Chapter 105

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Geweckt werde ich durch die hereinbrechenden Sonnenstrahlen, welche mich sanft an der Nase kitzeln. Als ich die Augen öffne, blicke ich in die gerade untergehende Sonne, ich hatte wohl nur wenige Stunden geschlafen. "Guten Morgen Prinzessin.", haucht mir Jake entgegen, welcher direkt neben mir sitzt, lächelnd drehe ich mich zu ihm um. Dann bemerke ich auch die zweite Gestalt im Zimmer, es ist mein Vater, welcher lädiert im gegenüberliegenden Bett liegt. "Geht es ihm gut.", frage ich Jake besorgt, während mein Blick auf unserem König liegt. Mein Partner nickt und spricht: " Er ist einige Minuten nach dir gekommen, doch die Ärzte sagen, bis auf einige Rippenbrüche und eine lange Schnittwunde am Arm geht es ihm gut. Nach einigen Wochen wird nichts, bis auf eine Narbe am Unterarm übrig bleiben. Er hat sich gut geschlagen und er hatte Glück, das Härbör auf eine lange Prozedur plädierte und keine Execution wählte. Schließlich war es die Zeit die ihm das Leben rettete, wer weiß was passiert wäre, wenn wir nicht rechtzeitig gekommen wären". Anscheinend haben wir ihn geweckt, denn mit einem leisen Rascheln wird die Bettdecke weg geschoben und ächzend erhebt sich mein Vater. "Wie geht es dir Papa?", frage ich ihn sanft. Ein gezwungenes Lächeln bildet sich auf seinem Gesicht und er bringt schmerzhaft rüber: "Es gab schlechtere Tage, aber auch bessere". Leise muss ich kichern, bei der gelassenen Stimmung. "Eure Majestät.", begrüßt Jake ihn und beginnt kurz zu erklären, was in den letzten Stunden vorgefallen war: "Der Krieg ist zu Ende und unsere Verwundeten werden verarztet. Die Hexe Tuuli und König Härbör sitzen zur Zeit in einer Zelle und werden gut bewacht". Mein Vater nickt verstehend und lehnt sich schließlich wieder zurück und schließt seine Augen. Vorsichtig lehne ich mich zu Jake rüber und flüstere ihm zu:" Ich weiß es ist eine komische Frage, aber hast du auch bemerkt, dass unsere Verbindung für einige Tage gekappt wurde"? Jake nickt und holt etwas aus seiner Hosentasche, als er seine Hand wieder öffnet, liegt einen kleiner Stein auf sein Handfläche. Auf ihn ist eine rote Rune gezeichnet , doch sie ist nur schwer zuerkennen, da sich ein großer Riss durch den Kiesel zieht. Verwirrt blicke ich zu Jake, doch dann beginnt er zusprechen: "Als wir versuchten Karmayna zu retten, wurden wir bereits von Tuuli empfangen. Durch eine Falle, welche die Hexe aufgestellt hatte, unterlagen wir der Macht des Feindes. Kurz darauf fanden wir uns in den Kerkern verlassener Ruinen wieder, wo Tuuli auch Karmayna gefangen hielt. König Härbör besuchte uns nur einmal und auch die Hexe kam nur, um ihren Zauber aufzufrischen, welcher uns gefesselt hielt. Wir wussten nicht , ob wir jemals wieder herauskommen würden und da ich selbst spürte, wie das Seelenband an mir zog, konnte ich mir wage vorstellen, wie es dir ergehen musste. Nach dem die Sorge und der Schmerz immer schlimmer wurden, habe ich Karmayna um Rat gefragt, wie ich verhindern kann, dass du mit mir leiden musst. Mit ihrer Runenmagie kappte sie unsere Verbindung für eine kurze Zeit, doch sobald ich in deiner Nähe war, ist der Stein mit Rune gesprungen". Aufmerksam höre ich ihm zu und frage schließlich: "Wie seit ihr entkommen, wenn euch doch ein Zauber aufgehalten hat"? "Sobald Tuuli weit genug entfernt war, wurde der Bann geschwächt, sowie der Wall sinkt, wenn Karmayna nicht mit ihm verbunden ist. Jedes mal, wenn die Hexe nun außer Haus war, hat Karmayna Runen zu einer Formel hinzufügen können und als Tuuli im Kriegsgeschehen verschwand, konnten wir nach nur wenigen Tagen flüchten. Kurz vor Färöer trafen wir schließlich den König der Elfen und seine Armee. Eines ihrer Portale hat sie einige Meilen neben der Hauptstadt rausgeworfen. Wir haben sie nach Tórshavn geführt, wo wir die Feinde mit einem Hinterhalt überraschen konnten. Da meine Bindung zu dir immer noch stark war, spürte ich sofort, dass du in Gefahr bist und den Rest kennst du ja." Zögerlich nicke ich und umschließe mit meinen verbundenen Fingern sein Hand. Die Abendsonne erleuchtet den Raum in ein himmlisches rot und macht den Moment vollkommen.

