Geistesabwesend starre ich auf das offene Meer. Wir hatten heute noch den ganzen Tag die Färöische Sprache gelernt und nur Pausen zum Essen gemacht. Zum einen konnte ich nun die Grundlagen der Amtssprache, zum anderen aber hatten wir kein einziges Mal mehr die Verwandlung geübt. Es frustriert mich, denn es ist augenscheinlich meine Inkompetenz die das verursacht. Nach dem Abendbrot haben sich alle voneinander verabschiedet. Runa und Lian sind in ihre Zimmer verschwunden, während Jake das Ruder übernommen hatte und ich wollte noch einen Spaziergang übers Deck machen. Schließlich bin ich am anderen Ende der Aeronaut angekommen und hier stehe ich noch immer, meinen Gedanken hinterherhängend. Einen kurzen Blick nach hinten, lässt mich Jake erkennen, wie er verantwortungsbewusst nach vorne schaut und uns voran bringt. Leise seufzend drehe ich mich wieder zur Reling. Vielleicht kann ich ja noch einmal versuchen, zu meditieren. Der Gedanke an die Mauer in meinem Inneren lässt mich erschaudern, aber der Entschluss, mich meinen Ängsten zustellen, wird mit jeder Sekunde größer und schiebt die Gedanken beiseite. Nun mit neuen Absichten setzte ich mich hinter einige Kisten. Verdeckt vor neugierigen Blicken, schließe ich meine Augen. Diese Mal fällt es mir um einiges einfacher meine Sinne auszublenden. Ob das nun an der späten Stunde oder daran liegt, dass ich dies bereits das zweite Mal mache, ist mir schleierhaft. Aber ich befasse mich nicht weiter mit dieser Frage und schiebe sie, wie die vielen anderen, mit einer Handbewegung weg. Dann stehe ich wieder in dem mir so unbekannten schwarzen Nichts, nur bildet sich diesmal sofort die Mauer vor mir. Und sie wirkt größer als je zuvor. Ich bin wieder kurz davor zurück zu weichen, doch ich hielt mich davon ab. Ich schaute nach links und rechts, um einen anderen Eingang zu finden. Doch nichts wies auf eine Lücke oder ein Loch in dieser Masse hin. Vorsichtig ging ich einige Schritte die Mauer entlang, doch sie scheint sich wie eine optische Täuschung immer weiter in die Länge zu ziehen. So, dass ich nach gefühlten Stunden immer noch vor dem Tor stehe. Stirnrunzelnd drehe ich mich also zu diesem und gehe direkt auf es zu. Dies scheint mein Unterbewusstsein wohl zu erlauben, denn ich bringe mich tatsächlich immer näher an den Eingang. Schließlich stehe ich direkt davor und traue mich kaum den Blick anzuheben, da ich sowieso nur auf eine unendlich hohe Mauer blicken würde. Ketten so dick, wie meine Oberschenkel schlingen sich um das Tor ohne ein wirkliches Ende oder einen Anfang zu haben. Trotzt dieser trostlos wirkenden Situation, verfestigt sich mein Entschluss, da hindurch zukommen. Ich weiß nicht wo diese Entschlossenheit herkommt, doch mit genau dieser hebe ich meine Hände und lege sie auf das Tor. Mit aller Kraft stützte ich mich gegen den Wall und hoffe ihn nur für einen Millimeter zubewegen. Jedoch habe ich die Masse der Grenze wohl überschätzt, denn das Tor schwingt leicht wie eine Feder auf und lässt mich mit Schwung ins Innere stolpern. Verwirrt schaue ich mich um, die Wand hinter mir, welche doch so massiv und unüberwindbar wirkte, fängt nun an zu bröckeln. Fasziniert schaue ich zu, wie ganze Brocken einfach im Nichts verschwinden, bis nur noch Fragmente des Ehemaligen vorhanden sind. Mit einem Blick nachvorne, muss ich jedoch feststellen, dass sich immer noch vollkommene Leere vor mir erstreckt. Etwas enttäuscht will ich meinen Blick senken, als ich etwas schneeweißes Aufblitzen sehe. Verwirrt blicke ich auf und sehe etwas, in meinen Augen, Wunderschönes. Ein kleiner schneeweißer Fuchs läuft auf mich zu und jedes Mal, wenn seine Pfoten den Boden berühren, sprießen kleine Blüten aus diesem. Mein Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle und ich bücke mich, um den Polarfuchs zu begrüßen. Ohne Scheu kommt er bei mir an und schmiegt sich an meine Handfläche. Ein Gedanken blitzt durch meinen Kopf, dies war meine Gestaltwandlerform. Mit diesem Gedanken schrecke ich aus der Dunkelheit auf. Es ist bereits stockdunkel auf dem Schiff und eine kalte Brise lässt mich erschaudern, doch noch etwas anderes hat sich verändert. Ich weiß es tief in meinem Inneren, ich war nun nicht mehr alleine. Ein kleiner Polarfuchs schmiegt sie, um mein Herz und mir wird angenehm warm, trotz der Kälte, welche eigentlich herrscht. Zufrieden muss ich lächeln, das war eines der schönsten Geschenke, welche mir das Leben geben konnte und voller Erschöpfung schlafe ich auf dem Deck, mit einem Lächeln im Gesicht, ein.
722 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasíaTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
