Geschickt springe ich in das Moos unter mir, welches jegliche Geräusche verschluckt. Einmal schaue ich noch zu dem Lager hinter mir, dann renne ich, in meiner Wolfsgestalt, hinaus in den Wald und in die unendlich wirkende Finsternis. Meine Freunde neben mir, verschwinden wir aus der Reichweite der Menschen und jagen an den dunklen Tannen vorbei. Am heutigen Tag hatten wir wirklich nichts mehr herausbekommen, weder was ihr Ziel wir, noch wie sie dieses angreifen wollten. Es wirkt fast so, als wüssten sie selber nichts von einem Angriff, doch ein ungutes Gefühl bleibt mir erhalten. Ich kann die Sorgen, um die Bevölkerung von Färöer nicht komplett ersticken und würde es auch nie tun können.
Das Mondlicht weist uns den Weg und wir folgen dem unsichtbaren Pfad, durch den Wald ohne Zögern. Wir hatten uns den Tag über abwechselnd schlafen gelegt, so dass wir nun alle die Strecke über Nacht überstehen können.
Es dauert weitere zwei Stunden bis wir dem Wald entkommen können und schließlich am offenen Meer ankommen. Ein sandiger Weg führt uns hinunter zum Strand. Aufbrausender Wind umschmeichelt unser Fell und selbst Lian streckt sein Gesicht in Richtung der frischen Brise. Es tut uns allen gut, ein Stück näher an unserem zu Hause Zusein und dieses Gefühl durchströmt uns alle am Meer, nur wenige Kilometer entfernt von unserer Heimat. Jedoch müssen wir zunächst zu unserem Boot, wir drehen nach rechts ab und machen uns daran den Umweg wieder einzuholen. Schwer stießen sich unsere Pfoten vom einsinkenden Boden ab und jeder Schritt lässt die Muskeln verkrampfen, doch es zieht uns immer weiter am Meer entlang. Uns umspülen leichte Wellen und der Wind weist uns den Weg, bis wir schließlich nach einer weiteren Stunde bekanntes Gebiet betreten. Immer näher kommt das kleine Cottage, welches den Zoll Eintreibern Unterkunft bietet. Bis wir schließlich am Holzboot ankommen, welches sanft von den Wellen umher gestoßen wird. Zunächst überlege ich dem alten Wandler einen Besuch abzustatten, doch ist es zu gefährlich, dass Soldaten bei ihm nächtigen, welche ebenfalls auf der Suche nach uns sind. Seufzend verwandele ich mich zurück und steige mit meinen Kameraden in das schwankende Segelschiff. Im Licht des Vollmondes segelen wir endlich in Richtung Hollandstoun. Seufzend sitze ich auf dem Boden und lehne mich an die hölzerne Reling, während meine Finger beruhigend durch die Federn von Zenobio streichen. Das klare Wasser schlägt immer wieder gegen den Bauch den Bootes und bringt uns leicht vom Kurs ab, doch als die Sonne den Mond ablöst, kommen auch wir der Hafeninsel immer näher.
Mit einem dumpfen Ton dockt das Schiff an dem Hafen an und im Schein der ersten Sonnenstrahlen betreten wir die Insel. Mit zielstrebigen Schritten durchqueren wir die Gassen, bis zum versteckten Anlegeort. Nach nur wenigen Minuten haben wir, dass Schiff gewechselt und sind dabei die Seile zu lösen. Die Sonne ist nicht mal vollkommen aufgegangen, da geht es für uns schon weiter. Doch langsam macht sich die Müdigkeit bei mir breit. Mit letzter Kraft verwandele ich mich in meine Polarfuchsform und lege mich zu Jake, welcher nachdenklich an der Reling steht und in die Ferne schaut. Doch sobald er meine Präsenz bemerkt, schaut er zu mir herunter. Beruhigende Augen blicken in meine und keine Sekunde später legt er sich in seiner Wolfsform neben mich. Mit vorsichtigen Bewegungen schmiege ich mich an ihn und schließe meine Augen, um in einen erholsamen Schlaf zufallen.
