Chapter 48

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Wieder einmal stehen wir auf dem Deck und Jake erklärt mir etwas über die Gestaltwandlung. Diese Situation ist mir schon so bekannt, dass ich sie gar nicht mehr missen will. "Hey Kathlin hörst du mir überhaupt zu?", sagt Jake und holt mich somit aus meinen Gedanken. "Nein, tut mir leid, was hast du gesagt?", entschuldige ich mich. Jake verdreht genervt die Augen und beginnt von vorne zu erklären: " Wie ich eben schon erzählt habe, ist deine Polarfuchsform nicht die einzige Verwandlung die du vollbringen kannst. Heute wirst du also versuchen, ein zweites Tier zurufen, wenn du dann erstmal weißt wie es geht, kannst du dich soviel ausprobieren wie du willst". Verstehend setze ich mich in den Schneidersitz und schließe meine Augen. Am Anfang wird mir die Meditation noch helfen mich zu konzentrieren, doch ich war mir sicher, irgendwann würde ich es auch ohne können. Meine Gedanken bringen mich recht schnell zurück auf die Lichtung, auf welcher ich bereits meinen kleinen Fuchs toben sehe. " Okay, tief durchatmen, welches Tier willst du zu dir rufen?", frage ich mich selbst. Da kommt mir eine Idee, damit würde ich Jake bestimmt eine Freude machen können. Ich pfeife einmal laut zwischen die Zähne und rufe das Tier. Einige Sekunden passiert nichts, doch dann sehe ich einen rot- schwarzen Punkt am Horizont, welcher immer größer wird und schließlich in Form eines Wolfes vor mir stehen bleibt. Staunend bücke ich mich herunter und halte ihr meine Hand entgegen. Sie schmiegt sich direkt an diese, welche ich langsam durch ihr Fell gleiten lasse. Dieses ist eine Mischung aus rot und braun, mit einigen weißen und grauen Stellen und als sie mich mit ihren treuen Augen anschaut, verliere ich mich in dessen Brauntönen. Mein Vertrauen sieht sie als Erlaubnis sich an meine Brust zu schmiegen, während ich die Augen schließe. Es vergeht keine Sekunde da öffne ich die Augen und stehe auf allen vieren, in dieser wunderschönen Wolfsform. Ein Knurren lässt mich erschrocken aufschauen. Jake hat sich aus Reflex ebenfalls verwandelt und fletscht gefährlich die Zähne. Vielleicht war das Ganze doch keine gute Idee. Schnell lege ich mich unterwürfig auf den Boden und lasse ihn auf meine Kehle blicken. Mit stolzem aber gefährlichen Gang kommt er auf mich zu und senkt seinen Schnauze zu mir herunter. Ich spüre förmlich, wie er die Luft und somit meinen Geruch in sich aufnimmt. Was danach passiert hätte ich mir niemals vorgestellt, Jake löst sich sofort aus seiner Anspannung und schmiegt seinen Kopf an meinen. Als ich mich vorsichtig richtig hinlege, legt auch Jake sich zu mir und schiebt seinen Körper noch näher an mich, so dass er  halb auf mir ruht und beginnt meine Ohren sauber zu lecken. Ich weiß nicht genau was ich jetzt machen soll, mir kam es recht wahrscheinlich vor, dass das Jakes Instinkte sind, welche so reagieren und dagegen konnte weder ich noch er was machen. Doch warum seine Instinkte ihm diese Handlung befohlen, kann ich nicht sagen. Da mir aber mein Wolf sagt, dass es ihr gefällt, bleibe ich liegen. Jake strahlt eine angenehme Wärme aus und das schöne heimatliche Gefühl. Verträumt schließe ich die Augen. Mein Atem wird immer ruhiger, bis ich schließlich einschlafe.

Leises Kichern lässt mich meine Augen öffnen und nach oben schauen. Vor mir stehen Runa und Lian, welche mit Abstand leise miteinander reden und immer wieder Kichern müssen, wenn sie zu uns schauen. Jake liegt noch immer auf mir und mit Erschrecken muss ich feststellen, dass er Runa und Lian anknurrt. Vorsichtig schiebe ich mich unter ihm weg und stehe schließlich auf allen Vieren. Schnell verwandele ich mich wieder zurück, bevor Jake oder seine Wolfsform noch auf dumme Gedanken kommen konnte. Meine menschliche Gestalt, war dann wohl auch der Auslöser dafür, dass er sich ebenfalls zurück verwandelt. Etwas verwirrt schaut er sich um, also waren seine Taten wirklich nicht unter seiner Kontrolle. "Kein Wort zu irgendwem.", zischt er und verschwindet einfach unter Deck. Verwirrt schaue ich ihm nach, während die anderen Beiden in lautes Gelächter fallen. Was ihn wohl dazu gebracht hatte, so zu handeln? Nachdenklich schaue ich zu meinen Freunden, doch die machen sich bereits lachend an ihre Aufgaben auf dem Schiff. Kopfschütteln gehe ich an die Reling und atme tief durch. Vielleicht wird er es mir irgendwann erklären. Mit diesem Gedanken mache ich mich daran, weiter mit meiner Wolfsgestalt zu üben.

721 Wörter ✔️

The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt