Chapter 65

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Am nächsten Tag schlafen wir alle sehr lange, nur Lian steht die Nacht über am Ruder und bringt uns ein weiteres Stück näher nach Hause. Deshalb schicken wir ihn auch nach dem Frühstück schlafen, wobei Runa ihn geradezu in sein Zimmer schleifen muss. Dafür übernimmt Jake den Platz auf der Brücke. Lächelnd lehne ich mich neben Jake an die Reling und schaue über das Deck der Aeronaut. Fast vier Wochen waren vergangen, seit unsere Reise begonnen hatte, wir haben viele Orte besucht und viele Wesen kennengerlernt. Ich habe einige der schönsten Orte gesehen, aber auch einige gefährliche Erlebnisse über mich bringen müssen und doch bedauere ich keine meiner Entscheidungen, weder diese Reise angefangen zu haben, noch Jakes Aufforderung auf dem Feldweg angenommen zu haben. Ich hatte in meiner alten Heimat nie eine Zukunft gesehen. Ja, ich hatte eine beste Freundin und eine Familie und ich hatte auch genug Geld und ein Dach über dem Kopf, doch keine eigene Zukunft. Und nun bilden sich vor mir so viele Möglichkeiten. Ich habe neue und alte Familienmitglieder gefunden, ich konnte Freundschaften schließen und vielleicht sogar mehr. Mein Leben hat so etwas wie einen Sinn gefunden, eine Zukunft, eine Heimat, etwas was mir immer gefehlt hatte. Ich kann es nicht beschreiben, all meine Gefühle die ich entdecken konnte, all das zu was ich nun in Stande bin. Ich lasse meinen Blick erneut über das Deck gleiten, bis ich schließlich bei Jake hängen bleibe. Wie es wohl mit uns weitergehen wird. Er ist ein Berater und Kommandant meines Vaters und ich die Kronprinzessin, wir werden uns über den Weg laufen, doch diese Nähe, welche wir auf der Reise miteinander teilen konnten, wird wohl für eine Weile aufhören. Was ist mir Runa und Lian, sie würden sicherlich nach Hause wollen, würden wir uns überhaupt wieder sehen. Zenobio schmiegt sich um meine Beine und ich streichele seinen Kopf, wenigstens wirst du an meiner Seite bleiben, zumindest werde ich nichts Anderes erlauben. In meinen Gedanken versunken, wandert die Sonne weiter und erreichte bald ihren Zenit. Traurig lächelnd schaue ich zu ihr hinauf, ich beneide dich so sehr, wie ich dich bemitleide. Du ziehst immer deinen gleichen Weg, stehst jeden Morgen auf und gehst jeden Abend unter. Du siehst so viele Wesen und wie ihr Leben vorbei zieht und doch bist du so einsam. Dein einziger Kontakt ist der Blick zum Mond, wenn er dich ablöst. Mein Leben zieht nicht diese Bahnen, doch ich habe das Glück immer wieder neue Lebewesen kennenzulernen, mein Leben mit ihnen zuteilen oder sie nie wieder zusehen. Ein Entschluss bildet sich in meinem Kopf, ich bin nicht wie die Sonne, ich darf selbst entscheiden, welche Personen ich in meiner Nähe halte. "Land in Sicht.", ruft niemand anderes als Lian, von der Treppe aus. Grinsend läuft er mit Runa im Schlepptau zur Brücke hinauf und zeigt in unsere Fahrtrichtung. Mein Blick wanderte in die selbe Richtung und ein Lächeln bildet sich wieder in meinem Gesicht. Tórshavn, die Hauptstadt von Färöer und ein Teil meiner Heimat, bildet sich am Horizont, während wir genau auf dieses zu segeln. Wir stehen noch einige Minuten an Deck und blicken in die Ferne, in welcher Tórshavn immer größer wird, bis Lian, Runa und ich uns schließlich aufmachen unsere Taschen zupacken. Unter Deck, verschwindet jeder in seinem Zimmer und ich packe schnell meine wenigen Kleidungsstücke in meine Umhängetasche, wobei ich mir meinen Umhang über die Schultern werfe und meine Waffen, an mir befestige. Schließlich stehe ich am Türrahmen und will gerade heraustreten, da drehe ich mich noch einmal um. Vorsichtig kraule ich Zenobio, während mein Blick ein letztes Mal, durch das Zimmer schweift. Alle möglichen Erinnerungen fliegen mir im Kopf herum, glückliche, angsterfüllte und peinliche. Wieder einmal muss ich Lächeln, mache mich aber dann doch auf