Die Sonne hat ihren Höhepunkt erreicht und erhitz das Deck, auf welchem wir sitzen, wie es im Spätsommer so üblich ist. Seit einer Stunde sitzen Lian, Runa und ich auf der Brücke und spielen ein Kartenspiel, welches wir unter dem Deck gefunden hatten. Jake hatte darauf bestanden auch noch die restliche Fahrt das Ruder zu übernehmen und Lian lässt ihm mit Vergnügen die Oberhand. Also spielen wir bereits die vierte Runde, während Jake schweigend Richtung Färöer fährt. Die Nereiden haben uns bereits vor einigen Kilometern verlassen. Leicht Müde von der Hitze schließe ich meine Augen. Wir werden bald in Färöer ankommen, doch was wird mich dort erwarten. Werde ich auf den Inseln mein Ziel erreichen? Ich höre wie Runa die Karten wieder einsammelt, sie diesmal aber bei sich behält. Dafür holt Lian irgendwas aus einer Kiste. Das leise Knistern lässt mich meine Augen wieder öffnen. Neugierig schaue ich auf die Karte, welche Lian herausholt. Sie scheint schon etwas älter und leicht gelblich verfärbt. Ein alter Schriftzug verriet, dass es sich um eine Landkarte von Färöer handelt. Sie zeigte die einzelnen Inseln, welche sich zu einer Inselgruppe schließen. Den Blick von der Karte lösend, suchen Lians Augen das Meer ab. Diesen Blick folgend, erkenne ich bald, was Lian gesucht hat. Die ersten Umrissen von Färöer sind zusehen. Als wir einige Kilometer vor der Inselgruppe langsamer werden, bekomme ich ein komisches Gefühl in der Magengegend. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass ich mich gerade fünfzig Mal gedreht hätte. Doch so schnell wie es gekommen war, ist das Gefühl auch wieder verschwunden. Leicht runzele ich die Stirn und schaue meine Mitreisenden einmal rundum an. Runa wird auf meinen Blick aufmerksam und klärt mich auf: "Das was du gerade gespürt hast, war die Barrikade. Sie wurde von einer mächtigen Hexe geschaffen, damit sich keine Menschen hierher aufmachen. Sie kehren meist verwirrt zurück, wenn sie der Insel zu nahe kommen, während die Fabelwesen einfach hindurch reisen können. Du verspürst die leichten Nebenwirkungen, weil du dein ganzes Leben unter den Menschen verbracht hast. Es wird schon irgendwann weggehen." Ich verstehe das Meiste, doch bleibt mir ein Gedanke im Kopf hängen, Wieso geht es mir nicht wie die anderen Menschen? Wie komme ich durch diese Barrikade? Eine Idee durzuckt meine Gedanken. War ich etwa auch ein Wesen? Nein, ich verwarf die Idee, wieso sollte ich? Ich hatte noch nie Symptome für eine Wesensart gezeigt und geschweige denn einer meiner Verwandten, zumindest die ich kannte. Und doch bleibt dieses Gefühl, dass ich mit meiner Idee gar nicht so falsch liege. Den Kopf schüttelnd wende ich mich wieder Richtung Färöer. Wir fahren an den hohen Klippen vorbei und ich staune, als ich an einer Ecke einen Wasserfall entdecke. Doch wir fahren weiter, immer weiter an kleineren Inseln vorbei, bis zu einer der größten Inseln. Sie eröffnet sich dem Meer mit einem großen Strand, an welchem einige Schiffe angelegt haben. Auch wir fahren in diese Richtung, bis kurz vor den improvisierten Hafen. Dort tauscht Jake und Lian wieder Positionen. Es ist anscheinend doch etwas schwer so ein großes Schiff in den Hafen zubringen und schließlich ist es immer noch Lians Schiff. Mit einem leichten Ruck ankern wir an einer freien Stelle.
Nach einigen Minuten haben Lian und Jake das Schiff fest gemacht, während Runa hoch oben in den Masten geklettert ist und die Segel befestigt hat. Ich fühle mich etwas nutzlos und bleibe so einfach an der Reling stehen und warte auf die Anderen. Vielleicht lerne ich bei der nächsten Fahrt, wie ich helfen kann. Moment, nächste Fahrt? Was erhoffe ich mir da? Ich hatte meine Begleiter in den letzten Tagen wohl doch ziemlich ins Herz geschlossen. Runa und Jake kamen schließlich ebenfalls zu mir an die Reling, während Lian das Brett holt, mit welchem wir vom Schiff kommen wollen. Mit viel Schwung schiebt Lian das Brett auf die Seite des Strandes und verbeugte sie vor uns: " Ladies first.", richtet er sich an Runa und mich. Runa lässt sie das nicht zweimal sagen und läuft schon die Treppe hinunter. Ich lasse es dann doch etwas vorsichtiger angehen. Mit den ersten Schritten auf der Insel durchfährt mich eine Welle aus Wärme. Es ist ein unglaubliches Gefühl, eines das ich auf eine ähnliche Weise bei Jake gefühlt hatte. Ich mache noch ein paar Schritte weiter, bis mir verstehe was für ein Gefühl mich durströme. Mich durzuckt der Gedanke wie ein Blitz.
Ich bin zu Hause.
738 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasíaTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
