„Es ging alles irgendwie schneller, als ich dachte," begann ich und schob mir ein kleines Stück Kuchen in den Mund. Himmel, Lando hatte nicht gelogen, der war wirklich gut.
„Das Gespräch lief schon in Brasilien, aber es wurde erst konkret, als sie mir klar signalisiert haben, dass sie mich als Teil des nächsten großen Umbaus sehen. Neue Ära, neues Konzept und ja... Toto ist genau so wie man ihn sich vorstellt. Charmant. Direkt. Ziemlich einschüchternd aber auf eine gute Art."
„Und was hat dich überzeugt?," fragte Landos Mutter, während sie sich neben Adam setzte und sich ebenfalls ein Stück Kuchen nahm.
Ich lächelte leicht und sah in die Runde.
„Ich glaube...das Gefühl, dass ich dort mehr als nur eine Zahl bin. Es ging nicht nur um Ergebnisse oder PR. Sie wollten mich als Mensch. Und das hat mir gefehlt. Sie haben mich gesehen, mein Talent und mein Können. Anders als Red Bull."
Adam nickte langsam, beeindruckt.
„Klingt nach einem mutigen Schritt. Als wir gehört haben das du und Red Bull getrennte Wege geht, da waren wir alle ziemlich geschockt. Du bist seit Jahren untere ihren Vertag und dann das aus."
„War es," sagte ich ehrlich. „Aber ich hatte jemanden, der mich daran erinnert hat, dass ich mutig genug bin."
Ich spürte, wie Lando mich ansah. Unser Blick traf sich und obwohl niemand etwas sagte, lag alles in diesem kurzen Moment. Verständnis. Stolz. Liebe.
„Okay, warte," warf Cisca ein. „Du hast gerade Toto Wolff als einschüchternd bezeichnet, aber du sitzt hier völlig entspannt in Mamas Küche, die dich über deinen nächsten Schritt ausfragen? Respekt." Wir alle lachten, laut und ehrlich und ich konnte nicht anders, als tief durchzuatmen. Dieses Haus. Diese Familie. Dieses Gefühl. Ich war irgendwie angekommen.
„Muss ich mir Sorgen machen?" Lando sah mich schräg von der Seite an, während ich den kleinen, weißen Fiat durch die staubigen Gassen des italienischen Dorfes lenkte.
Die Sonne brannte tiefgolden über den Hügeln, alles war in warmes Licht getaucht, eigentlich romantisch. Aber seine Nervosität konnte selbst der schönste Sonnenuntergang nicht dämpfen.
Ich grinste. „Nein. Außer vielleicht, dass mein Opa dich köpft, wegen einer gewissen Aktion und mein Bruder wird die Welt wahrscheinlich nicht verstehen. Mich wundert es das er nichts mitbekommen hat. Er weiß nur das mich jemand ziemlich tief verletzt hat." Ich zwinkerte ihm zu. „Phina, ernsthaft jetzt...," stöhnte Lando, seine Stimme ein Gemisch aus Panik und Humor.
„Beruhig dich," sagte ich lachend und schaltete in den zweiten Gang, als wir die letzte Kurve vor dem Haus nahmen. „Sie kennen dich doch schon, du warst schon hundertmal mit mir auf Bildern, auf meiner Seite, Mama hat dich längst kennengelernt, Aron ist halt einfach blind. Sie kennen dich aber nicht offiziell an meiner Seite Lan."
Lando fuhr sich nervös durch die Haare. „Das ist es ja! Jetzt wird's ernst."
Ich griff nach seiner Hand, während ich den Wagen in unsere Einfahrt lenkte. Der Kies knirschte vertraut unter den Reifen, der alte Olivenbaum warf lange Schatten über die Terrasse. „Sei einfach du selbst. Du hast sie schon für dich gewonnen, sie wissen nur noch nicht, dass sie dich lieben."
Kaum hatte ich den Motor abgestellt, ging die Haustür auf. Meine Mutter trat auf die Veranda, eine Serviette in der Hand, als hätte sie uns schon erwartet.
„Séra!," rief sie mit ihrem typisch übertriebenen Ton, der jedes Mal bedeutete: Ich habe alles unter Kontrolle, aber ich will Drama. Hinter ihr erkannte ich Zoey, die sich leicht gegen das Türrahmen lehnte, ein Weinglas in der Hand und diesen Blick im Gesicht, der ganz klar sagte: Das wird interessant.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
