Chapter 22

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Gähnend lehne ich mich an die Steinwand. Das Adrenalin hatte schon vor einigen Stunden meinen Körper verlassen und eine ständig steigende Müdigkeit wickelt mich in ihren Kokon. Langsam fallen mir die Augen zu, während ich neben mir das wärmende Fell von Jake fühle. Ich erinnere mich zurück an die Erleichterung die ich verspürte als Lian und Runa, es doch noch in die Höhle geschafft hatten.

Schwer atmend standen Lian und Runa am Höhleneingang und stützten ihre Hände auf ihre Knie. Bis Runa schmerzhaft aufstöhnte und auf den Boden sackt. Besorgt beugt sich Lian zu ihr runter und ich laufe schnell zu ihnen. Zusammen helfen Lian und ich Runa auf die Beine und stützen sie auf dem Weg weiter hinein in die Höhle. Nach dem wir sie hingelegt haben, schaut sich Jake die Wunde am Fußgelenk genauer an und als ich auch einen Blick darauf werfe, bemerke ich schnell, dass der Fuß nicht so abstehen sollte, wie er es tut. Das Runa damit überhaupt stehen konnte, war wahrscheinlich nur dem Adrenalin zuzuschreiben. Jake schaut kurz in Lians besorgtes Gesicht und gibt ihm dann die Aufgabe eine Feuerstelle zumachen. Nach einigen Wiederworten, macht sie Lian grummelnd auf, in der Höhle Holz zu suchen. Eine wohl eher aussichtslose Aufgabe, aber es wird ihn ablenken.

Jake schaut mich kurz abschätzend an und sagt dann zu mir. " Kathlin, nimm bitte Runa fest in den Arm, ich muss ihren Fuß wieder richten und dabei darf sie sich nicht bewegen". Geschockt blicken Runa und ich ihn an, aber schließlich tue ich was er mir sagte. Ich umschließe Runas Körper fest mit meinen Armen und rede ihr aufmunternd zu. Schließlich spricht Jake wieder: "Okay, ich zähle jetzt bis drei verstanden". Runa und ich nicken. "Eins", beginnt Jake zuzählen: "Zwei". Knack, Runa stöhnt vor Schmerz auf und flüstert kraftlos: "Arschloch", als sie in die Bewusstlosigkeit fällt. Vorsichtig lege ich ihren Kopf auf eine der Decken, welche ich aus dem Rucksack hole. "Musste das sein?", frage ich Jake genervt. "Sie hätte sich sonst zu stark verspannt", flüstert er mir zu. Jake stabilisiert Runas Fuß mit einem länglichen Stein den er gefunden hatte und umwickelt dies mit einem Fetzen meines Unterkleides, welches ich ihm gebe. Ich hole aus den Rucksäcken, noch weitere Decken und bereite unser Lager vor. Nach wenigen Minuten kommt auch Lian wieder, welcher tatsächlich Holz gefunden hat, wie er das geschafft hat, war mir ein Rätsel.

Doch tröstet einen die Wärme des Lagerfeuers und nimmt uns schließlich den Schrecken aus den Knochen. So liegen wir in unseren Decken eingewickelt am Feuer, Lian an Runa gekuschelt und ich an Jake, schlafen wir relativ schnell ein.

Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln an meiner Nase und lassen mich leise niesen. Leicht blinzelnd öffne ich meine Augen und blicke mich in der Höhle um. Ich erkenne Runa, welche sich in der Nähe des Feuers aufgesetzt hat und Lian, welcher das Feuer schürt. Nur Jake kann ich nicht erkennen. Ich stehe mit wackligen Beinen auf und gehe zu meinen Begleitern. Vorsichtig setzte ich mich zu ihnen und frage Runa wie es ihr geht. "Wird schon.", antwortete sie mir knapp. Nickend nehme ich diese Antwort hin, würde ich sowieso nicht mehr aus ihr heraus bekommen. Die Geschehnisse, sind wohl immer noch in den Köpfen aller, denn es ist beunruhigend still. Schließlich frage ich: " Wo ist Jake?". Diesmal antwortet mir Lian: " Er ist Jagen gegangen und wollte schauen, wie es weiter geht". Erstaunt sehe ich nach draußen und tatsächlich der Weg, der gestern noch so klar durch die Berge verlief, ist nun verschüttet und kaum begehbar. Schließlich wärme ich meine leicht unterkühlten Hände am nun wieder lodernden Feuer und warte.

Als Jake wiederkommt, hat er einige Kratzer im Gesicht und an den Händen, jedoch auch ein totes Kaninchen dabei. Schnell gehe ich zu ihm und nehme sein Gesicht in die Hände, um es zu betrachten. "Was ist passiert?", frage ich besorgt. Jake grummelt vor sich hin: "Das Kaninchen ist in die Dornenbüsche gerannt". Er drückt mir das kleine Tier in die Hände und setzt sich in eine der Ecken, um seine Wunden zu lecken. Und das tat er wortwörtlich, wohl eine seiner Eigenschaften, die er von der Wildkatze bekommen hat. Mit einem letzten Blick auf Jake, hole ich schließlich ein Messer aus der Tasche und beginne das Tier vorzubereiten.

Nach einiger Zeit sitzen wir zusammen und essen unser eher ungewöhnliches Frühstück. Als wir so im Kreis sitzen, beginnt Jake zu erzählen: " Den Weg können wir nicht weiter gehen, er ist vollständig verschüttet. Jedoch gibt es einen Trampelpfad weiter unten. Er wird uns relativ sicher weiterbringen".

Alle stimmen dem Plan zu, nur war Runa noch immer schwer verletzt. Mit einem: " Ich schaffe das schon.", will sie aufstehen, knickt jedoch weg, als sie versuchte ihren Fuß zu belasten. Nur Lian schafft es, dass sie nicht auf dem Boden prahlt. So geht das definitiv nicht, selbst mit Unterstützung, würde sie den doch recht unebenen Pfad nicht bestreiten können. Vielleicht kann sie sich ja in etwas Kleines verwandeln, was man tragen könnte, dies teile ich den anderen auch mit. Hoffnung glimmt in den Augen von Lian, doch Runa schüttelte den Kopf: " Ich habe es bereits versucht, doch die Schmerzen blockieren meine Verwandlung". Nachdenklich blicke ich zu Jake, dieser schaut überlegend ins Feuer, bis er schließlich zu Runa sagt: " Ich werde dich tragen". Ein Grinsen bildete sich um meine Lippen und so packten wir unsere Sachen.

Kurz vor dem Aufbruch, schaut mich Jake noch einmal an und ich dachte, so etwas wie Unentschlossenheit zusehen, doch dann beugt er sich auf alle viere und verwandelt sich. Jedoch steht diesmal nicht der bekannte Wolf vor mir, sondern ein riesiger Löwe. Sein Fell glänzt in den schönsten gold - braun Tönen und seine Augen sind wie flüssiger Honig. Ich stehe wie festgefroren dar, jedoch nicht aus Angst, das könnte ich nie vor ihm haben, dass wusste ich ihm tiefsten meines Herzen. Ich war fasziniert, schließlich hatte ich noch nie einen Löwen gesehen und nur in Büchern von diesen Tieren gelesen. Erst als der Löwe sich umdreht, löse ich mich aus der Starre und folge ihnen nach draußen. Runa hievt sich mit Hilfe von Lian auf den Rücken, des prächtigen Löwen und so machen wir uns auf den Weg.

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The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt