Klirrend prallt das Schwert an meinem eigenen ab und ich werde einige Meter nach hinten geschleudert und falle mit einem dumpfen Ton in den Sand. Ächzend will ich mich gerade aufrichten, als mir Jake seine Hand hinhält. Seufzend ergreife ich diese und lasse mich hochziehen. Leicht verziehe ich mien Gesicht, als ich wieder auf meinen schmerzenden Beinen stehe. "Wir machen eine Pause.", spricht Jake und erlöst mich für einen Moment von dem harten Training. Stöhnend falle ich auf die steinerne Bank, welche neben dem Sandgraben steht. Zenobio kommt zu mir gerannt und reicht mir mit seiner Schnauze einen nassen Lappen, welche ich dankend annehme. Es sin bereits drei Wochen vergangen, in welchen Jakes Verletzungen geheilt waren und mein königlicher Unterricht gut vorangeschritten war. Auch mit Zenobio habe ich weiter trainiert und zwischen uns ist eine starke Bindung entstanden, welche ich mir nur erträumen konnte. Wir vertrauen uns blind und ich kann ihm so gut wie jeden Befehl geben, welchen er ohne zu zögern ausführt. Das Einzige, wo es noch hadert, war das Fliegen und kichernd beobachte ich, wie er auch jetzt sich in die Lüfte erhebt und nach wenigen Metern unsanft auf dem Boden ankommt. Ich kann ihm halt einfach nicht den gleichen Unterricht geben, wie ein ebenbürtiger Genosse und so wird es einfach ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen. Zumindest ist er körperlich, wie auch seelisch in einer besseren Verfassung, als noch vor einem Monat. Mein Blick wandert zu Jake, welcher sich auf dem Sandboden dehnt. Seit der Heiler ihm die Erlaubnis gegeben hatte, wieder zu arbeiten, wich mir Jake nicht mehr von der Seite und seit einer Woche trainiert er mich in allen möglichen Kampfarten, unteranderem Selbstverteidigung, ohne Waffen, Schwertkampf, Bogenschießen im Angriff und Dolchkampf. Ich bin froh, dass Jake mir diese Aufmerksamkeit schenkt und ich immer mehr dazu lerne, doch der stätige Wechsel zwischen Unterricht und Training zerrt an meinen Nerven. Ich falle jedes mal todmüde in mein Bett und komme nur schwer morgens wieder heraus. Ich sehne mich nach einer Pause , doch die ist zunächst nicht in Aussicht und trotz meinem strengen Tagesplan fühle ich mich wohl, bei Jake, im Schloss und bei allen die mich umgeben. Mit der Schwertspitze fordert mich Jake auf, zurück zu kommen und ohne zu zögern folge ich, während Zenobio einen weiteren Versuch startet zu fliegen.
Die Schwerte krachen erneut gegeneinander und ich bin froh mich noch immer auf meinen Beinen zuhalten. Doch langsam wird meine Situation wieder knifflig, ich habe bald keine Rückzugsmöglichkeit mehr und meine Wandlerfähigkeiten darf ich, auf Jakes Befehl hin, nicht benutzen. Mit einer halben Drehung will ich auf die andere Seite, doch Jake verhindert dies mit einem einzigen Schwerthieb. Gerade so kann ich mich darunter hinweg ducken, nur um einige Schritte weiter über die Rasenkante zu stolpern und hinzufallen. Kurz vor meiner Kehle, bleibt die Schwerspitze stehen und ich traue mich kaum zu atmen. Seufzend dreht sich Jake weg und erklärt mir meine Fehler: " Achte gefälligst auf deine Umgebung, ich dachte das hätten wir schon geklärt. Wo ist deine Aufmerksamkeit? Lass uns Schluss machen". Schnell rappele ich mich auf und entschuldige mich bei Jake, für meine Unaufmerksamkeit, doch dieser grinst mich nur an und spricht: " Wollen wir zu Runa und Lian"? Indem Moment weiß ich das nicht mehr mein Lehrer, sonder mein Freund mit mir spricht und die Spannung löst sich aus meinem Körper. Jake kann genauso wenig, wie ich auf ihn, auf mich besonders lang böse sein und so stimme ich ihm lächelnd zu. Nach einem kurzen Pfeifen von mir, steht Zenobio neben mir und so machen wir uns drei auf in die Stadt. Doch bevor wir die Tore des Schlosses durchtreten können, erreichen uns zwei Soldaten. "Eurer Majestät, wir wurden beauftragt sie zu begleiten, wenn sie den Palast verlassen.", spricht einer von ihnen. Kurz seufze ich, aber nicke dann. Seit dem Angriff , wurden viele Soldaten von dem Schutz der Bevölkerung zu dem Schutz der Königsfamilie um stationiert. Ganz zu meinem Missfallen, nicht nur dass im ganzen Schloss mehr Wachen waren, bekam nun auch das Volk nicht mehr den Schutz, welchem ihm zusteht, doch genau dieses war der Meinung, dass mein Vater und ich mehr Sicherheit bräuchten und nur deshalb nehme ich es an. Nun zu fünft gehen wir den Weg durch den Wald hindurch, in Richtung der Stadt. Runa und Lian haben ihren Aufenthalt in Tórshavn auf unbestimmte Zeit verlängert, was mich natürlich sehr freut. Jedoch wollten sie nicht weiter im Schloss wohnen und bekamen deshalb eine kleine Wohnung in der Stadt. Außerdem übernehmen sie freiwillig die Ausbildung der neuen Wachen, was meist ihren kompletten Vormittag einnimmt. Schließlich bleiben wir vor dem dreistöckigen Gebäude stehen, ganz unten ist eine kleiner Bäckerei eingebaut, während die zwei anderen Etagen, jeweils eine Wohnung beherbergen. Jake gibt den Soldaten den Befehl draußen alles abzusichern, was diese wahrscheinlich nur taten, da Jake Kommandant war. Dankbar schaue ich zu ihm, was er mit einem Lächeln abtut und mich schließlich hineinbittet. Zwei Treppen später, kommen wir bei der Wohnung meiner Freunde an und klopfe vorsichtig. Lian ist derjenige, welcher die Tür schwungvoll aufreißt und mich sofort in eine enge Umarmung zieht. Ein Grollen von Jake, lässt Lian mich wieder loslassen, verwirrt schaut er zu Jake und spricht: " Ich dachte das hätten wir schon geklärt". Perplex schaue ich zwischen den beiden hin und her, werde dann aber keine Sekunde später von Runa in die Wohnung gezogen und ebenfalls umarmt. Während Jake und Lian irgendetwas besprechen, werde ich von Runa ins Wohnzimmer geschleppt und auf die Coach gesetzt. Zischend ziehe ich die Luft ein, als sich meine schmerzenden Muskeln bemerkbar machen. Zuerst schaut mich Runa besorgt an, doch dann fängt sie an zu grinsen: " Na, hartes Training hinter dir"? Seufzend nicke ich, kann bei ihrem Grinsen jedoch nicht lange ernst bleiben und verfalle in ein Kichern. So sitzen wir zusammen im Wohnzimmer und erzählen uns gegenseitig, was die letzten Tage passiert war. Als ich Runa kennengelernt hatte, war ich froh nicht mehr das einzige Mädchen Zusein, doch wir waren nur Fremde. Über die Reise hinweg, wurde sie zu einer Kameradin und Lehrerin , doch besonders in den letzten Wochen wurden wir zu richtig guten Freundinnen, welche sich alles erzählen konnten. Wir trafen uns auch immer wieder Mal, nur zu zweit im Schloss und mittlerweile wusste sie auch von meinen verwirrenden Gefühlen für Jake. Gerade kommen Jake und Lian mit einem ernsten Ausdruck ins Wohnzimmer, doch bevor ich fragen kann, was los war, hatten beide ein Lächeln auf ihren Lippen und setzten sich zu uns. Den restlichen Nachmittag verbringen wir zusammen und unterhalten uns prächtig.
1095 Wörter ✔
DU LIEST GERADE
The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
