Chapter 29

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Verwirrt stehe ich in einem der vielen Gänge des Schlosses. Die Wände sind weiß und der Fußboden mit einem roten Teppich ausgelegt. Außerdem hängen an den Wänden riesige Bilder von Landschaften oder wichtigen Menschen, welche mir so unbekannt sind, wie alles was die letzten Tage passiert ist. Zusammengefasst sieht dieser Gang genauso aus wie jeder andere, den ich bereits durchschritten bin. Nachdenklich versuche ich meine letzten Schritte zu konstruieren. Nach dem wir über zwei Stunden gefrühstückt hatten, wollte ich zurück in mein Zimmer. Jedoch stand die Wache, welche mich bereits zum Frühstück gebracht hatte nicht vor der Tür, geschweige denn irgendeine andere Person. Daraufhin fragte ich den König wie ich zu meinem Zimmer käme, dieser gab mir auch eine Beschreibung. Jedoch ließ diese mich nur unabsichtlich eine Erkundungstour durch das Schloss machen. Zufällig öffne ich eine weitere Flügeltür. Wahrscheinlich würde sie mich in den nächsten Gang führen. Das war nämlich noch so eine bescheuerte Idee der Architekten, wenn du denkst du öffnest eine Tür zu einem Raum, kann es passieren, dass du nur in einem weiteren Gang landest. Oder du gehst einen dieser ewig langen Gänge ohne Türen entlang, um am Ende in einer Sackgasse zustehen. Das war doch zum Mäuse melken.

Jedoch lässt mich diese Flügeltür doch etwas überrascht stehen, denn vor mir erstreckt sich, über mehrere Etagen, eine majestätische Bibliothek. Sie hat etwas Uraltes an sich und ich kann, das schwere Wissen was diese Bücherei in sich herbergt, fast spüren. Ehrfürchtig gehe ich einige Schritte in den Raum und schaue mich um. Staunend begebe ich mich zu einem der vielen Regale und überfliege die Buchrücken, einem nach dem anderen. Die meisten scheinen über die Geschichte verschiedener Länder zu sein und überraschenderweise über deren Legenden. Es gibt außerdem eine ganze Regalseite nur mit Notizen. Plötzlich höre ich etwas rascheln. Ich schaue mich verwirrt um, kann aber nichts Ungewöhnliches erkennen. Also laufe ich einen Gang weiter und da erkenne ich wo das Geräusch herkam. Vor mir steht niemand anderes als Jake mit einem Buch in der Hand. Automatisch bildet sich bei mir ein Lächeln, denn irgendwie bin ich froh ihn wieder zusehen. Doch im selben Moment erinnere ich mich daran, wie er mich einfach bei meinem Vater abgeliefert hat und mich dann alleine gelassen hatte. Wütend verziehe ich mein Gesicht. "Jake", knurre ich. Überrascht schaut er zu mir auf. Er war wohl sehr vertieft in dem Buch, sonst hätte er mich schon auf Meilen gehört. Als er mein wütendes Gesicht sieht, geht er automatisch einen Schritt zurück. So ist es richtig, hab ruhig Angst vor mir. Im Inneren weiß ich zwar, dass er viel zu stark ist, um jemals Angst vor mir zu haben. Dennoch entsteht bei mir durch seine Aktion und meine Emotionen ein starkes Selbstvertrauen. Ein Plan schmiedet sich in meinem Kopf. Auf einmal ziehe ich meine Mundwinkel nach unten und kräusele meine Stirn, auch eine einzelne Träne kann ich herausdrücken. Der Blick von Jake wird tatsächlich besorgt und er fragt fast fürsorglich: "Kathlin was ist los? Es tut mir Leid, okay"? Darauf setzte ich noch eins drauf und beginne zu schniefen: "Wie konntest du mich einfach dort alleine stehen lassen? Ich hatte furchtbare Angst und konnte bei niemand Schutz suchen. Ich habe dir vertraut". Um dem ganzen noch die Krone auf zusetzten schaue ich auf den Boden und lasse noch eine Tränen kullern. Aus dem Augenwinkel sehe ich wie er einen verzweifelten Versuch macht auf mich zu zugehe, bleibt aber dann doch stehen. "Es tut mir furchtbar leid Kathlin.", versucht er sich zu erklären:" Es stimmt es war meine Aufgabe dich hier herzubringen, denn ich bin Soldat des Königs und sein Berater. Ich dachte es wäre schon alles gut, schließlich kenne ich den König schon sehr lange und weiß dass er niemals jemanden Schaden will. Ich dachte nur ich wäre fehl am Platz und da ja in diesem Sinne die Reise vorbei war, hätte ich auch keinen Platz mehr in deinem Leben. Und, ach ich weiß auch nicht. Ich weiß nur jetzt dass es falsch war und ich bei dir hätte bleiben sollen". So viel hatte ich ihn noch nie reden gehört, noch nicht mal bei seiner Familie. Die Verzweiflung in seiner Stimme scheint auch echt und das was er sagte, berührt mich tief. Also gebe ich meine Fassade auf. Vorsichtig lächelnd schaue ich zu ihm auf und spreche beruhigend auf ihn ein, " Jake, es ist alles gut. Ich kam auch sehr gut ohne dich mit dem König zurecht. Ich bin nicht so schwach wie du manchmal denkst. Keine Sorge, dass eben war nur geschauspielert. Es war tatsächlich etwas schwer, all diese Informationen zu verstehen, aber ich komme langsam damit zurecht. Außerdem stimmt es nicht, dass du in meinem Leben keinen Platz mehr hast. Du hast mir diese fantastische Welt hier gezeigt und so wirst du in meinem Leben immer eine Rolle spielen. Und mit der Aussage, dass unsere Reise vorbei ist, liegst du auch nicht ganz richtig. Ganz im Gegenteil sie hat gerade erst angefangen. Aber dazu später mehr". Während meiner kleinen Rede hellt sich Jakes Gesicht immer mehr auf und ich glaube sogar ein kleines Grinsen gesehen zu haben. Mit einem Augenverdrehen gibt er mir zu verstehen, dass wieder alles gut zwischen uns ist. So langsam weiß ich, wie man ihn lesen muss.

