Wir sind nun schon wieder eine Weile unterwegs, als der Weg langsam den Abhang hinunter geht. Ich hatte die Hoffnung der Weg würde nun bald enden. Doch mit einem Blick über Jakes Schulter verblasst mein Gedanke. Wir hatten noch ein ganzes Stück vor uns.
Seufzend setze ich weiter einen Fuß vor den anderen, immer Jakes Rücken in meinem Blickfeld, wie er geschmeidig vor mir geht. Es ist schon faszinierend, wie sich die Merkmale der Raubkatze bei ihm so deutlich hervorhoben. Komisch nur, dass er sich bis jetzt nur in einen Wolf verwandelt hat. Doch ihn darauf ansprechen wollte ich nicht, schließlich ist es doch zu privat und so gut kennen wir uns wirklich nicht. Wieder einmal seufze ich resigniert und folge meinen Begleitern brav. Plötzlich bleibt Jake stehen und ich krache fast in ihn hinein. Als ich ihn fragen will, warum wir stehen geblieben sind, sehe ich sein Gesicht. Er schaut konzentriert nach oben auf die Spitze der Bergkette und an seinem Kopf sind zwei Wolfsohren, die sich aufgestellt haben und verzweifelt hin und her zucken. Seine komplette Haltung, lässt mich ein Gefühl des Unbehagens fühlen. Irgendwas muss er gehört haben, dass nichts Gutes bedeuten kann. Sein Blick bleibt immer noch stur am gleichen Punkt hängen, als er zu Runa spricht: " Runa, geh nach schauen". War sein einziger Satz und doch klingt es wie ein Befehl dem Runa sofort gehorcht. Sie verwandelt sich in den so gewohnten Steinadler und fliegt hinauf. Sie dreht mehrere Runden um die Spitze, fliegt dann aber wieder zurück und stießt einen spitzen Schrei aus. Dies musst bedeuten, dass sie nichts gefunden hat, denn Lian, welcher wie versteinert hinter mir stand, lässt seinen Anspannung nun fallen. Auch Jake wirkt jetzt ein wenig ruhiger, aber immer noch auf der Hut. Runa fliegt wieder zu uns und verwandelt sich zurück.
So setzt sich unsere Truppe wieder in Bewegung, doch die Stimmung wirkt bedrückt. So als würden alle etwas Schreckliches erwarten. Nur ich verstehe nicht ganz, was los ist. Was sollte uns schon passieren. Mit diesem Gedanken laufe ich weiter, als ein kleiner Stein vor mich rollt. Verwundert schaue ich auf. Ein kleiner Riss bildet sich still, aber stätig im Gestein und wird jede Sekunde größer. Mit angehaltenem Atem flüstere ich Jake zu, was ich sehe. Sein Blick zuckt Richtung Riss und er flucht leise. Als ob dies der Auslöser wäre, wird der Riss auf einmal mehrere Meter lang und ein riesiger Brocken löst sich. Ich habe gar nicht genug Zeit, um überhaupt reagieren zu können. Die obere Schicht löst sich vom Rest des Berges und rutscht gefährlich schnell auf uns zu. Während ich noch dabei bin alles zu realisieren, wird mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Meine Reaktion ist dabei nur ein lauter Schrei, was die Situation wohl nicht verbessert. Mein Fall wird jedoch ruckartig von einer Hand um mein Handgelenk gestoppt. Ich werde mit einem Ruck hochgezogen und lande auf dem Rücken eines Wolfes. Dem Rücken von Jake. Ich habe gar keine Möglichkeit, dass wirklich zu realisieren. Denn um mich herum herrscht das reinste Chaos. Überall fliegen Steine umher und eine Steinlawine kommt immer näher. Jake sprintet mit mir immer weiter den Weg entlang, wobei er immer öfter den Steinbrocken ausweichen muss. Instinktiv krallte ich mich in das nächstbeste was ich zu greifen bekomme In diesem Fall ist es das Fell von Jake. Ich will vor Angst meine Augen schließen. Doch plötzlich durchschießt mich ein Gedanke: " Wo waren Lian und Runa"? Mit einem vorsichtigen Blick nachhinten, durchströmt mich Erleichterung. Runa hat sich ebenfalls in einen Wolf verwandelt und hält Lian auf ihrem Rücken. Man sieht jedoch das Runa nicht vollkommen in ihrem Element ist, denn sie bewegt sich leicht schwerfällig im Körper des Wolfes. Doch es reicht, dass sie den Steinen ausweichen kann und Lian auf ihrem Rücken bleibt.
Plötzlich hört ich eine Knurren von Jake, was mich sofort nach vorne schauen lässt. Noch immer laufen wir im Zickzack den Weg entlang, doch Jake hat ein bisschen weiter unter dem Weg eine Höhle gefunden. Als ob Runa ihn genau verstanden hat, folgt sie ihm den steilen Abhang hinunter. Kurz bevor wir in der Höhle ankommen, schallt jedoch ein schmerzverzerrtes Jaulen in den Bergen wieder. Mein Blick fliegt sofort zu Runa und ich ziehe erschrocken die Luft ein, ihr Fuß klemmt zwischen zwei Steinen fest. Lian ist von ihrem Rücken gefallen und versucht ihr nun helfen. Doch Runa verwandelt sich in einen Menschen und schreit uns zu: " Los, schnell in die Höhle, du auch Lian." Doch Lian hört gar nicht auf sie, ich will auch zu ihr doch Jake rennt weiter Richtung Eingang. Als ich endlich von ihm runter komme, renne ich zum Höhleneingang, doch werde ich vom schweren Gewicht des Wolfes umgeschmissen und auf den Boden gedrückt. Ein verzweifeltes Nein, schreie ich Richtung Licht. Als ich schon höre wie die Steine über die Höhle hinweg rollen.
Als ich schon enttäuscht meine Augen schließen will, höre ich Schritte. Der Druck löst sich von mir, als Jake aufsteht und ich mich aufsetzten kann. Als ich nach vorne schaue, atme ich erleichtert aus, sie hatten es doch noch geschafft.
853 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasiTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
