Respektvoll nicke ich auch dem letzte Parlamentarier zu, bevor dieser den Thronsaal verlässt. Nun steht nur noch Karmayna vor uns, doch sie möchte noch etwas besprechen und geht deswegen nochmal auf uns zu. "Eure Majestät, ich würde gerne die Standhaftigkeit des Schutzwalls verbessern, doch alleine kann ich die Macht nicht mehr halte.", erklärt sie uns. Mein Vater nickt zustimmend und sagt: "Ich stimme dir zu, nach dem letzten Krieg müssen wir wohl eingestehen, dass wir einige Schwachstellen in unserer Schutzmauer haben. Wie gedenkst du den Zauber zu verändern"? "Nun, meine Spezialität bezieht sich auf die Magie der Runen und wie man mit ihnen Objekte und Personen zu Trägern umfunktioniert. Die besten Chancen haben wir, wenn wir Wesen finden, welche als Träger fungieren und die Säulen des Walles werden, sowie ich einer bin. Jedoch würde ich es für schlauer finden, wenn wir mehrere Personen nehmen, damit es nicht wieder vorkommen kann, dass wenn einer entführt oder getötet wird, der ganze Bann zusammenbricht.", spricht Karmayna und ich verstehe langsam den Hintergedanken bei der Veränderung. Vorsichtig melde ich mich zu Wort und spreche: "Ich weiß natürlich nicht, wie Magie an sich funktioniert, doch ist es möglich zu verhindern, dass die Mauer schwächer wird, je weiter sich die Runenträger entfernen"? Karmayna überlegt einen Moment und nickt dann aber, als sie sagt: "Es wird mich einiges an Konzentration kosten, doch ich denke es ist möglich, dass durch zusetzen. Jetzt brauchen wir nur noch die geeigneten Wesen, sie sollten vertrauenswürdig sein und ihrem Land alles geben können, wenn es das braucht". Wir überlegen einige Minuten, verwerfen aber die meisten Ideen wieder. Schließlich spreche ich aus, was mir seit einiger Zeit im Kopf schwirrt: "Wenn die Zeit heran gekommen ist, kann man die Macht der Runen weiter geben"? " Ja, mit Hilfe einer starken Hexe oder Zauberin ist es möglich die eigene Last des Bannes an die nächste Generation weiterzugeben, doch es muss auf freiwilliger Basis stattfinden und mit einem Schwur bestätigt werden.", erklärt mir Karmayna. Ich nicke verstehend und gebe dann meine Entscheidung preis: " Dann werde ich einer der Träger werden, mein königliches Blut und die ständigen Erinnerungen an die Vergangenheit der Wandler bindet mich stark an das Volk. Durch meinen Schwur ist es mir untersagt der Bevölkerung Schaden zuzufügen und somit bin ich der vertrauenswürdigste Träger den das Land aufbringen kann". "Auf gar keinen Fall, was ist wenn du deswegen gejagt oder getötet wirst.", widerspricht mir mein Vater. Ich verstehe seine Sorgen, doch erkläre ihm ruhig: "Getötet werden, kann ich auch alleine aus dem Grund, dass ich ein Wandler bin und Kronprinzessin eines versteckten Volkes. Außerdem müssen wir es ja keinem sagen, dass ich ein Träger bin". Entschlossen schaue ich Rayloy in die Augen, welche mich mustern, doch er scheint keine Zweifel bei mir zu finden und schließlich stimmt er zu: "Okay, aber dann werde ich auch ein Runenträger und wenn du auf Reisen bist, ist wenigstens einer im Land". Lächelnd nicke ich ihm zu und überlege weiter: "Wie wäre es noch mit Jake, er ist ein guter Kämpfer und kann sie im Notfall bestens verteidigen". "Wir könnten ihn fragen, aber dann würde ich auch noch Lian nehmen, er ist einer meiner besten Spione, vertrauenswürdig und kann jeder Zeit untertauchen, wenn die Träger gesucht werden.", gibt mein Vater dazu und ich pflichte ihm dazu bei. Nun kommt Karmayna wieder zu Wort und sagt: "Ich würde gerne noch die Schwester von Lian dazu nehmen, sie hat in beiden Kriegen ihr Können bewiesen und lässt sich nur schwer täuschen". So kommen wir schließlich zu unseren fünf Freiwilligen, jetzt müssen wir nur noch die Anderen fragen.
Einige Tage später stehen wir fünf vor Karmayna, meine Freunde stimmten unserem Vorschlag schnell zu, hatten aber verständlicherweise einige Fragen. Die letzten Tage brauchten Runa und Lian um anzureisen, während Karmayna die Zeit nutzte, sich vorzubereiten. Es bedeutet ihr viel Kraft, einen neuen Bann zulegen, doch sie sammelt die Magie aus dem Alten und nutzt diese als Unterstützung.
Da wir uns nun alle versammelt hatten, kann Karmayna mit ihrem Ritual beginnen. Wir stellen uns in einer Reihe auf und die Runenhexe nimmt sich eine art Kreide, mit welcher sie einen Kreis, um uns zieht, dann fühlt sie ihn mit verschiedenen Formen, welche wohl die Runen darstellen sollen. Sobald sie fertig ist stellt sie sich mit einem festen Stand vor uns und erhebt langsam ihre Hände. Dabei murmelt sich unverständliche Sätze, wobei ihre Stimme immer mal wieder lauter oder leiser wird.
Dann beginnt sie mit ihren Fingern Runen in die Luft zu zeichnen oder zumindest sieht es so aus. Während der ganzen Prozedur merke ich rein gar nichts, doch ich wage es nicht, die Hexe zu unterbrechen und so schaue ich ihr schweigend zu.
Plötzlich fangen ihre Finger an bläulich zu leuchten und die Zeichen, die sie malt, werden sichtbar. Sie glühen in einem grellen blau in der Luft, wie eingefrorene Blitze. Fasziniert beobachte ich die Zeichen und nehme mir vor, ein bisschen mehr darüber zu recherchieren.
Auf einmal schießt ein stechender Schmerz in meinem Herz und breitet sich dort aus, doch noch bevor ich aufstöhnen kann, verschwindet er wieder und mit ihm das Leuchten der Runen. Verwirrt blinzle ich einige Male, dann spüre ich eine Art Jucken in meinem Nacken und wie eine Gänsehaut sich von dort aus über meinen Rücken ausbreitet. Ich muss mich einmal schütteln, um das Gefühl loszuwerden, dann schaue ich zu den Anderen, vielleicht haben sie es auch gespürt.
"Hey, schau mal.", holt mich Lian aus meinen Gedanken und streckt begeistert seine Unterarm aus. Auf diesem ziehen sich schwarze Linien entlang und bilden eine Reihe aus verschiedenen Rune, welche alle miteinander verbunden sind. Nun schaue ich auch auf meinen Unterarm, doch dort ist nichts dergleichen zusehen. Dann spüre ich plötzlich einen kalten Finger im Nacken und Lian, welche aufgeregt sagt: "Hier ist deins". Ich verrenke mich etwas und sehe einige Anzeichen der schwarzen Farbe unter meinem Nacken. Nach dem Kribbeln zu urteilen, müssen meine Runen vom Haaransatz bis hin zu der Höhe der Schulterblättern gehen. Vorsichtig fahre ich mit meinen Fingern diese Stellen entlang und fühle tatsächlich eine leichte Erhöhung meiner Haut, wie bei einer Narbe.
Mein Vater findet seine Runen auf seiner Handinnenfläche, Runa hat ihre auf ihrem Bauch und Jake sieht seine schließlich von dem Schlüsselbein ab hinunter laufend.
Nun können wir nur noch hoffen, dass alles klappt, wie es soll.
Noch am gleichen Nachmittag sitze ich mit meinen Freunden draußen im Garten. Die Sonne wärmt unsere Gesichter und lässt den Tag ausklingen, als wäre nie etwas anderes gewesen. Als herrschte nicht noch vor einigen Tagen ein gewaltiger Krieg. Die Momente, welche ich nun mit meinen Freunden genieße, scheint wie ein Traum, doch ich bin froh, dass wieder Frieden herrscht.
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