Neugierig spricht er mich darauf an, was ich gesagt hatte, " Was meinst du denn damit, dass unsere Reise noch nicht vorbei ist"?

"Nun da habe ich mir folgendes drunter vorgestellt.", beginne ich zu erklären: " Wenn ich schon Kronprinzessin werde, dann möchte ich wenigstens etwas von meinem Land kennenlernen und du wirst mir dabei helfen, den König von meinem Plan zu überzeugen". "Warum ich?", fragt Jake verwirrt. "Nun, wie du bereits gesagt hast, bist du einer seiner Berater und so wie ich es mitgekriegt habe, einer der besonders geschätzten. Vater wird deine Meinung erst nehmen. Außerdem meintest du bist du Soldat und wie die Wachen gesagt haben Offizier, also kannst du mich auf meiner Reise auch noch super beschützen.", spreche ich aus was ich denke. Siegessicher lächele ich ihn an. Schließlich gebe ich noch dazu: "Außerdem schuldest du mir etwas, weil du mich vor dem König alleine gelassen hast". "Aber du meintest doch, es wäre nicht schlimm gewesen.", versucht er sich heraus zureden. Stoppt sich aber selber, als er meinen Blick sieht. "Du würdest dich davon nicht abbringen lassen, richtig? Egal ob ich mit komme oder nicht.", gibt er hinzu. Zustimmend nicke ich und er seufzt nur einmal kraftlos. Dann stellt er sich wieder gerade hin, legt sein Buch zur Seite und stimmt meinem Plan zu, "Na gut, dann komme ich halt mit". Lächelnd antwortete ich ihm: "Ich habe auch gar nichts anderes erwartet".

1114 Wörter ✔

The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt