Ich sitze gerade im Unterricht und höre meinem Lehrer für Politik zu, während mein Blick verloren durch die Gegend schweift. Ich hatte den kompletten Winter im Schloss verbracht, hatte vieles gelernt und schon vieles erreicht, dachte man nur an die nun aufblühende Wirtschaft auf den Randinseln. Jedoch ist es nun auch schon einige Monate her, seit ich von zu Hause geflohen war und durch den Alltag, welcher sich langsam in mein Leben schleicht, kommt das Heimweh wieder. Ich fühle mich hier wohl, ich hatte das zu Hause gefunden, welches ich immer gesucht hatte, doch nun verstehe ich, dass ich auch bei meiner Mutter und meiner Oma ein zu Hause hatte. Vielleicht rede ich mir die alten Zeiten nur schön, doch ich vermisste sie. Besonders stark wurde dieses Gefühl vor einigen Tagen, als wir beim Mittagessen auf meine Mutter gekommen waren. Daraufhin hat mein Vater mir seine Geschichte mit ihr erzählt. Er war auf der Flucht vor den Soldaten seines Bruders gewesen, da sein Vater, welcher im Sterbebett lag ihn für vogelfrei erklärt hatte. Damals wusste er nichts von seinen Genen und hatte auch keinen Ort, wo er sich sicher fühlen konnte. Als er gerade eines der Dörfer durchquerte, war er erschöpft und leicht verletzt. Meine Mutter soll ihm zu dieser Zeit geholfen haben, sie pflegte ihn gesund und gab ihm Obdach, über diese Tage verliebte sich mein Vater in meine Mutter. Er blieb noch einige weitere Wochen, in welcher er meine Mutter immer wieder ausführte, bis diese auch ihre Liebe gestand. Sie führten eine Beziehung und bald wurde meine Mutter mit mir schwanger, doch als mein Vater gerade auf dem großen Markt war, entdeckte er Soldaten seines Bruders, welche nach ihm fragten. Ihm war immer bewusst gewesen, dass er auch hier nicht sicher war, doch die Gefühle waren zu stark gewesen , um zu gehen. In diesem Moment wurde ihm jedoch klar, wie egoistisch sein Handeln war und dass er sowohl seine Geliebte, als auch seine Tochter in Gefahr brachte. Noch an diesem Abend verließ er uns, er versuchte es meiner Mutter zu erklären, doch wie sollte man einer geliebten Person weismachen, dass man sich nie wieder sehen könnte. Er versprach sich zumindest seine Tochter irgendwann zutreffen.
Die Geschichte meines Vaters war gleichzeitig romantisch, wie auch traurig, doch dies alles mit meiner Mutter zu verbinden, fällt mir schwer. Nach seinen Worten, war sie eine fröhliche und offene Person. Jemand der einer fremden Person Hilfe anbot und niemals jemanden böse wurde. Im Gegenteil dazu steht mein Bild von meiner Mutter, eine verkniffene und strenge Frau, welche von mir alles erwartet und auf keinen meiner Wünsche einging. Ihr einziges Ziel war es mich reich zu verheiraten. Doch ich wollte die Erinnerungen meines Vater nicht zerstören, also schwieg ich an diesem Tag und hörte ihm zu. Doch trotz das die Geschichte zwischen meinem Vater und meiner Mutter beendet war, kamen meine Erinnerungen an sie und meine Oma immer wieder und Heimweh stieg in mir auf. Während also mein Lehrer mir einige erweiternden Information zu der Außenpolitik erzählt, kommt mir der Gedanke den Ort, wo ich aufgewachsen war, zu besuchen. Doch dafür müsste ich erst meinen Vater überreden, mich für einige Tage gehen zulassen, was wohl nicht so einfach sein würde, da ich ja nun Kronprinzessin bin.
Nach einer weiteren Stunde Politik, darf ich endlich aus dem Büro. Normalerweise würde ich mit Jake jetzt zum Training gehen, doch stattdessen steuerten wir das Arbeitszimmer des Königs an. Ich hatte meinem Begleiter noch nichts von meiner Idee erzählt, schließlich war es noch nicht mal ansatzweise beschlossen. An der schweren Tür angekommen, klopfe ich zunächst, doch nach einem "Herein", trete ich ein. Mein Vater schaut fragend zu mir hoch, doch bevor ich anfange zusprechen, begrüße ich ihn mit einem kleinen Knicks. Schließlich trete ich zu ihm nach vorne und spreche mein Anliegen direkt an: " Hallo Vater, seit du vor einigen Tagen von meiner Mutter gesprochen hast, umgibt mich ein starkes Gefühl von Heimweh, was mich zur Isle of Skye zieht. Sag, würdest du mich für einige Tage auf die Reise gehen lassen"? Nachdenklich schaut mir mein Gegenüber in die Augen, bevor er mir antwortet: "Kathlin, du bist Kronprinzessin, du hast Pflichten und Unterricht, ich weiß nicht was ich davon halten soll". Bittend schaue ich ihm nun auch in die Augen und spreche mit klarer Stimme: "Ich weiß, jedoch habe ich mich nie von meiner Mutter verabschiedet und solange dies der Fall ist, weiß ich nicht ob ich hier jemals richtig ankommen kann. Was den Unterricht angeht, so ist jeder meiner Lehrer der Meinung, dass wir im Stoff schon weiter sind, als überhaupt geplant. Sie werden bestimm nichts gegen einige freie Tage haben". Seufzend spricht nun wieder Rayloy: "Ich werde es dir erlauben, aber dich werden Soldaten begleiten, um dein Schutz sicherzustellen". Ein Lächeln bildet sich auf meinem Lippen und ich antworte: "Vielen Dank. Nun die besten Soldaten die du hast, sind dann wohl Jake, Runa und Lian, wenn ich mich nicht täusche". Mein Vater zieht eine Augenbraue hoch, als er bemerkt, was ich da geplant hatte. Nickt dann aber und automatisch wird mein Grinsen noch größer.
Mit schnellen Schritten mache ich mich in mein Zimmer auf, während Jake zu mir aufholt und mich belustigt anspricht: " Und wann hattest du vor mir von dem allem zu erzählen"? Schüchtern schaue ich zu ihm und sage: " Naja, der Plan war noch nicht ganz so ausgereift und es kam alles erst bei meinem Vater zusammen. Aber wenn du mich nicht begleiten willst, musst du ja nicht". Trotz, dass es nur ein Scherz sein sollte, überfällt mich ein kalter Schauer, bei dem Gedanken von Jake getrennt zu sein. Doch Jake erlöst mich, als er sagt: "Kathlin, ich würde dich niemals alleine irgendwo hin gehen lassen". Seufzend nicke ich, lächele dann wieder und beginne mit Jake die Tour zu planen.
Bald darauf sind wir in meinem Zimmer angekommen und ich kann meine Zofen losschicken, um einige Dinge zu erledigen. Unteranderem Reisekleidung zu beauftragen und Lian und Runa Bescheid zusagen. Ich hätte, dass auch selber machen können, doch dann hätten wir mit zwei weiteren Wachen losgemusst. Ich lege einige Karten auf den Tisch und Jake zeichnet die ersten Übernachtungsmöglichkeiten ein, während ich mich zu ihm setzte. Ich freue mich mit meinen Freunden einige Tage, außerhalb des Schlosses zu verbringen und noch einmal nach Hause zukommen.
1055 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
