Chapter 75

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"Und dann musste ich eine Stunde lang die "zehn Gaben einer Dame" vortragen." , erzählte ich gerade meinem Vater am Esstisch von meiner letzten Stunde. Aada war eine strenge Lehrerin, was auch nicht anders von jemanden erwartet wird, welcher Manieren und Haltung lehrt. Noch dazu darf ich das Korsett nur noch zum Schlafen und Trainieren abnehmen, doch trotz der anstrengenden letzten Stunden, war es mehr als interessant was ich gelernt hatte. Denn auf das was Aada besonders Wert legte, war das Manipulieren des Gegenübers und dass man dies bereits durch die richtige Haltung und Bewegung schaffte, hatte sie mir ja schon bewiesen. Nickend antwortet der König mir: "Da hast du heute anscheinend schon viel gelernt, ich hoffe dir macht das Lernen auch weiterhin Spaß". Trotz das ich erledigt von diesem Tag war, nicke ich begeistert, denn dem war ich sicher, hier würde mir nicht langweilig werden. Relativ schnell ist das Abendessen beendet und ich schleppe mich zu meinem Zimmer, ich müsste morgen wieder früh aufstehen und so verzichte ich auf irgendwelche Spaziergänge. Als ich die Tür zu meinem Zimmer öffne, kommt mir direkt Jake entgegen, er scheint geradezu zu flüchten, doch mein Auftreten lässt in ertappt stehenbleiben. Kurz zögere ich, gehe dann aber auf ihn zu und bleibe kurz vor ihm stehen, während ich leise anfange zureden: " Würdest du mir einen Gefallen tun und die Nacht bei mir verbringen". Abwartend schaue ich zu ihm und sein Blick verankert sich in meinem, bevor er nickt. Erleichtert seufze ich, ich bin froh, dass er keine Fragen stellt, denn ich wusste nicht, wie ich sie beantworten sollte. Wir machen uns wie jeden Abend, welchen wir auf dem Schiff verbrachten, fertig und kuscheln uns in das um einiges größere Bett. Schließlich schließe ich meine brennenden Augen und vergrabe mein Gesicht in das Kissen unter mir. Bevor ich einschlafe, bemerke ich nur noch wie es wärmer wird, als Jake an mich heran rutscht.

Leises Gekicher weckt mich am nächsten Morgen. Noch immer etwas müde, reibe ich mir die Augen und schlage sie nach einigen Sekunden vollständig auf. Das erste was ich entdecke, sind meine Zofen, welche kichernd in der Ecke meines Zimmers stehen, dann erst realisiere ich, warum sich lachen. Jake hatte sich nah an mich gekuschelt und sein Gesicht in meiner Halsbeuge vergruben. Ein sanftes Lächeln bildet sich auch in meinem Gesicht, doch mit einem weiteren Blick zu Ida und Olivia, erhebe ich mich. Wir konnten den beiden Damen , ja schließlich nicht den ganzen Tag diesen Anblick bieten. Ida hatte bereits einer meiner Kleider über ihrem Arm hängen und so scheuche ich sie ins Bad, in welchem ich die Tür hinter mir schließe. Dort machen mich meine Zofen fertig, wobei ich besonders bei der Schnürung des Korsetts Hilfe brauche, doch schließlich stehe ich in einem hellblauen leichtem Kleid da, welches durch seine mehreren Schichten relativ warm hält. Seufzend lasse ich noch meine Haare kämen, wobei ich den Zofen einen leichten Schrecken einjage, als aus meinen Haaren plötzlich Vergissmeinnicht sprießen. Kichernd lasse ich sie wieder verschwinden, als sie mir meine Krone aufsetzen. Endlich bin ich fertig und kann das Bad verlassen, doch als ich durch die Tür trete, erschrecke ich mich selbst. Jake steht nur in Hose bekleidet in meinem Zimmer und starrt genauso bedeppert zurück. Er ist der Erste der sich fängt und zieht sich schnell seine restlichen Klamotten an, während ich erst nach wenigen Sekunden in mein Zimmer gehe und meine Zofen bitte uns Frühstück zu holen. Ohne zu Zögern verschwinden sie.

Während des Frühstücks, ist die Stimmung wieder gelassen, schließlich müssen wir solche peinlichen Situationen schon gewöhnt sein. Danach gehen wir getrennte Wege, Jake zu den Heilern und ich zu meinem Unterricht. Meine erste Pause habe ich jedoch erst nach zwei Stunden Politik und zwei Stunden Tanz. Es ist durch aus interessant mehr über mein Land zulernen, doch all die Informationen müssen sich erst festigen. Nach dem Mittagessen und einem Spaziergang mit Zenobio bin ich zwar nicht mal halbwegs aufnahmefähig, jedoch geht es direkt weiter mit drei Stunden Unterricht über Manieren und Haltung. Ich habe zwar noch keine wirklichen Fortschritte gemacht, aber zumindest weiß ich jetzt theoretisch, wie man jemanden realistische Freude vorspielt. Ich bekomme das Gefühl, dass meine Lehrerin mir mehr Manipulation, als alles andere beibringt, doch ich bin nicht abgeneigt. Zum Nachmittag hin habe ich dann endlich Schluss, meine gewonnene Freizeit nutze ich zuerst für eine kleine Teepause, in welcher ich ruhig über die Gärten blicke und den letzten Blättern beim Fallen zuschaue. Doch dann schleicht Zenobio, um mich herum und versucht kläglich eines der Blätter zu fangen. Daraufhin kommt mir wieder meine Idee in den Kopf, Zenobio zu trainieren, zunächst weiß ich nicht mal ansatzweise was ich ihm beibringen könnte, doch dass kann man ja schnell herausfinden. Mit zügigen Schritten gehe ich in Richtung Bibliothek, Zenobio mir dicht auf den Fersen. Nachdem die Türen zu der Bücherei aufschwangen, laufe ich etwas planlos die verschiedenen Gänge entlang. Ich weiß nicht genau, nach was ich suchen sollte, denn Bücher wie zum Beispiel "Wie trainiert man einen Greifen" oder "Wie zieht man einen Greifen auf", würde es bestimmt nicht geben. Nach einer geschlagenen Stunde und dem Entschluss, selber solche Bücher zuschreiben später, finde ich etwas interessantes. Ein Buch in Leder eingeschlagen, mit der Aufschrift " Die lebenden Mythen - Greife". Neugierig blättere ich durch die verschiedenen Seiten und entdecke tatsächlich einige wissenshafte Fakten. So lese ich zum Beispiel, das Greife einen natürlichen Jagd- und Beschützerinstinkt haben, welcher an Menschen, sowie auch Objekte gebunden werden kann. Noch dazu erfahre ich, dass diese wundervollen Wesen, durch Pfeifgeräusche kommunizieren, was erklären würde, warum Zenobio hört, wenn ich ihn rufe. Was jedoch am fasziniertesten ist, ist dass Greife ganze Bestandteile einer Sprache verstehen lernen können. Mit meinem neuen Wissen, machen sich Zenobio und ich wieder auf in die Gärten des Schlosses. Es weht ein starker Wind, als wir hinaus treten, doch dass interessierte weder mich, noch meinen Greifen. Im Gegenteil, Zenobio rennt verspielt zwischen den Beeten umher und springt immer wieder mal in die Luft, was in mir die Frage aufkommen lässt, ob er denn schon fliegen kann. Seufzend stelle ich mich in die Mitte einer großen Wiese und pfeife Zenobio zu mir. Schnell kommt er angerannt und ich freue mich, dass zumindest das funktioniert. Mit einem etwas anderen Pfeifen und einer Handbewegung in Richtung Wald, versuche ich ihm klar zumachen, dass er laufen dürfte, doch wirklich verstehen tut er es nicht. Er steht nur etwas bedröppelt vor mir und starrt zu mir hoch. Kurz überlege ich, nur um die Aufforderung zu wiederholen, jedoch mit dem Unterschied, dass ich dazu rufe: " Lauf". Interessanter Weise versteht er das und läuft los, nach einigen Sekunden hole ich ihn wieder zurück und wiederhole dies noch einige Male. So das er auch ein wenig seine Ausdauer trainieren kann. Das dies so gut klappt, lässt mich grinsen und mit neuem Tatendrang, fallen mir immer mehr Kommandos ein, welche ich Zenobio beibringen könnte.

1152 Wörter ✔️

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Das Kleid ...

Das Kleid

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