Ich fackelte nicht lange herum. Ich tat das was ich am besten tun konnte. Kaum war ich in meinem Hotelzimmer angekommen, packte ich meine Sachen zusammen und checkte aus. Ich schrieb meiner Familie das ich früher zurück flog.
Auch Lilly gab ich eine kurze Nachricht das ich mit meinen Kreislauf Probleme hatte und im Hotelzimmer blieb. Ich weiß das war eine Lüge dennoch brachte ich es nicht übers Herz mich bei ihr aus zu heulen.
Der Flug war still verlaufen. Zu still. Ich hatte die ganze Zeit aus dem Fenster gestarrt. Kein Film. Kein Buch. Kein Wort. Neben mir saß Alberto.
Er hatte von der Entscheidung erst durch mich erfahren. Noch während ich durch das Flughafenterminal liefen, versuchte er, mich zu bremsen.
„Séra, bitte...," sagte er leise und trat neben mich, seine Stimme ruhig, aber dringlich.
„Gib dir wenigstens eine Nacht, um nachzudenken. Schlaf drüber. Wir reden morgen mit dem Management, mit deinem Berater. Aber du kannst jetzt nicht einfach zur Zentrale stürmen, als—"
„Doch, kann ich," unterbrach sie ihn. Ihre Stimme war leise, aber schneidend.
„Sie haben mich ersetzt, ohne mich einzubeziehen. Ohne ein Gespräch. Und sie haben Mark nicht mal die Chance gegeben, mir selbst die Wahrheit zu sagen. Ich bin ihm das schuldig. Und mir auch. Außerdem habe ich gar nichts mehr. Sie hätten es mir früh genug sagen müssen."
Alberto seufzte schwer. „Ich verstehe dich. Wirklich. Aber wenn du wütend dort aufkreuzt, riskierst du alles. Auch die letzten Verbindungen, die du noch hast."
Séra blieb stehen. Ihre Augen waren glasig, doch sie kämpfte. Wie immer.
„Ich habe nichts mehr zu verlieren, Alberto. Nichts, was nicht schon genommen wurde."
Das Gebäude lag ruhig am Ufer des Sees, modern, kalt, fast zu perfekt. Als ich durch die automatische Tür trat, schienen die Wände aus Glas und Stahl meinen Entschluss zu spiegeln: klar, direkt, kompromisslos.
„Ich habe kein Meeting, ich weiß," sagte ich knapp zur Empfangsdame als ich bei ihr angekommen war. „Aber sagen Sie Mark, dass ich hier bin."
Die Frau zögerte. Doch als sie den Namen hörte, hob sie den Hörer. Ein kurzer Wortwechsel. Dann: „Er wird Sie empfangen. Besprechungsraum Drei."
Ich zögerte nicht lange.
Der Raum war hell, modern aber wie leergefegt von jeder Wärme. Klare Glasflächen, glänzende Oberflächen, und im Hintergrund der Blick auf den See, so ruhig, als hätte er keine Ahnung, was in mir tobte.
Mark Mateschitz erhob sich, als ich eintrat. Locker gekleidet, aber mit angespannten Zügen um den Mund. Der Sohn seines Vaters. Und doch so anders.
„Séra," sagte er ruhig. „Setz dich bitte. Du wolltest mich sprechen. Gratuliere dir zu deinem Podium."
Ich blieb stehen. Keine Geste, kein Lächeln. Nur mein Blick, der ihn fixierte, wie ein Visier bei geschlossenem Helm. Meine Hände waren zu Fäusten geballt, die Nägel schnitten in meine Handflächen. Ich spürte nichts davon.
„Du wusstest es," sagte ich. Keine Frage. Eine bittere Wahrheit, trocken ausgesprochen. „Du wusstest, dass sie mich rauswerfen und hast geschwiegen."
Mark antwortete nicht sofort. Sein Blick wich nicht aus, aber ich sah den Schatten darin, Reue, vielleicht auch Scham.
„Ich wusste, dass es Diskussionen gab. Aber die finale Entscheidung fiel letzte Nacht und glaub mir, ich habe gekämpft."
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Lights Out
Fiksyen Peminat"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
