nach Lücken. Die Dirty Air machte es schwer, aber ich spürte, dass ich schneller war. In Runde 11 war es endlich soweit: Ich setzte in Kurve 17 innen an, ließ das Auto spät bremsen – fast zu spät – und schob mich vorbei. Adrenalin rauschte durch meine Adern. P4.
„Saubere Arbeit, Séra," kam Michis Stimme. „Weiter so wir setzten heute auf ein Douple Podium."
Hat man denen eigentlich schon mal gesagt das wir das eh ständig tun. Das war doch immer unser Ziel.
Das Rennen wurde taktischer. Red Bull setzte auf einen Undercut, und ich kam eine Runde vor Norris rein. Die Box war perfekt – 2,4 Sekunden, das Team arbeitete wie eine Maschine. Ich pushte in meiner Outlap, das Auto klebte förmlich auf dem Asphalt. Als Lando rausfuhr, kamen wir nebeneinander zur Kurve.
Er hatte die Nase vorn.
„Fuck das wäre es gewesen," sagte ich in den Funk. Ich biss mir auf die Lippe. Ich war einfach zu langsam. Aber ich war noch dran.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
