94. Kapitel

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Ein leichter Druck an meinem Bauch riss mich aus dem Schlaf. Noch halb im Traum blinzelte ich gegen das grelle Sonnenlicht, das durch das Fenster fiel und mein Gesicht wärmte. Ein leises Grummeln entrang sich meiner Kehle, als ich den Zug an meiner Hüfte spürte. Jemand drehte mich behutsam auf den Rücken. Noch benommen hob ich die Lider und sah direkt in Landos wache, ernste Augen, die mich aufmerksam musterten.

„Morgen," murmelte ich schläfrig und schloss die Augen gleich wieder. Mein Körper fühlte sich schwer an, warm und noch ganz durchzogen von der Nachtruhe. Wie spät war es überhaupt?

„Morgen," antwortete Lando mit sanfter Stimme. Seine Fingerspitzen fuhren zärtlich über mein Gesicht, strichen eine widerspenstige Strähne hinter mein Ohr. „Gut geschlafen?"

Ich gähnte herzhaft. „Ja...bis ich geweckt wurde," murmelte ich müde. Mein Ton war nicht vorwurfsvoll, nur ehrlich. Lando lächelte daraufhin leise, seine Augen funkelten.

„Tut mir leid, kleiner Morgenmuffel," neckte er mich liebevoll. Ich verzog das Gesicht und warf ihm einen müden, halbherzigen Blick zu.

„Was, kein Konter heute?", fragte er grinsend. Er war eindeutig schon vollständig wach, voller Energie, im Gegensatz zu mir.

„Bin viel zu müde für deine Spielchen," gab ich ehrlich zurück. Ich wollte mich näher an ihn kuscheln, meine Stirn an seine Brust lehnen, als plötzlich ein scharfer Schmerz durch meinen Unterleib zog. Ich zuckte leicht zusammen und kniff die Augen fest zu. Der Druck war unangenehm, tief sitzend, fast krampfartig.

Sofort war Lando alarmiert. „Baby, was ist los? Alles in Ordnung?" Seine Stimme war voller Sorge, sein Blick suchte sofort mein Gesicht nach Antworten ab.

Ich zwang mich zu einem kleinen Lächeln, wollte ihn nicht beunruhigen. „Ja...es ist nur ein bisschen unangenehm. Es tut ein wenig weh, mehr nicht," sagte ich leise, ehrlich, aber bemüht, ihn zu beruhigen.

Doch das genügte nicht. Panik spiegelte sich in seinen Augen wider. „Phina...wieso hast du mir nichts gesagt? Ich...hab ich dir wehgetan?", stammelte er, seine Stimme bebte vor Angst und Schuld.


Doch bevor er weitersprechen konnte, legte ich eine Hand an seinen Nacken und zog ihn sanft zu mir. Ohne ein weiteres Wort presste ich meine Lippen auf seine, küsste ihn innig, leidenschaftlich – um ihm zu zeigen, dass alles in Ordnung war. Dass ich bei ihm war. Dass er sich keine Sorgen machen musste.

Der Kuss brannte sich tief in mich ein, voller Wärme, voller Verbindung. Ich spürte seine Hand an meiner Taille, zögerlich, fast ehrfürchtig. Ich trug nur sein Shirt, er war nur in seiner Hose, eine Intimität, die unausgesprochen zwischen uns vibrierte.

„Lan...ja, es tut weh," flüsterte ich gegen seine Lippen. „Aber das ist normal. Mein Körper braucht einfach etwas Zeit." Ich sah ihn fest an, wollte ihn nicht in seiner Angst alleine lassen.

Er suchte meinen Blick, als wolle er in meinen Augen lesen, ob ich ihm die Wahrheit sagte. Seine Stirn war leicht gerunzelt, seine Finger zitterten kaum merklich.




„Müssen wir wirklich spielen?," grummelte ich, während ich mich langsam an den Rand des Spielfeldes setzte und die Augen zusammenkniff, um dem grellen Sonnenlicht zu entkommen. Das laute Geräusch der Bälle und die Stimmen der anderen spielenden Teammitglieder füllten die Luft, aber ich konnte mich einfach nicht motivieren, mich wieder ins Geschehen zu stürzen.

„Das frage ich mich auch," seufzte Carmen, die sich neben mir auf den Boden plumpsen ließ und ebenfalls die Szenerie betrachtete. Ihre Stirn war in Falten gelegt, und sie wischte sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Wir hätten auch einfach eine Auszeit nehmen können," murmelte sie und setzte sich noch ein Stück bequemer hin.

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