*Rückblick Beginn F1 Academy*
Ich war nervös. Jung. Leichtsinnig. Voller Energie. So stand ich da, zum ersten Mal in diesen heiligen Hallen, die für mich bis dahin nur aus Bildern, Geschichten und Träumen bestanden hatten.
Mein erstes Rennen in der Formel 1 Academy und das ausgerechnet hier, auf heimischem Boden.
Eigentlich war es nicht mein allererstes Rennen. Ich kannte den Red Bull Ring, kannte jede Kurve, jede Bremsspur, jeden Geruch von heißem Gummi und Benzin, der sich im Sommer über die Strecke legte. Aber diesmal war alles anders.
Dieses Rennen hatte eine besondere Bedeutung, ein ganz eigenes Gewicht, das auf meinen Schultern lastete.
Mein Herz schlug wie wild in meiner Brust, und trotz all meiner Erfahrung im Kart oder kleineren Serien spürte ich diese stechende Nervosität.
Es war das erste Rennen der gesamten Academy und das erste Mal, dass ich wirklich unter diesem strengen, aber erwartungsvollen Blick der Formel 1-Community stand.
„Ereignisreiches Wochenende, nicht wahr?," hörte ich plötzlich eine ruhige Stimme hinter mir. Susi Wolff, die das ganze ins Leben gerufen hatte, die sich neben mich stellte, hatte diese unverkennbare Gelassenheit, die ich mir insgeheim schon lange wünschte.
„Vielleicht...," brachte ich heraus, mehr als ein Wort war es nicht. Meine Kehle war trocken, die Worte wollten nicht richtig fließen.
„Du kannst nervös sein," fuhr sie fort, ihr Ton freundlich, aber bestimmend.
„Es ist dein erstes Rennen und es ist auch die erste Saison für die Academy überhaupt. Red Bull hat eine kluge Entscheidung getroffen, dich hierherzuschicken."
Ihre Worte waren eigentlich beruhigend, aber stattdessen ließen sie die Nervosität nur noch tiefer in meinem Magen kribbeln.
„Mh, vielleicht," gab ich zu, während mein Blick über die Boxengasse schweifte, die hektisch geschäftig war. Mechaniker eilten hin und her, Motoren brummten, und überall herrschte diese Mischung aus Anspannung und Vorfreude.
„Hey, das hier ist für uns alle ein Anfang," sagte Susi und lächelte aufmunternd. „Nach dem ersten Rennen haben wir dann alle ein bisschen mehr Routine."
Dann drehte sie sich um und ließ mich mit meinen Gedanken zurück.
Kaum war sie weg, hörte ich eine vertraute Stimme mit markantem Schweizer Akzent: „Na, auch so nervös?"
Ich drehte mich um und lächelte.
„Hallo Tina."
Tina kam grinsend auf mich zu. Wir kannten uns noch aus der Kartzeit, damals, als alles noch einfacher, noch weniger kompliziert war.
„Wurdest du auch ins kalte Wasser geworfen?," fragte sie neckisch, während sie neben mir stehen blieb.
„Wenn es nur das kalte Wasser geblieben wäre," lachte ich und schaute auf die Boxengasse, die jetzt langsam zur Startaufstellung strömte.
„Wir sind einen Schritt näher dran als gedacht, oder?," meinte Tina leise, fast ehrfürchtig.
Ich nickte. „Es wird trotzdem hart. Zwei Jahre, das ist nicht viel Zeit, um sich wirklich zu beweisen."
„Nein, das ist es nicht," sagte sie. „Aber wir haben trotzdem die Chance, der Welt zu zeigen, dass Frauen hierhergehören."
Plötzlich mischte sich eine vertraute Stimme hinter uns ein, Bianca Bustermante, fuhr für McLaren, die mit ihrem selbstbewussten Lachen und der positiven Ausstrahlung sofort jeden Raum erhellte.
DU LIEST GERADE
Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