den Weg nach oben, dort kommt mir bereits Jake entgegen, welcher ebenfalls seine Tasche packen muss. Ich stelle mich schließlich zu Runa und Lian und beobachte, wie Lian die Aeronaut, langsam in den Hafen segelt. Es ist ein atemberaubender Blick die Stadt wiederzusehen und eine angenehmen Wärme macht sich in meinem Herzen breit. Jake stellt sich schließlich ebenfalls zu mir und beobachtet Lian. Schließlich kommen wir zum Stehen und machen uns daran, dass Schiff zusichern. Dabei helfen uns einige Hafenarbeiter, indem sie die Taue entgegennehmen und sie festmachen. Nach einige Minuten können wir endlich die Treppe hinunter gehen. Als meine Füßen den Boden berühren, bekomme ich eine leichte Gänsehaut. Verrückt, ich kenne diesen Ort keine drei Tage und bin schon so stark mit diesem verbunden. Ich weiß noch wie, ich das erste Mal, nach einer längeren Fahrt, am liebsten den Boden umarmt hätte, doch mein Körper hatte sich schnell, an die neue Umgebung gewöhnt und nun beherrsche ich meinen Körper, auf der Erde, so gut, wie auf den Schiff und in der Luft. Mit meinen Freunden an meiner Seite mache wir uns auf den Weg zum Schloss und lassen die Aeronaut hinter uns, wahrscheinlich für eine lange Zeit. Zenobio zieht einige Blicke von Kindern auf sich, doch meine Freunde verdecken ziemlich gut die Sicht, sowohl auf meinen Greif, als auch auf mich. Wir folgen der Hauptstraße, zwischen den Häusern hindurch und den Berg hinauf. Die Häuser weichen langsam dem Wald und es werden immer weniger Wesen, um uns, bis wir schließlich in der Stille der Natur, den Pfad entlang gehen. Ich genieße die letzten Minuten mit meinen Begleitern, wer weiß was die Zukunft für uns bereithielt. Schließlich kommen wir am großen Tor an und die Wachen öffnen schnell diese, als sie uns erblicken. Schnellen Schrittes gehen wir in den Palast und folgen einem der vielen Gänge. Das wird noch eine Prüfung für mich, dieses Labyrinth zu verstehen. Schließlich kommen wir vor der großen und so bekannten Flügeltür an und schon bald öffnet sich diese und lässt uns den großen Thronsaal erblicken, an deren Ende mein Vater in seinem Thron sitzt. Lächelnd steht mein Vater auf und öffnet seine Arme, als Symbol, dass er uns willkommen heißt. Vor ihm stehend, verbeugen wir uns, wobei meine Freunde, sich um einiges tiefer verbeugen müssen als ich. "Meine Tochter wie schön ist es, dich wieder zusehen. Wie war deine Reise, mein Kind, sag was hast du gelernt.", spricht König Rayloy zu uns. Mit einem weiter Knicks trete ich nach vorn und sage: " Vater, es ist auch schön dich wieder zusehen. Mit meinen Begleitern hatte ich eine sehr interrasante Reise. Wir haben viele verschiedene Orte besucht, wie die Handelsstadt Vestmanna oder die Stadt der Elfen Toftir. Wir besuchten sowohl die Bevölkerung, als auch Adlige, wie das Parlament oder die Botschaft in Toftir. Ich durfte viel über das Land und seine Bevölkerung lernen, aber auch viel über mich selbst". "Das ist sehr schön Kathlin und du Jake, hast meine Forderungen mehr als erfüllt, wir werden nachher noch einmal sprechen. Krieger Runa und Lian, ich danke ihnen, dass sie an der Seite meiner Tochter waren, sie sind jederzeit in meinem Palast willkommen und dürfen auch noch eine Weile bleiben. Jedoch würde ich gerne noch ein wenig mit meiner Tochter alleine reden. Ein Soldat wird ihnen ihre Zimmer zeigen.", spricht mein Vater und schickt somit Lian und Runa, sowie Jake hinfort. Mit einer verabschiedenden Verbeugung, müssen sie dem König gehorchen. Doch Runa lässt es sich es nicht nehmen, mich noch einmal in die Arme zunehmen und mir zuzuflüstern: "Wir werden uns sehen". Traurig lächelnd schaue ich ihr nach, wie sie mit den Anderen, den Raum verlässt, bis mein Blick wieder zum König schwenkt. "Was möchtest du mit mir besprechen.", frage ich ihn und schaue gespannt zu ihm hinauf.

1250 Wörter ✔️

The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt