Teil 1
„Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..."
Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
Genießend schließe ich meine Augen, während die Schokolade auf meiner Zunge schmilzt. Langsam öffne ich meine Augen wieder, nur um mir eine weitere Bananenscheibe zunehmen und diese ebenfalls in den kleinen Schokobrunnen zu tauchen. Fasziniert beobachte ich wie sich die Schokolade verfestigt und nehme schließlich die mit Schokolade überzogene Frucht in meinen Mund. Heute morgen wurde ich von meinen Zofen geweckt, sie überreichten mir die Nachricht, dass mein Vater ein wichtiges Gespräch hätte und ich somit auf meinem Zimmer frühstücken dürfte. Mit der Frage, was ich gerne essen würde, sind meine Zofen wieder verschwunden. Doch als ich ihnen sagte, ich hätte gerne etwas Süßes, hätte ich niemals mit Schokofrüchten gerechnet. Schokolade ist eine seltene und teure Delikatesse und nur wenige können es sich leisten, für Essen so viel auszugeben. Ich hatte in meinem ganzen Leben, nur einmal eine Praline essen dürfen, als ich zu einem Vermählungsgespräch eingeladen wurde und nun steht vor mir ein ganzer Topf von dieser Leckerei. Ich vernasche gerade die letzte Erdbeere mit Schokoguss, als es erneut an meiner Tür klopft. Mir die letzten Schokotropfen von den Lippen leckend, gehe ich in Richtung dieser und lasse meine Zofen erneut eintreten. Auffordernd schaue ich sie an, ich hatten ihnen bereits einen Guten Morgen gewünscht, doch sie lassen es sich nicht nehmen, erneut zu knicksen und es noch einmal zu wiederholen. Seufzend stehe ich also vor ihnen und hoffe, dass sie ihr Anliegen nun langsam preisgeben, da beginnt auch schon Ida zusprechen: " Eure Majestät, es wird Zeit sie frisch zumachen und anzukleiden". Missmutig verziehe ich meine Lippen, ich hoffe doch, dass sie mir das nicht auch abnehmen wollen. Denn bereits heute Morgen, hatten sie mein Bett gemacht, mir Frühstück serviert und das Zimmer gelüftet, während ich planlos daneben stand. "Vielen Dank, dass ihr mir das sagt, ich hatte ganz ähnliches vor, würdet ihr mich nun entschuldigen.", spreche ich zu ihnen und will ihnen damit indirekt sagen, dass ich sie nicht bräuchte, doch das verstehen sie nicht oder sie wollen es einfach nicht verstehen, denn Olivia geht mir voraus und öffnet mir die Badezimmertür. Seufzend bedanke ich mich und gehe an ihr vorbei in das Badezimmer. Ida macht sich währenddessen daran, Zenobios und mein Geschirr abzuräumen. Erneut seufze ich schwer und lenke meinen Blick in Richtung Spiegel. Meine Augenringe werden langsam wieder schlimmer, denn auch diese Nacht konnte ich nur wenige Stunden schlafen. Ich muss einen Weg finden dieses Dilemma zu lösen und wenn es damit endet, dass ich mir Jake über Nacht ausleihe. Leise muss ich Kichern bei dem Gedanken, schöpfe mir dann aber etwas Wasser aus dem Waschbecken, um mich zu waschen. In der gleichen Zeit, heizt Olivia das Zimmer, indem sie ein Feuer in dem versteckten Kamin entzündet. Ein Gänsehaut überzieht meine Haut, als die Wärme sich um mich legt. Ein weiteres Mal schöpfe ich Wasser mit meinen Händen und wische damit den Schlaf aus meinen Augen. Mit einem Lappen beende ich meine Wäsche und gehe schließlich im Nachthemd in mein Ankleidezimmer. Langsam lasse ich meine Finger über die Feinen Stoffe gleiten, als Ida zu mir kommt und ebenfalls durch meine Kleider schaut. "Sie sind wunderschön nicht wahr?", beginne ich ein Gespräch. Ida zögert kurz, spricht aber dann schnell: " Ich würde ihnen ein elegantes Kleid für heute empfehlen, da ihr Vater zum Vormittag ein Gespräch gefordert hat". Etwas enttäuscht nicke ich, ich hatte gehofft wenigstens so etwas wie eine Verbindung zu meinen Zofen aufbauen zu können. "Aber Sie haben Recht, die Kleider sind alle wunderschön.", gibt Ida schnell dazu und lächelt mir schüchtern entgegen. Dies zaubert wiederum mir ein Lächeln auf die Lippen, vielleicht kann daraus doch noch etwas werden. Schließlich entscheide ich mich für ein beiges, bodenlanges Kleid. Es ist recht leicht, durch seinen feinen Stoff und mit seinen feinen Goldfragmenten wirkt es edel genug für ein Gespräch mit dem König. Ich hoffe nur nicht zu sehr zufrieren, denn die Ärmel sind zwar lang, jedoch sehr dünn und mit einem Blick durch mein Fenster kann ich erkennen, wie auch die wenigen Blätter an den Bäumen sich nur schwach festhalten können. Bald würde der Hebst vollkommen sein und der Winter wird in das Land ziehen und so wie ich diesen in Erinnerung habe, ist er grausam. Ich will mir gerade das ausgesuchte Kleid überstreifen, als meine Zofen auf mich zueilen. Schnell erhebe ich die Hände und spreche beruhigend: "Das werde ich schon alleine hinbekommen, würdet ihr mir den Gefallen tun und draußen warten"? Kurz zögern Beide, verlassen aber schließlich den Raum und lassen mich endlich für einen Moment alleine. Tief ziehe ich die Luft in mich, um sie dann in einem Stoß wieder auszuatmen und mich meinem Gewand zuzuwenden. Einige Momente später stehe ich in dem edlen Kleid vor meinem Spiegel, der Stoff schmiegt sich zart an mich und ich betrachte mich staunend. Was Kleider so aus einem machen, mein Gesicht wirkt zwar noch immer etwas müde, jedoch strahlt das Kleid nur um so mehr. Schnell stecke ich mir meine Haare noch mit einer Spange nachhinten und mache mich schließlich auf zu meinen Zofen, welche bereits auf mich warten. Olivia ist die Erste, welche das Wort ergreift: " Sie haben noch einige Stunden Zeit, bis zum Gespräch, wie werden sie dann holen. Brauchen Sie noch bei irgendetwas unsere Hilfe"? Mit dem Kopf schüttelnd schicke ich meine Zofen hinfort, sie würden noch genug andere Arbeit haben. Kurz überlege ich in meinem Zimmer zubleiben, entscheide mich aber dann doch dagegen. Vorsichtig öffne ich meine Zimmertür und will gerade hindurch treten, als mich eine bekannte Stimme begrüßt. "Guten Morgen Kronprinzessin, ich stehe als ihre Leibwache zu ihrer Seite.", spricht Jake, während er mich angrinst und unauffällig an mir herunterschaut . Automatisch muss ich zurück lächeln, da es doch so selten vorkommt, dass sich seine Mundwinkel erheben. Dann erst realisiere ich was er gesagt hat und schlage ihm spielerisch gegen den Arm, was aber wohl eher mir wehtut, als ihm. Zischend reibe ich mir die schmerzende Hand während ich spreche: "Du sollst mich doch nicht so nennen und überhaupt beginnt dein Dienst erst morgen". Lachend widerspricht er mir: " Ich habe beschlossen, dir bereits heute nicht mehr von der Seite zu weichen, also wo geht es hin"? Mit zusammengekniffenen Augen schaue ich ihn forschend an. Was hatte er jetzt schon wieder vor? Jedoch schiebe ich den Gedanken schnell wieder weg und sage: "Ich wollte in den Wintergarten, welchen ich letztens gesehen hatte.", dass ich das gerade kurzfristig entschieden habe, muss er ja nicht wissen. Mit schnellen Schritten gehe ich in die Richtung, bei welcher ich glaubte es wäre die Richtige. Jake und Zenobio folgen mir und haben mich bald eingeholt, so dass sie neben mir laufen. Wir folgen einigen Gängen und durchqueren einen großen Saal, bis ich eines der Bilder an den Wänden wieder erkenne. Zielstrebig folge ich also dem neuen Weg, während meine Begleiter noch immer schweigen. Einige Minuten später erreiche ich tatsächlich den Wintergarten und bin ein wenig stolz auf mich. Grinsend setze ich mich in die Nähe eines Brunnens und folge mit meinen Augen den kleinen Wasserlauf. Zenobio setzt sich direkt neben mich, während Jake hinter mir bleibt. Einige Zeit höre ich nur dem Rauschen des Wassers zu und spüre die Anwesenheit der vielen Pflanzen. Doch dem ist Zenobio wohl bald überdrüssig, denn er erhebt sich schwerfällig und beginnt die Umgebung zu erkunden. Mein Blick folgt ihm eine Weile, wobei ich den Entschluss falle mit ihm ein wenig zu trainieren, wenn ich die Zeit dazu finde. Schließlich aber blicke ich wieder geradeaus auf das Wasser, beginne aber zu sprechen." Möchtest du dich vielleicht neben mich setzten?", frage ich den Anwesenden. Statt einer Antwort, verspüre ich nur eine Bewegung hinter mir, als sich Jake auch schon neben mir fallen lässt. So sitzen wir eine Weile nebeneinander bis er diesmal anfängt zusprechen: " Du siehst müde aus". Ein zustimmendes Murren kommt von mir und ich antworte: " Neue Umgebung. Ich brauche eine Weile, um mich daran zu gewöhnen". Das das nicht ganz stimmte, wissen wir beide, lassen das Thema aber dabei. Das darauf folgende Schweigen unterbreche diesmal ich und frage: "Würdest du mich weiter trainieren im Waffenkampf"? Jake bleibt kurz still bis er eine Gegenfrage stellt: "Warum möchtest du das"? Da ich ihm schlecht sagen kann, dass ich mehr Zeit mit ihm verbringen will, antworte ich mit meinem zweitbesten Grund: "Ich möchte nicht wieder so wehrlos sein, wie an dem Tag in Skálavik". Jake schweigt wieder einmal, während wir noch immer auf das Wasserspiel starren. "Ich werde es machen, doch erwarte nicht das ich sanft mit dir umgehe.", spricht Jake schließlich und ein kleines Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Im nächsten Moment tue ich etwas sehr unüberlegtes, doch ich bereue es nicht. Vorsichtig neige ich meinen Kopf zu Jake und lasse ihn auf seiner Schulter ruhen, sofort umhüllt mich eine Innere Zufriedenheit und ich schließe entspannt meine Augen. Doch Jake entfernt sich auch nicht von mir oder spricht es in irgendeiner Weise an, also genieße ich einfach seine Nähe und Wärme.
Ich weiß nicht wie viel Zeit vergangen war, doch irgendwann streicht mir Jake leicht über die Haare und flüstert in mein Ohr: " Wir müssen los Kathlin, dein Vater wartet". Langsam öffne ich meine Augen und erhebe mich. Trotz das mein Nacken leicht verspannt ist, bin ich ausgeruhter und so machen wir uns wieder zu dritt auf den Weg zurück zu meinem Zimmer. Dort erwarten mich bereits meine Zofen, welche uns sofort weiter führen. Bis wir schließlich eine große Flügeltür erreichen. Sobald uns die Soldaten, diese öffnen sind meine Zofen auch schon wieder verschwunden. Im Inneren erwartet mich mein Vater am oberen Ende einer marmornen Treppe, ich trete zu ihm, doch Jake bleibt stehen und zeigt mir damit im Stillen, dass er draußen warten würde. Nickend stimme ich ihm zu, während mein Blick zu Zenobio wandert. Ihn würde das Gespräch bestimmt langweilen, mit einem Pfeifen und einer Handbewegung schicke ich ihn zu Jake, dem er überraschenderweise ohne Wiederworte folgt. Mit einem dumpfen Ton falle die Türen zu und lassen mich mit meinem Vater alleine. Ihm einen Guten Morgen wünschend, stelle ich mich neben ihn an die Treppe, was mir einen guten Blick über den Raum gibt. Dieser ist hauptsächlich in beigen Tönen gehalten, strahlt aber trotzdem etwas majestätisches aus, mit den vielen Statuen und Ornamenten. Mein Vater wünscht mir ebenfalls einen Guten Morgen und beginnt kurzdarauf zu erklären warum wir hier sind: "Hier wirst du morgen als Gestaltwandler akzeptiert und zur Kronprinzessin gekrönt". Langsam geht er die Treppen hinunter zu einer Art Altar während er mir im Detail erklärt, was morgen passieren wird. Ich folge ihm und höre gespannt zu.
1762 Wörter ✔️
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Ihr wisst wie das Spiel läuft, also hier ein Bild, wie ich mir Kathlins Kleid für den Tag vorstelle.
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