Die Nacht wollte Jake durchfahren und so liege ich wenig später alleine in der Hängematte. Doch auch nach einer Stunde drehe ich mich nur kraftlos in meinem Bett umher. Ich hatte in den letzten Tagen einige Male alleine geschlafen, doch war ich jedes Mal so erschöpft, dass ich gar nicht darüber nach gedacht hatte. Stöhnend schlage ich meine Augen auf, wie soll das nur werden wenn ich wieder im Schloss wohnen würde. Genervt stehe ich auf und nehme meine Decke an mich, um dann die Stufen hinauf zur Brücke zugehen. Jake schaut mich erst etwas verwirrt an, als ich zu ihm komme, nimmt es aber ohne Worte hin. Langsam lasse ich mich angelehnt an die Reling auf den Boden nieder und beobachte, eingekuschelt in meiner Decke, die Sterne. Mit der Sicherheit, dass Jake neben mir ist, überfällt mich recht schnell die Müdigkeit und ich schlafe unter dem klaren Sternenhimmel ein.
Am nächsten Morgen wache ich, an weiches Fell gekuschelt, auf. Die Sonne blendet mich leicht, als ich meine Augen aufschlage, doch ich stelle schnell fest, dass ich noch immer auf der Brücke liege. Das Schiff ist im Hafen angekommen und Jake hat sich in seiner Wolfsform zu mir gelegt. Verträumt streichele ich durch sein Fell, während ich zuschaue, wie die Sonne langsam aufgeht. So vergehen einige Minuten, bis sich Jake rührt und langsam seinen Kopf hebt. Müde schaut er zu mir auf, steht aber schließlich auf, um sich zurück zu verwandeln. Als er wieder in seiner menschlichen Gestalt vor mir steht, hält er mir seine Hand hin, welche ich dankend annehme und mich hochziehen zulassen. Nebeneinander stehend, schauen wir auf die Insel, welche vor uns liegt. "Die Insel welche wir heute besuchen, heißt Svínoy. Sie ist eine der wenigen Inseln, welche am Rand des Schutzwalls existieren und somit extra Schutz benötigt. Neben dieser liegen nur noch unser zwei letzten Ziele, im Magie schwachen Bereich. Du musst dir die Barriere wie einen Schnur aus Magie vorstellen, welche sich um unsere Inselgruppe zieht. Jedoch wird die Magie immer schwächer, je weiter sie ins Meer geht. Wenn also, wie hier in Svínoy, die Barriere direkt an der Insel entlang geht, kann ein mental starker Mensch es bis an die Küste schaffen und dort ein Blick auf unsere Gesellschaft erhaschen." spricht Jake. Nachdenklich schaue ich vor mich hin und frage: "Kann man die Barriere nicht noch einmal verlegen"? " Nein das ist leider nicht möglich, die Masse an Magie, welche dabei in Anspruch genommen würde, besitz keiner mehr, nicht einmal die Erschafferin des Walles.", beantwortet mir Jake mein Frage und sagt damit genau das, was ich bereits befürchtete. Nickend schaue ich auf Svínoy, dass wird bestimmt ein interessanter Ausflug.
Mit Schwung drehe ich mich um und rufe noch ein: " Ich bereite das Frühstück vor.", bevor ich unter Deck verschwinde. Bevor ich jedoch in die Küche gehe, mache ich mich noch einmal frisch.
Schließlich in der Küche angekommen, übernehme ich noch einmal Jakes Idee mit dem Porige, doch in meiner verfeinerten Variante. Alles ordentlich in Schälchen gefüllt und mit Gewürzen und Obst dekoriert, stelle ich jedem eines an den Tisch und läute die große Glocke. Einige Minuten später, sitzen alle am Tisch und essen ihr Frühstück, während Lian und Runa es wieder schaffen die Stimmung aufzulockern und sich mit mir über alles mögliche unterhalten. Sie gaben mir auch einige Ideen für Tiergestalten, welche ich ausprobieren wollte, sobald ich Zeit hatte.
Nach dem Frühstück machen wir uns schließlich auf den Weg in das Dorf, wobei meine Freunde drauf bestehen ihre Waffen mitzunehmen. So macht sich unsere Truppe auf, durch das Dorf hindurch, bis hin zu einem Steinwall. Verblüfft schaue ich diesen hoch, er ist nicht sonderlich groß, doch es reicht, um das Dorf dahinter abzuschirmen. Ein Soldat patrouilliert an dieser entlang, bis er uns entdeckt und auf uns zukommt. Als er uns erkennt, salutiert er vor uns und als meine Kameraden, dem gleichtuen, beginnt er zusprechen: "Was gibt mir die Ehre, sie hier willkommen zu heißen"? Jake übernimmt das Reden und antwortet: " Wir möchten der Kronprinzessin die Lage an den Küsten zeigen". Nickend dreht sich der Soldat um und führt uns zu einem kleinen Durchgang. Still folgen wir ihm, bis auf die andere Seite, auf welcher sie der Soldat umdreht und uns den Blick auf etwas magisches ermöglichtet. Fasziniert beobachte ich, was sich vor mir abspielt. Die Mauer, welche auf der einen Seite so grau und moosbewachsen wirkt, ist auf dieser Seite ein magisches Bild von einer färöischen Landschaft. Egal wie ich meinen Kopf bewege, dass Bild bewegt sich mit und wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, dass auf dieser Insel nichts als grüne Wiesen und Hügel existieren. "Dieses Bild erschufen einige einheimische Magier, als Gegenleistung dafür, dass sie hier Schutz suchen konnten. Seitdem gab es nur noch wenige Fälle von Seeleuten, welche hier strandeten und wenn doch werden sie von einer Scharr vermeintlicher Seehunde zurück auf ihr Schiff gejagt. Somit haben wir einen relativ sicheren Plan ungebetene Gäste von unseren Inseln fernzuhalten.", erklärt mir der Soldat und überrascht über diese einfallsreiche Lösung nicke ich anerkennend. "Schiff in Sicht.", kommt es plötzlich von der Seite des Dorfes. Schnell scheucht uns der Soldat wieder ins Dorf und verschließt den Eingang hinter uns, mit einem merkwürdig aussehenden Schlüssel. Aufgeregt warte ich darauf, was als nächstes passiert, während Runa sich in einen Falken verwandelt und von oben Ausschau hält. Plötzlich kommt mir eine Idee, mit großen Augen drehe ich mich zu Jake und frage unschuldig: " Darf ich auch?", während ich zu Runa zeige, die ihre Kreise über uns zieht. Jake schaut mich erst zweifelnd an, nickt dann aber. Freudig schließe ich schnell die Augen und rufe nach einem Kaiseradler, welcher mir gerade einfällt. Es dauert keine Sekunde, da sitze ich in dessen Körper auf den Boden. Ich breite meine Schwingen aus und erhebe mich mit einem starken Schlag dieser. In einer bizarr schnellen Geschwindigkeit schieße ich in den Himmel zu Runa, welche mich bereits in ihrem Blick hat. Neben ihr angekommen segeln wir zusammen über dem Schiff und beobachten die Seeleute. Es ist ein fantastisches Gefühl, so hoch oben zufliegen, aber noch viel interessanter ist die Reaktion der Menschen auf dem Boot. Zuerst segeln sie direkt auf die Insel zu, doch sie schütteln immer wieder den Kopf, als müssten sie den Zwang abschütteln umzukehren. Doch als einer durch ein Fernrohr sieht und kein Leben auf der Insel erkennt, gibt er den Befehl dran vorbei zufahren. Der Kapitän kann nun dem Verlangen nach gehen und dreht ab, so dass das Schiff weiter nach Norden schwimmt. Innerlich kichere ich, drehe aber dann mit Runa auch ab. Ein Instinkt lässt mich auf den Boden zuschießen, während Adrenalin durch meine Adern gepumpt wird. Erst kurz vor dem Aufprall öffne ich meine Flügel und wenige Zentimeter vor dem Boden, verwandele ich mich zurück und lande auf meinen Füßen. Ein Glücksgefühl durchströmt mich, zum einem wegen dem Adrenalin und zum Anderen weil die Verwandlung so gut gelungen ist. Lächelnd drehe ich mich zu Jake, welcher mich etwas böse anschaut. Verlegen kratzte ich mich am Hinterkopf, vielleicht hätte ich es doch nicht so übertreiben sollen.
Nach einigen weiteren Gesprächen mit den dort lebenden Soldaten und viele abenteuerliche Geschichten später, machen wir uns zum Nachmittag zurück auf die Aeronaut.
1203 Wörter ✔️
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The legends of tomorrow
FantasiaTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
