Mit einem dumpfen besiegelnden Ton schlägt der tote Körper der Wache auf den Boden auf und die Person hinter ihm tritt aus dem Schatten. Das Gesicht welches nun sichtbar wird, wurde mir schon seit Jahren ins Gedächtnis eingedrängt. Durch Erzählungen und Propaganda Plakaten wurde jedem schottischen Bewohner weiß gemacht, dass der großartigste Mann aller Zeiten unser Land regiert und sein schützende Hand über jedem von uns schwebt. Und doch war jedem bewusst, dass der Mann, welcher nun den Thronsaal betrat, sich einen Dreck, um sein Königreich kümmert. König Härbör von Schottland, Halbruder meines Vaters und so schwer wie ich es mir auch vorstellen kann, mein Onkel. In seiner Hand schwingt er sein tiefschwarzes Schwert, wobei das daran hängende Blut in alle Richtungen spritz. Nun tritt eine zweite Person aus dem Schatten und steigt elegant über die am Boden liegende Leiche. Mit einer fast schon gruseligen Eleganz schwingt die Frau ihr pechschwarzes Haar nach hinten und fixiert mich mit ihren eiskalten Augen. Die Person, welche nun vor uns steht, ist die feindliche Hexe Tuuli und zusammen mit König Härbör schreiten sie, wie der Tod selbst, auf uns zu. Innerhalb eines Augenblickes positionieren sich die drei Wachen und Fia vor uns, um uns ihren Schutz anzubieten. Doch die Feinde scheinen nicht besonders beeindruckt und ein gehässiges Lachen kommt von Tuuli. "Was wollt ihr?", fragt mein Vater, versucht ruhig. Doch die Beiden bleiben nur grinsend stehen, bis Tuuli spricht: "Ach Rayloy, du kennst mich doch schon, wieso sollte ich dir erneut erzählen, was unser Hintergrund ist". Nun fasse ich den Mut und spreche: "Es kann doch nicht sein, dass Sie ein ganzes Land angreifen und dabei unschuldige Wesen gefährden, nur weil sie bei uns kein zu Hause gefunden haben". Hartnäckig starre ich zwischen den Rücken der Soldaten hindurch, direkt in die bizarr blitzenden Augen der Hexe. Doch ihr Gesicht verzieht sich nur zu einer grinsenden Grimasse, bis sie schließlich antwortet: "Warum nicht"? Wut bildet sich in mir, als sie antwortet, als würden keine Leben an dieser Entscheidung hängen. Dann beginnt Härbör zusprechen: "Naja und vielleicht, will ich endlich meinen nervigen Halbbruder loswerden und mit ihm sein scheußliches Gesindel". Nun wird auch mein Vater von seinen Gefühlen geleitet und er knurrt erbost auf, während seine Hand sich ruhig um sein bleiernen Schwertknauf legt. Auch Zenobio neben mir wirkt angespannter, doch sein tägliches Training hatte ihn geistig, wie auch körperlich stärker gemacht und er flüchtet nicht mehr vor der Gefahr.
Auf einmal geschieht alles in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. Die Hexe und der feindliche König stürmen vor und greifen die Wachen vor uns an. Doch diese Wesen sind ausgebildete Söldner und reagieren genauso schnell. Schwerthiebe werden zwischen den Soldaten und Härbör ausgetauscht und besonders Fia schafft einige Angriffe, welche den König in Bedrängnis bringen, doch die wahre Gefahr, welche dahinter lauert, ist Tuuli. Ich muss mit Erschrecken feststellen, dass jeder, welcher der Hexe zu Nahe kommt, mit einer einfach Berührung umfällt. Ich hoffe inständig, dass sie nicht Tod sind, doch sicher kann ich mir nicht sein. Innerhalb weniger Minuten, herrscht absolute Stille, welche nur durch gedämpfte Kampfgeräusche von draußen gestört wird. Links und Rechts von uns liegen die bewegungsunfähigen Körper der Personen, welche uns beschützen wollten und doch das die Lage aussichtslos scheint, stehe ich beharrlich vor den Eindringlingen, links neben mir Zenobio und rechts meinen Vater, welcher nun kampfbereit sein Schwert gezogen hat und es schützend vor sich schwebend hält. Wir sind uns beide einig, dass wir nicht freiwillig und erst recht nicht ohne Wiederstand aufgeben werden. Und so hebe auch ich meine Fäuste und bereite mich auf das schlimmste vor, während Zenobio neben mir bedrohlich die Zähne fletscht. Auf dem Gesicht von Härbör liegt noch immer das allesbesiegelnde Grinsen, welches nur so vor Stolz prahlt. "Bruder, ich will nicht gegen dich kämpfen, doch wenn ich der einzige bin, welcher zwischen dir und meinem Volk steht, werde ich nicht zögern.", bestätigt mein Vater seine bestimmende Haltung. "So soll es sein.", stimmt Härbör ihm boshaft zu und schon stürmt er mit erhobenem Schwert auf meinen Vater zu, welcher den Angriff sofort blockt. Ein gehetzter Kampf entsteht, wobei ich weder erkennen kann, wer unterlegen ist, noch wie ich helfen kann. Doch als ich entschließe einfach einzugreifen, werde ich von einer gehässigen Stimme unterbrochen. "Wag es ja nicht, den Kampf zu unterbrechen.", zischt mir Tuuli von der gegenüberliegenden Seite entgegen. Mit hasserfüllten Blick drehe ich mich zu ihr um und gehe bedrohlich auf sie zu, während ich spreche: "Wie kannst du es überhaupt wagen, hier erneut aufzutauchen, wir haben dir verziehen, als du uns angegriffen hast und haben dir einen Neuanfang gegeben und du wirfst das alles weg und beginnst einen Krieg". Lachend beugt sie sich zu mir und sagt: "Oh nein, soll ich jetzt etwa Angst vor der kleinen Prinzessin haben". "Das solltest du.", knurre ich ihr entgegen und verwandle einen meiner Arme zu einen Ast, mit welchem ich nach ihren Waden schlage. Überrascht stolpert sie nach hinten und ihr Grinsen entweicht für einen Moment ihrem Gesicht. Doch als meine Hand wieder ihre menschliche Gestalt annimmt, springt mir schon die Hexe entgegen und ich entkomme ihr nur knapp mit einem Sprung nachhinten. Doch kaum stehe ich wieder auf dem Boden, kommt sie mir mit einem gefährlich blitzenden Dolch entgegen. Mit einer unglaublichen Schnelligkeit rennt sie plötzlich auf mich zu. Ich sehe die goldene Klinge auf mich zurasen , doch als sie in meiner Schulter sticht, kommt sie nur wenige Millimeter durch meine gebildete Rinde. Kreischend reist sie den Dolch aus mir und schubst mich mit einer unsichtbaren Kraft mehrere Meter nach hinten. Der Aufprall ist hart und für einen Moment kann ich mich durch den Druck nicht bewegen. Meine Finger suchen halt auf dem Steinboden und erfassen überraschend den Griff einer langen Klinge. Fest umschließt sich meine Hand, um die neue Waffe, von einem der Soldaten und keuchend stütze ich mich mit der Anderen hoch, so dass ich wieder auf festem Boden stehe. So leicht wird sie mich nicht los werden, denke ich mir. Mit einigen, gepfiffenen Tönen gebe ich Zenobio Befehle und hebe das Schwert angriffsbereit vor mich. Innerhalb eines Augenschlags steht Tuuli vor mir und sticht erneut auf mich ein, doch diesmal wende ich ihre Schläge mit meiner Waffe ab. Mit einem angedeuteten Schlag nach links versuche ich sie abzulenken, doch mein wahrer Angriff wird schneller abgehalten als gedacht. Es entsteht ein sich ständig verändernder Schlagabtausch, wobei ich immer wieder ein Stück nach hinten weichen muss. Ich ducke mich gerade unter einem Angriff hinweg , als sich plötzlich der riesige Körper von Zenobio auf Tuuli stürzt. Mit einem erstickten Keuchen fällt sie auf den Boden und ihre Waffe fällt klirrend neben sie. Schnell schieße ich den Dolch in die nächstbeste Ecke und beuge mich dann lächelnd zu Tuuli runter. "Na doch nicht so stark?", gebe ich grinsend von mir, doch sie verfällt nur in ein verrücktes Lachen, welches immer lauter wird. Klirrende Geräusche lassen mich hochschauen und fluchend muss ich feststellen, dass unsere Wachen aufstehen und sich mit abwesenden Augen langsam auf uns zubewegen. Mir ist nur zu genau bewusst, dass diese Wesen nun keine Kontrolle mehr über ihren Körper haben. Mit fester Stimme befehle ich Zenobio auf Tuuli aufzupassen, wobei ich mich darauf vorbereite, gleich gegen vier der besten Soldaten zu kämpfen, welche in der Palastwache arbeiten. Diese kommen immer näher und beginnen uns langsam zu umkreisen, während mein Vater auf der anderen Seite des Saales noch immer um sein Überleben kämpft.
1240 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
