Ich hätte es wissen müssen. Dass dieser eine Kuss alles verändern würde. Nicht nur für Lando und mich, sondern für den gesamten Sport. Für unsere Welt.
Es war ein Moment gewesen, wie er nur einmal passiert. Kein Skript, kein Plan, kein Abwägen. Nur wir beide, zwei Menschen, die sich einfach...fühlten.
Die Musik war laut gewesen, das Feuerwerk explodierte über der Skyline von Monaco, und als sich der Countdown in Luft auflöste, hatte ich mich zu ihm gedreht und er sich zu mir. Ein Blick.
Ein Lächeln. Und dann: dieser Kuss.
Langsam. Still. Voller Bedeutung. Nicht theatralisch. Nicht übertrieben. Echt.
Und genau in diesem Moment hatte es jemand festgehalten. Ein verschwommener, aber unmissverständlicher Schnappschuss, der in wenigen Sekunden einmal um die Welt gehen würde. Lando und ich. Seine Hand in meinem Nacken.
Mein Gesicht halb im Schatten seines. Unsere Silhouetten, eingerahmt von goldenem Licht, das vom Himmel fiel, als hätte selbst das Universum beschlossen, diesen Moment besonders zu machen.
Der Moment war magisch gewesen. Rein. Intim und jetzt...gehörte er nicht mehr nur uns.
Jetzt gehörte er der Welt.
In den letzten Wochen hatte es immer wieder Gerüchte gegeben. Ein Blick zu viel. Eine Berührung, die nicht ganz freundschaftlich wirkte. Mein Lachen, wenn er in der Nähe war.
Sein Schweigen, wenn mein Name fiel. Die Fans spekulierten. Die Presse grub.
Die Fotografen folgten uns und doch: Wir hatten es irgendwie geschafft, es zu schützen. Bis jetzt.
Der Schnappschuss war wie der letzte fehlende Beweis, den alle gebraucht hatten, um das Puzzle zu vollenden.
Jetzt wussten sie es.
Alle. Was sie geahnt, gespürt, gehofft hatten. Was sie diskutiert und analysiert hatten. Was sie zwischen Funkdurchsagen, Podiumsblicken und Instagram-Storys zu lesen glaubten:
Es war echt. Es war wir. Und es war schon lange so.
Ich saß noch in Landos Wohnung, in der Ecke des großen Sofas, Lando schlief erschöpft im Bett, nichtsahnend vom medialen Orkan, der längst losgebrochen war. Mein Handy vibrierte ununterbrochen.
Pings, Benachrichtigungen, Erwähnungen, Eilmeldungen. Ich öffnete Instagram und da war es.
Das Bild.
Nur ein einziger Frame, gepostet von irgendeiner Influencerin, die zur gleichen Zeit auf der Dachterrasse gefeiert hatte. Innerhalb von Minuten war er explodiert.
Tausende Likes. Zehntausende Kommentare.
Fanpages hatten es bereits bearbeitet, mit Musik unterlegt, in Zeitlupe versetzt. Inzwischen hatten auch Medienhäuser es übernommen. Ohne Bestätigung. Ohne Zitat. Aber sie wussten, das war echt.
Die Bildunterschrift lautete nur:
"Also... das erklärt einiges."
Und ja. Das tat es.
Es erklärte das Armband, das ich nie ablegte. Den Tigeranhänger, von dem niemand wusste, dass Lando ihn mir geschenkt hatte. Die Blicke, die wir manchmal tauschten, wenn wir dachten, keiner würde es bemerken.
Die Tatsache, dass er immer genau dann in der Nähe war, wenn ich ihn brauchte und wie sehr ich in Abu Dhabi in seine Arme gefallen war, nicht als Rivalin eines anderen Teams, nicht als Kollegin. Sondern als jemand, der ihn liebte.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
