Durch eine leichte Gänsehaut, werde ich aus meinen Gedanken gezogen. Doch das Gefühl von zu Hause bleibt vorhanden und füllt mein ganzes Bewusstsein aus. Aus einem unerfindlichen Grund weiß ich, dass die Gänsehaut, durch den Blick von Jake kommt. Ich drehe mich um und fühle mich in meinen Gedanken bestätigt. Er schaut mich mit einem so durchbohrenden Blick an, dass ich das Gefühl habe, er würde direkt in meine Seele schauen. Ich weiß zwar, dass er dies nicht kann und doch meine ich, weiß er genau, was in meinem Inneren gerade vorgeht.
Lian unterbricht den stillen Moment etwas verwirrt: "Wollen wir nicht langsam los?" Achselzuckend läuft Lian einfach los und Runa hinter ihm her. Etwas schwerfällig entreiße ich meinen Blick aus den Augen von Jake, welche mich gefangen gehalten hat und folge Lian und Runa. Wir verlassen den Anleger und laufen an der Steilküste entlang, bis zu einem kleinen Hügel, welchen wir hinauf steigen. Oben angekommen ist schon das erste Dorf in Sichtweite und ein Gefühl der Aufregung erfasst mich. Das Dorf ist perfekt an die Umgebung angepasst und mit der Natur verbunden. Die Dächer sind mit Moos bedeckt und die Mauern und Wände aus Stein oder Holz. Das Allgemeinbild schmiegt sich perfekt an ihre Umgebung an und vermittelt direkt ein Gefühl der Gastfreundlichkeit. Vor dem Eingang dreht sich Runa und Lian zu uns um und sprechen zu uns: "Herzlich Willkommen in unserem Clan. Hier sind wir aufgewachsen. Lasst uns euch unsere Familie vorstellen". Lächelnd folge ich ihnen ins Innere des Dorfes und werde direkt überrascht. Als ein kleiner Luchs an mir vorbei rennt und von einem Jungen, mit moosgrünen Haaren, verfolgt wird. Der Junge erreichte den Luchs und kugelt sich mit diesem über den Boden. Dabei verwandelt sich der Luchs in ein kleines Mädchen. Das Mädchen entzieht sich aus den Fängen des Gleichaltrigen und läuft lachend wieder weg. Der Junge folgt ihr nun ebenfalls lachend. Durch diese Szene werde ich aufmerksamer, ich sehe nun auch die restlichen Bewohner, ihren Tätigkeiten nachgehen, auf ihre ganz eigene Weise. In einem der Gärten hängt eine Frau die Wäsche auf einem Ast auf, wobei sich ihre Beine teilweise in Baumstämme gewandelt haben, damit sie an den hochliegenden Ast kommt. Ein Stück weiter sehe ich einen Mann, welcher gerade dabei ist einen Kessel zutragen, der bestimmt um die dreißig Kilogramm wiegt. Und doch trägt er ihn, als wäre er nicht schwerer als ein gewöhnlicher Kochtopf. Die Dorfbewohner tuen zwar die gleichen Dinge, wie ich es aus meinem Ort kenne, aber mit Fähigkeiten, welche ich früher nur aus Sagen kannte. Es ist faszinierend.
Lian und Runa führen uns durch das Dorf, zu einem der größten Hütten. Dort bleiben wir dann stehen und Runa klopft laut an die Holztür. Keine Sekunde später öffnet uns eine Frau im mittleren Alter. Als sie Runa und Lian sieht, beginnen ihre Augen, in ihrem strahlenden blau, zu leuchten und wenn ich mich nicht täusche hat sie Türkis glänzende Schuppen auf ihren Wangenknochen. Sie könnte ein Dyr mit Vorliebe für Meerestiere sein. "Meine Kinder, endlich seid ihr wieder zu Hause.", ruft sie Lian und Runa zu und zieht sie in eine feste Umarmung. Dann dreht sie sich zu uns um und spricht: " Und ihr habt anscheinend Gäste mitgebracht." "Ja das sind Jake und Kathlin. Sie sind mit uns mit gereist.", erklärt Lian. "Na dann heiße ich euch als Frau des Häuptling herzlich willkommen in unserem bescheidenden Dorf. Ihr könnt gerne mit hineinkommen und mit uns Essen." begrüßt uns die Mutter von Lian und Runa. Ich schaue fragend zu Jake, ob wir hier bleiben können. Sein Nicken sehe ich freudestrahlend als Erlaubnis, die Einladung anzunehmen. Dies tue ich dann auch mit einer Höflichkeit, die selbst meine Mutter akzeptiert hätte: " Wir nehmen ihre großzügige Einladung, liebend gerne an und bedanken uns für ihre Großzügigkeit". Mit einem Knicks versucht ich der Frau des Häuptlings einen guten Anschein von uns zu zeigen. Lächelnd sagt sie mir: "Das ist nun wirklich kein Problem und wie es mir scheint seid ihr Freunde meiner Kinder, also gehört ihr quasi zur Familie. Nun kommt mit rein." Ihr folgend, betreten wir einen großen Wohn- und Essbereich. Am Tischende sitzt ein Mann im gleichen Alter der Frau und wartet anscheinend auf uns. Er scheint der Häuptling und Vater von Runa und Lian Zusein, denn Runa und Lian laufen zu ihm und umarmen ihn einmal fest, bevor sie sich mit an den Tisch setzten. Nun stehen nur noch Jake und ich vor dem Häuptling. Jake verbeugt sich vor dem Häuptling, was ich ihm schnell nachahme. Mit den Worten des Häuptlings: " Er hebt euch und seid herzlich Willkommen in meinem Dorf und Heim.", erheben und bedanken wir uns bei dem Häuptling. Nach einem auffordernden Blick seitens Runa, setzten sich Jake und ich ebenfalls an den Tisch. Nach einer kurzen Stille fängt Lian an, zu erzählen, wie wir zu ihm aufs Schiff gekommen waren und was wir die letzten Tage erlebt hatten. Er kann wohl einfach nicht ruhig dasitzen und auf das Essen warten. Doch so entsteht eine lockere Stimmung, welche auch noch den restlichen Nachmittag bleibt. Wir dürfen die Eltern von Lian und Runa auch bereits mit ihrem Vornamen ansprechen, Fenja und Kjartan. Einige Stunden nach dem Mittag spricht Jake das Thema an, welches mich leicht traurig macht: " Wir müssen jetzt leider weiter. Es war schön sie einmal kennengelernt zu haben, doch wir haben noch ein anderes Ziel". Leicht traurig sehe ich einmal in unsere kleine Gruppe. Kjartan und Fenja zeigen jedoch Verständnis. Doch in den Augen von Lian und Runa sehe ich etwas unerwartetes, Entschlossenheit. Verwirrt schaue ich zu ihnen. Ein kurzer Blickaustausch zwischen Runa und Lian und sie sagen gleichzeitig: "Wir werde mitkommen". Meine Trauer wandelt sich in Freude, doch weicht leichten Zweifeln, "Was ist mit euren Eltern, ihr seid hier zu Hause und dein Schiff, Lian, was ist damit?" Darauf antwortet überraschender Weise Kjartan: " Nun, unsere Kinder sind erwachsen und reisen nicht zum Ersten Mal im Land herum". "Und das Schiff ist hier in sicheren Händen, schließlich gehörte es früher meinem Vater, bevor er zum Häuptling gewählt worden ist.", beendet Lian den Satz seines Vaters.
"Na dann ist ja alles geklärt, ich packe euch nur noch etwas Proviant für die Reise ein.", gibt Fenja nun auch ihre Zustimmung. Ein Lächeln umspielte meine Lippen.
Dann können die Abendteuer, mit meinen neu gewonnen Freunde, ja weiter gehen.
1060 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasíaTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
