Die Tür öffnete sich lautlos, beinahe ehrfürchtig. In dem sonst so stillen Raum schien das kaum hörbare Geräusch wie ein Donnerschlag in meinem Kopf zu hallen. Ich blinzelte gegen das gedämpfte Licht und richtete mich unwillkürlich ein wenig auf.
Und dann sah ich ihn.
Toto Wolff.
Groß. Unverkennbar. Mit dieser Mischung aus kühler Eleganz und fokussierter Präsenz, die ihn auch außerhalb der Boxengasse sofort als den Mann erkennen ließ, der selbst die Stille kontrollieren konnte. Seine Schritte waren ruhig, sein Blick fest auf mich gerichtet. Kein Zögern. Kein Zweifel.
Ich spürte, wie mein Herz ein, zwei Takte aussetzte.
„Séra," sagte er nur. Sein Tonfall war ruhig, respektvoll. Fast sanft.
Ich antwortete nicht sofort. Mein Verstand arbeitete sich durch die Überraschung, die Müdigkeit, das ungute Gefühl, das mir noch immer in den Knochen steckte und versuchte, irgendeinen Sinn in all dem zu erkennen.
„Mercedes schickt seinen Teamchef persönlich los, um mich am späten Abend noch zu überraschen?," fragte ich schließlich, die Arme noch immer verschränkt. „Das ist...entweder sehr schmeichelhaft oder sehr verdächtig."
Ein feines Lächeln umspielte seine Lippen. „Vielleicht beides."
Er setzte sich. Nicht aufdringlich, nicht mit irgendeinem Machtgehabe, einfach mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der gewohnt war, dass die Dinge sich bewegen, wenn er es für richtig hielt. Dann deutete er mit einer offenen Geste auf den Sessel gegenüber.
„Nur fünf Minuten, wie Alberto sagte. Setz dich. Wenn du danach gehst, halte ich dich nicht auf."
Ich blieb einen Moment stehen, dann seufzte ich leise und ließ mich sinken. Mein Körper rebellierte immer noch gegen das Wachbleiben, aber etwas in mir, ein Instinkt, vielleicht, war hellwach.
„Also gut," sagte ich. „Reden Sie."
Er nickte langsam. Dann: „Ich habe heute deine Performance gesehen und nicht nur heute. Mein Team und ich, wir haben alles verfolgt. Die letzten Monate, dein letztes Jahr in der F1 und sogar das Jahr in der Academy. Deine Entwicklung. Deine Art, wie du unter Druck arbeitest. Wie du dich nach dem ganzen Red-Bull-Desaster nicht hast unterkriegen lassen."
Ich schluckte trocken. Das Wort „Desaster" war selten so sachlich ausgesprochen worden, und doch fühlte es sich an wie ein Splitter unter der Haut.
„Du bist schnell. Du bist klar im Kopf und du hast etwas, das man nicht trainieren kann." Er beugte sich leicht vor. „Du verstehst das Spiel hinter dem Spiel und ich brauche jemanden in meinem Auto, der genau das kann."
Ich hielt die Luft an. Für einen Moment war der Raum völlig still, als hätte sogar die Zeit selbst beschlossen, innezuhalten.
„Sie wollen...dass ich für Mercedes fahre?" Meine Stimme klang heiser, irgendwie weit weg. „Ich biete dir ein Cockpit für die nächste Saison," sagte er ruhig. „George wechselt das Team und Kimi braucht einen Fahrer zu dem er aufschauen kann. Von dem er lernen kann. Der zweite Sitz...der ist offen. Noch." Mir wurde schwindlig. Nicht von der Müdigkeit. Nicht mehr.
Mercedes.
Ein Werksteam. Eine Legende. Und ich...mittendrin?
„Warum ich?," fragte ich leise. „Es gibt Dutzende, die auf dieser Liste stehen. Männer mit Sponsoren, Erfahrung, Connections..."
„Weil du dich nichts davon beeindrucken lässt," sagte er einfach. „Und weil ich glaube, dass du den Mut hast, nicht nur zu fahren, sondern zu führen. Du hast das Zeug in der ersten Reihe zu stehen, zu siegen. Ich weiß das wir gerade nicht das Team sind das gerade alles abräumt so wie McLaren und Red Bull aber ich weiß das wir es mit dir und mit Kimi schaffen können."
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
