"Guten Morgen Prinzessin Kathlin.", werde ich sanft von meiner Zofe Ida geweckt. Mich der Sonne entgegen streckend, öffne ich blinzelnd meine Augen. Ich gähne noch einmal herzhaft, dann schiebe ich meine Decke weg und steige aus meinem Bett. Mit kleinen Schritten gehe ich in mein Bad und wünsche auf dem Weg dorthin, meinem Greif ebenfalls einen guten Morgen. Im Badezimmer erwartet mich bereits Olivia, welche eine Porzellanschüssel mit kaltem Wasser füllt. Lächelnd gehe ich zu ihr und wasche mein Gesicht mit dem frischen Wasser, währenddessen kommt Ida auch ins Bad, doch nun trägt sie ein beiges Kleid in der Hand. Dankend nehme ich es ihr ab und ziehe mich mit Hilfe meiner Zofen an. Da heute ein schöner Sommertag ist, hat meine Zofe ein ärmelloses Kleid rausgesucht, welches sich nach unten sanft ausbreitete. Meine Haare lasse ich offen, um die Runen in meinem Nacken zu verstecken, dann gehe ich wieder in mein Zimmer. Schnell schlüpfe ich noch in meine Schuhe und pfeife Zenobio zu mir. Er hört sofort und steht direkt neben mir, wobei sein Schnabel nun schon auf der Höhe meiner Augen liegt. Zusammen verlassen wir mein Zimmer und werden direkt von meinem Seelenpartner Jake begrüßt. Ich muss schmunzeln, als ich ihn sehe und grüße zurück. Zu dritt gehen wir durch die Gänge und zwei Etagen nach unten, bis wir den Essenssaal erreichen. Die großen Tore werden von zwei Wachen geöffnet und wir können direkt eintreten. Als ich meinen Vater sehe, mache ich einen leichten Knicks und begrüße ihn ebenfalls. "Ich wünsche dir auch einen guten Morgen Kathlin.", antwortet mir mein Vater lachend. Mit schnellen Schritten sind wir bei ihm und setzten uns auf unserer Plätze, da das Essen bereits aufgetischt ist, fangen wir auch so gleich damit an. Zwischen durch reden wir ein wenig über unseren Tag und was noch so anliegt. Da der Krieg bereits wieder einen Monat her ist, hat auch mein Unterricht wieder angefangen und so verabschiede ich mich pünktlich von meinem Vater. So bald wir mein Unterrichtszimmer erreicht haben, bleibt Jake wie immer draußen stehen und nur Zenobio folgt mir nach drin. "Bis gleich.", verabschiede ich mich noch von meinem Partner und schließe dann die Tür hinter mir. Im Raum erwartet mich bereits Madame Fleur, welche mir freundlich zulächelt und mich in Französisch begrüßt. Höfflich gebe ich es zurück und während ich mich setzte, verfallen wir in ein einfaches Gespräch in Französisch.
Schließlich verbringe ich den ganzen Vormittag damit meine Qualitäten in verschiedenen Sprachen zu verbessern und erst gegen vierzehn Uhr bekomme ich eine kleine Pause. Einige Diener treten ein und stellen Zenobio und mir unser Mittag auf den Tisch. Während Madame Fleur den Raum verlässt, schleicht sich Jake rein. Ich erschrecke mich leicht, als er mich von hinten umarmt und seinen Kopf auf meine Schulter ablegt, doch dann muss ich leise Kichern. Grinsend schnappt er sich eines meiner Brote und vernascht dieses über mir. Gespielt böse beschwere ich mich, verfalle aber dann doch in ein Lachen. Schließlich setzt Jake sich vor mich an den Holztisch und zusammen genießen wir die kleine Pause miteinander.
Doch nur eine halbe Stunde später kommt Herr Johnsón durch die Tür und Jake verschwindet schnell, grinsend schaue ich ihm hinterher, wende meinen Blick dann aber wieder meinem Lehrer zu, welcher bereits einige Bücher aufschlägt. Zwei Stunden später habe ich auch den Politik Unterricht hinter mir, erleichtert stehe ich auf und strecke mich einmal. Auch Zenobio wird jetzt wieder wach und schüttelt sich. Zusammen gehen wir zu Jake heraus, denn nun würde der Kampfunterricht beginnen, doch Jake hat anderes vor. Lächelnd kommt er zu mir und nimmt meine Hände in seine, bevor er anfängt zusprechen: "Heute findet ein kleines Fest in der Stadt statt, als Feier, dass die Stadt wieder steht. Kathlin, würdest du mich auf dieses begleiten"? Ich schmunzle leicht, bei seiner Nervosität, sage ihm dann aber zu: "Jake, ich würde sehr gerne mit dir zu diesem Stadtfest gehen". Mein Partner freut sich sichtlich darüber und zieht mich schwungvoll in seine Arme. Seufzend vergrabe ich meine Nase in sein Jacket und schlinge meine Arme um ihn. Ich freue mich jetzt schon auf diesen Abend.
Lachen werde ich von Jake durch die Straßen der Stadt gezogen. Sobald es dunkel wurde, sind wir los gelaufen und der Anblick der Stadt ist wirklich atemberaubend. Kleine Laternen beleuchten den Weg zu dem Marktplatz, welchem wir folgen und auch die Häuser zeigen wieder ihre volle Pracht ohne Schäden oder Schutt. Es scheint als wäre dieser Ort wie verzaubert. Schließlich erreichen wir den Platz in der Mitte von Tórshavn und dieser leuchtet wie ein Traum. Es wurden hunderte von Laternen auf feine Bänder gefädelt und diese Ketten schmücken nun die Häuserfassaden und beleuchten den kleinen Platz. Es stehen einige Tische am Rand, jeder mit einer Kerze bedeckt, welche ihr schummriges Licht über die Gesichter der Wesen flackern lässt. Weiter hinten sind Bars geöffnet, welche Getränke nach draußen schenken und überall sind Wesen, welche das Fest genießen. Eine kleine Band an der Seite spielt ruhige Musik, was dem ganzen eine romantische Atmosphäre gibt. Sanft umschließe ich Jakes Hand, welcher unser Finger miteinander verschlingt und nun lächelnd zu mir herunter schaut, dann zieht er mich vorsichtig zu einem der Stände, wo wir uns beide ein Getränk bestellen. Sobald uns dieses gereicht wurde, stellen wir uns zu einem der Tische und ich schaue mich fasziniert um. Mein Blick bleibt schließlich sehnsüchtig auf der Tanzfläche liegen, welche sanft vom Mondlicht angestrahlt wird. Die Musiker beginnen nun ein langsameres Lied und einige Paare beginnen in einem geschmeidigen Walzer über die Pflastersteine zu tanzen. Als hätte Jake meine Gedanken gelesen, stellt er sich vor mich und macht eine leichte Verbeugung, bevor er mir seine Hand reicht und spricht: "Prinzessin, dürfte ich um diesen Tanz bitten"? Erstaunt schaue ich Jake in die Augen, nicke dann aber lächelnd und lasse mich von ihm auf die Tanzfläche mitnehmen. In der Mitte zieht er mich vorsichtig zu sich und ich lege meine Hand auf seine Schulter. Elegant fließt Jake mit mir in den Takt ein und wir gleiten zu den feinen Tönen einer Violine über den Platz. Verträumt schaue ich meinem Tanzpartner in die Augen und verliere mich darin hoffnungslos, während mich dieser geübt führt und ich mich ihm vollständig hingeben kann. Es ist wie ein wunderschöner Traum und ich hoffe, dass dieser Moment nie aufhört. Nach einigen Minuten endet das Lied, doch keiner von uns lässt den anderen los. Vorsichtig lege ich mein Wange an sein Brust und zu den ruhigen Takten des Orchesters, bewegen wir auf der Stelle hin und her. "Kathlin", flüstert mir Jake ins Ohr und ich gebe ein zustimmendes Murmeln von mir. "Ich liebe dich". Vorsichtig löse ich meine Wange von seinem Oberkörper und schaue ihm in die Augen, bevor ich lächelnd sage: "Ich liebe dich auch". Ein Grinsen bildet sich auf Jakes Gesicht und mir wird ganz warm ums Herz. Wir hatten es endlich gesagt. Plötzlich schnappt sich Jake meine Hand und zieht mich von der Tanzfläche, verwirrt folge ich ihm in eine der Seitenstraßen, bis er stehen bleibt. Unsicher dreht er sich zu mir um und schaut mir tief in die Augen, als er spricht: "Sag mir, wenn du es nicht möchtest". Ich verstehe nicht ganz was er meint, doch bevor ich weiter darüber nachdenken kann, liegen sein Lippen sanft auf meinen. Von den Gefühlen geschockt, welche mich überfluten, reiße ich die Augen auf, doch als ich realisiere was passiert, schließe ich langsam die Augen. Ich lehne mich meinem Seelenverwandten entgegen und erwidere den Kuss. Vorsichtig lasse ich meine Hände in seinen Nacken gleiten und als er bemerkt, dass ich nicht zurück schrecke, legen sich auch sein Hände um mich. Behutsam löst sich Jake von mir und ich öffne flatternd meine Augen. Ein Lächeln bildet sich auf unseren Gesichter und Jake lehnt sich ein weiteres Mal zu mir vor und verbindet unsere Münder. Das Kribbeln in meinem Bauch nimmt wieder zu und mein Denken setzt für diesen Moment aus. Was könnte schöner sein, als dieser Abend.
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
