Als das Adrenalin langsam meinen Körper verlässt, wird mir erst klar wie gefährlich die Situation eben gewesen war. Doch ich hätte das Fliegen sowieso erlernen müssen, dass das nun so dramatisch passieren musste, war einfach ein unglücklicher Zufall mit dem ich jetzt leben muss. Vorsichtig stehe ich auf und muss bemerken, dass meine Beine noch immer zittern. Was dazu führt, dass ich wieder einknicke. Mich mit meinem Schicksal abfindend, setze ich mich also in den Schneidersitzt und betrete wieder mein Unterbewusstsein. Ein fröhliches Zwitschern lässt mich nach oben schauen und lächelnd erkenne ich, wie mein neuer Kamerad, über mir fliegt. Mein Blick gleitet über die Tiere und ich muss feststellen, dass ich bereits zwei Säugetiere und einen Vogel herauf beschworen hatte. Mit dem Willen eine andere Tierart zurufen, fordere ich ein Panzergürtelschweif, als Vertreter der Amphibien. Es dauert eine Weile, bis ich das kleine Wesen erkennen kann. Es rennt durch die Wiesen, bis zu mir, wo ich es vorsichtig auf meine Hand hebe. Es ist ein Wesen, welches genauso aus einer Sage kommen könnte. Es ähnelt nämlich stark einem kleinen Drachen, mit seiner schuppenartigen Haut und dem Gesicht einer Eidechse. Es starrt mich aus seinen kleinen Knopfaugen an und als ich es in meine Nähe führe, schmiegt es sie vorsichtig an meine Wange. Das bekannte Gefühl zieht durch meinen Körper und mit der Ankunft in der Realität, befinde ich mich in dem kleinen Körper. Das neue Gefühl auskostend renne ich auf dem Schiff auf und ab und bewundere dabei die Schnelligkeit, welche dieser Körper hervorbringen kann. Nach dem ich auch meine letzten Kraftreserven aufgebraucht hatte, setze ich auf der Reling und genieße den Sonnenuntergang. Ich habe seit dem Mittag kaum etwas mehr von Jake und Runa mitbekommen und nur Lian sehe ich einige Male beim Ruder. Also mache ich mich nach dem die Sonne untergegangen war auf den Weg, um Jake zu suchen. Ich weiß selbst nicht genau, warum ich zu ihm will, schließlich hätte ich genauso gut zu Lian auf die Brücke gehen oder Runa suchen können. Doch es zieht mich zu Jake und ohne weiter groß darüber nachzudenken, folge ich diesem Verlangen. Ich schaue in den Gemeinschaftsräumen und in der Küche, doch schlussendlich finde ich ihn in seinem Zimmer. Ich hatte einfach an dieser geklopft und nach einem "Herein" die Tür geöffnet. Nun stehe ich etwas verloren im Türrahmen und beobachte Jake wie er am Schreibtisch sitzt und sich einige Notizen macht. Schließlich habe ich keinen Grund ihn aufzusuchen und doch überwinde ich mich und gehe einige Schritte in den Raum hinein. Jake hat mich wahrscheinlich sowieso schon entdeckt, da wäre es egal wie konzentriert er war. Ohne ein Wort zusagen, stelle ich mich zu ihm und schaue über seine Schulter, auf die Papiere die vor him liegen. Doch wirklich was erkennen kann ich nicht, außer einer Zeichnung eines Wolfes, denn er packt die Dokumente schneller weg, als ich hätte anders reagieren können. Forschend schaut er zu mir hoch und mir fällt nichts besseres ein, als entschuldigend, lächelnd einige Schritte zurück zugehen. Er schaut mich noch kurz prüfend an, dann holt er einige Zahlungsbücher heraus, um daraus ebenfalls Notizen zumachen. Jedoch verstehe ich davon noch weniger, also gehe ich zu der kleinen Waschschale und mache mich bettfertig. Jakes Anwesenheit ignorierend ziehe ich meinen Rock aus und lege mich in Hemd und Leinenhose in die Hängematte. Leise kuschele ich mich in die Tagesdecke und beobachte Jake dabei, wie er seinen Aufgaben nachgeht, während meine Augen immer schwerer werden und ich schließlich im Dämmerlicht der Kerze einschlafe.
Das erste was mir am nächsten Morgen auffällt, ist das die Aeronaut still im Wasser schwimmt. Neugierig löse ich mich aus Jakes Griff und ziehe mir meine Gewänder an, bevor ich einen Blick durchs Bullauge wage. Die Sonne geht gerade auf und wagt sich hinter der kleinen Stadt empor. Doch es ist nicht nur der Anblick der Stadt, sondern auch das riesige perlweiße Gebäude, welches meinen Blick gefangen hält. Es hat die gleiche majestätische Ausstrahlung wie das Schloss und doch wirkt es so viel mächtiger, trotz das es um einiges kleiner ist. Jake zu wecken wage ich mich nicht, also mache ich mich alleine auf den Weg auf das Deck. Dort erwartet mich bereits Lian, welcher alleine die Taue anknotet. Schnell renne ich zu ihm und frage, ob ich helfen kann. Dankend nimmt er mein Angebot an und so machen wir uns daran, dass Schiff zusichern. Besonders freue ich mich, als ich auch eines der Segel einholen dürfen, wobei sich jedoch wieder meine schmerzenden Muskeln bemerkbar machen. Als wir fertig sind , fängt mein Magen synchron mit dem von Lian an zu knurren. Lachend wollen wir uns gerade auf den Weg ins Innere des Schiffes machen, da kommen bereits Jake und Runa aus diesem. Dabei unterbricht Jake unseren Plan, als er sagt:" Wir werden uns in wenigen Minuten auf den Weg in die Stadt machen und dann auch in Blankskáli frühstücken". Mit neuen Absichten gehe ich also in mein Zimmer und holte meinen Umhang, da es doch sehr frisch geworden ist über die Tage. Wieder auf dem Deck warte ich noch auf meine Freunde, welche sich teilweise noch ihre rüstungsartige Kleidung anziehen müssen. Als wir wieder vollständig sind, gehen wir von Bord und betreten die Stadt. Sie ist kleiner als die Städte, welche ich bereits gesehen hatte, doch bestimmt genauso belebt. Wir sind nicht lange unterwegs, als wir in einem kleinen Café pausieren und unser Frühstück bestellen. Ein netter Kellner mit Brille und verwuschelten Haaren, nimmt unsere Bestellung auf, und zwinkert mir dabei zu. Ich errötete dabei, da ich es keinesfalls erwartet hatte. Als er uns das Essen bringt und sich dabei besonders zu mir beugt, knurrt Jake laut auf. Es wird sofort still im ganzen Laden und beschämt verstecke ich mich hinter meinen Händen. Doch es hat wohl den richtigen Effekt nach Jake, denn der Kellner traut,sich seit dem nicht einmal mich mehr als fünf Sekunden anzuschauen. Mit einem gespielt bösen Blick schaue ich zu dem Verursacher, doch der schaut mich nur mit seiner unschuldigsten Miene an. Ich kann nicht abstreiten, dass diese seine Wirkung zeigt und so esse ich schmollend meine Eierkuchen.
Nachdem wir aufgegessen hatten, machen wir uns auf den Weg zu dem Mittelpunkt der Stadt und somit direkt auf das große Gebäude zu. Je näher wir dem kirchenähnlichen Gebäude kommen, desto prunkvoller kommt es mir vor. Schließlich erreichen wir die großen Tore, welche erstaunlicher Weise offen stehen und treten durch diese hindurch. Der Anblick, welcher mich dort erwartet ist noch beeindruckender, als der von draußen. Die riesige Halle ist in weiß und rosa Tönen gestaltet, mit einigen Goldfragmenten beschmückt, bei welchen ich keine Zweifel habe, dass sie echt sind. Doch am fasziniertesten sind die einzigartigen Gemälde an der Decke, welche immer wieder meine Blicke auf sich ziehen. Allgemein weiß ich sowieso nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Wir schreiten den langen Mittelgang entlang bis nach vorne zu einer Art Altar, auf welchem bereits viele Kerzen brennen. Dabei hallen unsere Schritte in jeder Ecke wieder. Vorne angekommen beginnt Jake zusprechen: " Dieser Tempel wurde zur Ehre unser Göttin errichtet, als Erschafferin jedes Wesens, gedenken ihr viele dieser Orte , verteilt in den Ländern. Doch meist in viel kleineren Ausmaßen, da so gut wie überall die Menschen leben. Wesen kommen hierher, um sich Unterstützung zu holen oder um Schutz zu suchen. In jedem Fall bietet dieser Ort einem eine Möglichkeit sich selbst zu finden. Es wird für dich ungewohnt sein, doch irgendwann wirst auch du die Verbindung der Wesen erkennen. Fühl dich aber nicht dieser Religion aufgezwungen, denn du wirst auch von ihr geliebt ohne an sie zu glauben". Während ich in Gedanken versunken bin, führt uns Jake zu einer der Bänke, auf welche wir uns setzten. An die Existenz von Göttern zu glauben fällt mir nach der Begegnung mit der Natur nicht wirklich schwer und doch ist es ein komisches Gefühl. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich an ein Wesen beten kann, welches ich erst vor wenigen Tagen kennengelernt hatte.
Einige Zeit und vielen Gedankengänge später verlassen wir die Kirche wieder und machen uns auf den Weg die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Dabei laufen wir an einigen hölzernen Ständen vorbei, auf welchen dutzende Kerzen langsam abbrennen. Jake erklärt mir, dass dies die genannten kleineren Gebetsstände sind für die Familien. Noch weiteren atemberaubende Blicke lassen mich den ganzen Tag durch die Stadt laufen, so das wir erst spät am Abend zurück auf die Aeronaut kommen. Nach einem schnellen Abendbrot, fall ich erschöpft in die Hängematte, um meine schmerzenden Füße zu beruhigen. Es dauert keine Minute, in welcher ich mit dem Blick auf die Gebetsstätte einschlafe.
1438 Wörter ✔️
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The legends of tomorrow
FantastikTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