Auch die Tage auf dem Schiff vergehen wie im Flug, wobei wir entweder unsere Fähigkeiten im Kampf trainieren oder ich Zenobio weiter ausbilde. Zwischendurch versuche ich mich immer Mal wieder zu entspannen. Jedoch ist dies nicht gerade einfach, wenn man schon seit einen halben Jahr jeden Tag in Aufruhe ist. Das Meer ist ruhig und zeigt keine Anzeichen von Unruhen, wie es im Herbst war. Der Frühling spiegelt sich immer mehr in der Natur und ich freue mich bereits auf die blühenden Tage, welche kommen werden. Ich hatte bereits im Winter bemerkt, dass die Insel der Gestaltwandler eine starke Bindung zur Natur hat und deswegen in verschiedensten Weisen wunderschön sein kann. Im Herbst zeigten sich laubbedeckte Allen und Wäldern in orange und rot Tönen, im Winter entstanden eingefrorene Wasserfälle und Eiskristalle an den Häuserwänden und nun zeigen sich im Frühjahr die ersten Blüten. Mutternatur gibt sich wirklich alle Mühe das Leben auf Färöer strahlen zulassen. Seufzend lehne ich mich an die Reling und beobachte, wie der kleine Landstrich am Horizont immer größer wird und unsere geliebte Heimat preisgibt. Keuchend stütze ich mich an den Holzbalken ab, als wir die Barriere übertreten. Ich bin es noch immer nicht gewöhnt und mein Magen dreht sich unheilvoll. Doch wie beim ersten Mal verschwindet das ungute Gefühl so schnell, wie es gekommen war. Ich spüre wie Jake sich hinter mich stellt, seine Wärme umhüllt meinen Körper und sein heißer Atem trifft in meinen Nacken. Schaudernd schließe ich meine Augen und lehne mich vorsichtig an ihn. Seine Arme umschlingen meine Hüfte und ich genieße seine Nähe, wie könnte ich dabei abstreiten, dass wir Seelenverwandte sind. Ich habe mich damit längst abgefunden, ich genieße es, aber trotzdem bleibt die Unsicherheit was Jake dabei fühlt. Er meint zwar, dass er etwas ähnliches spürt und er scheint ebenfalls meine Nähe zu suchen, doch keiner von uns hat es je richtig ausgesprochen, weder das er das Band akzeptiert, noch von Liebe gesprochen. Ich selbst bin mir nicht einmal sicher, ob ich die entscheidenden Worte sagen könnte. Meine Augen öffnen sich wieder und ich erkenne, dass wir bereits in der Nähe des Hafens sind.
Das Schiff ist schnell befestigt und unser Aufenthalt bei Lians und Runas Eltern bezieht sich nur auf wenige Minuten. Bald schon rennen wir durch die Wälder, doch nun müssen wir uns weniger Sorgen machen und die Stimmung lockert sich automatisch auf. Wir behalten eine angemessene Stellung, jedoch ist es nicht selten, wenn einer von uns etwas ausbricht und einige Meter entfernt sich austobt. Jeder von uns ist guter Dinge und so genießen wir auch die restliche Tage unserer Reise.
Am frühen Morgen des zehnten Tages erreichen wir endliche die großen Tore der Hauptstadt Tórshavn und somit den Wohnort der Königsfamilie. Der Anblick ist atemberaubend, wie die Sonnenstrahlen über die Dächer ziehe und als in ein goldenes Leuchten hüllt. Es ist fast schon magisch, besonders als wir den Palast erreichen, bei welchem jedes Fragment hervorgehoben wird und seine ganz eigene Geschichte erzählt. Seufzend verwandele ich mich zurück und gehe mit meinen Freunden zu dem riesigen Gebäude. Ab heute würde ich wieder meinen Pflichten nachgehen müssen, doch insgeheim freute ich mich, wieder den Platz der Kronprinzessin einzunehmen.
1088 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