Am nächsten Morgen sind alle früh wach. Da die Heilerinnen meinem Vater und mir verbieten, aus dem Bett zusteigen, wurde die Besprechungen ins Krankenzimmer verlagert. So sitzt Jake bei mir mit auf dem Bett, Runa und Lian auf zwei Stühlen neben mir und Zenobio liegt auf der anderen Seite meines Bettes und lässt sich sanft kraulen. Außerdem sitzt Karmayna mit im Zimmer und beredet einige Dinge mit meinem Vater. Viele der Soldaten, sowie auch Fia liegen in Gästezimmern des Schlosses, welche nun als Behandlungszimmer fungierten. Erleichtert durfte ich feststellen, dass Lian, Jake und sogar Runa, bis auf einige Kratzer unverwundet sind, was schon an einem Wunder grenzt. Leider müssen wir auch viele Tode beklagen und zu diesem Anlass wird in einigen Tagen eine Trauerfeier stattfinden, um die Wesen zu ehren, welche von uns gegangen waren. Ich musste mit Schrecken erfahren, dass keiner der Menschen mehr am Leben waren. Die Erklärung war, dass sie sich nicht ergeben hatten, doch fand ich es trotzdem grausam, dass so viele umgekommen waren. Sie würden heute eine Seebestattung bekommen, um auch ihnen den letzten Weg zuweisen. Der König der Elfen und seine Armee, waren bereits gestern wieder verschwunden, sie wollten ihre Verwundeten zu Hause verpflegen, was ich verstehen kann. Doch der König hinterließ die Nachricht, das er bald wieder kommen und ein Gespräch suchen würde, sowie dass er bei der Verhandlung über die Feinde anwesend ist. Die Feinde, also König Härbör und Tuuli sind noch immer unter Beobachtung im Gefängnis, über sie soll bald entschieden werden, doch ich bin mir sicher, dass die Entscheidung nicht wieder so verzeihend enden wird, wie die letzte.
Mit einem Räuspern holt sich die Hexe Karmayna unsere volle Aufmerksamkeit und beginnt schließlich zu berichten: "In meiner Zeit als Gefangene habe ich einige Informationen erfahren. Die Hexe Tuuli hat tatsächlich eine sehr starke Verbindung zu dem König. Vor vielen Jahren hat sie sich als Gräfin in den Kopf des damaligen Königs manipuliert. Sie wollte ihn heiraten und mit ihm Schottland regieren, doch König Aaron verliebte sich in unsere König Freya, Mutter von König Rayloy. Tuuli erfasste die Macht der Wut und der Eifersucht, sie plante über Jahre, wie sie doch noch Königin werden konnte, besonders verbittert wurde sie, als Königin Freya mit ihrem Mann einen Sohn auf die Welt brachte und ihn aufzog. Doch als sie erfuhr, dass Freya die Königin der Wandler war und nach Hause reisen wollte, setzte Tuuli ihren Plan um. Indem sie einen ehemaligen Hexenzirkel manipulierte, versetze sie die Meere mit ihrer eigenen Wut, was schließlich dazu führte, dass unsere Königin in den Tiefen des Ozeans versank. Bald darauf nutzte Tuuli die Trauer des Königs, um ihn zu manipulieren. Sie wurde seine zweite Ehefrau und zeugte dem König einen zweiten Sohn, Prinz Härbör. Hinter einem Schleier der Magie zog sie die beiden Halbbrüder auf, doch der Anblick von Rayloy erinnerte sie immer wieder an ihre Vergangenheit. Ihr war es nicht genug den Jungen zu schikanieren, doch König Aaron war zu stark geworden, um einem weiteren Zauber zu verfallen. Es zogen die Jahre vorbei, bis die Halbbrüder erwachsen wurden, dann wurde der König durch eine schwere Krankheit immer schwächer. Es musste ein Thronfolger gewählt werden und Tuuli entwickelte einen neuen Plan. Wobei sie ihren Sohn in ihre Machenschaften mit einband. Da der Körper des Königs geschwächt war, war es auch sein Geist und es war ein leichtes für Tuuli ihren Mann zu manipulieren. Dieser sprach unter dem Bann von der Hexe, seinen ersten Sohn als vogelfrei und verscheuchte ihn so aus dem Land. Nun stand Härbör nichts mehr im Weg, König zu werden, doch die Rache hatte sich in dem Kopf des Sohnes festgesetzt. Mit seiner Mutter zusammen ließ er seinen Halbbruder jagen, bis er das Reich der Wandler entdeckte. Tuuli erklärte Härbör die Welt der Sagenden und Legenden und bald kam es zum ersten großen Krieg zwischen Menschen und Wandlern, doch sie verloren. Über die Jahre planten sie und suchten nach Möglichkeiten die Wandler auszulöschen, bis Kathlins Auftauchen ihnen eine neue Möglichkeit auftat. Tuuli griff zunächst alleine an und schaffte es bis zum Thronsaal, doch sie kundschaftete nur die Schwachunkte aus und nutze die Großzügigkeit von König Rayloy aus, um mich zu entführen und den Wall damit zum brechen zubringen. Es war alles von Anfang an geplant, doch sie unterschätzte uns und unsere Verbindung mit den Elfen". Erstaunt hörten wir zu, nun fügte sich alles zusammen. Mein Vater fügte grinsend hinzu: "Tuuli ist wohl doch sehr gesprächig, wenn sie sich überlegen fühlt".

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The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt