Als ich meine Augen öffne, befürchte ich schon das schlimmste. Doch mit einem Blick durch das Zimmer stelle ich fest, dass ich alleine bin. Gähnend rutsche ich aus der Matte und halte mich gerade so noch auf den Beinen. Bis ich es schließlich schaffe mich in meinem Zimmer fertig zu machen und in das Esszimmer zu gehen, vergeht noch einmal eine halbe Stunde. Ein Blick aus dem Fenster lässt mich aufstöhnen. Es regnet in Strömen, dass wird ja ein toller Ausflug in die Handelsstadt werden. Etwas frustriert öffne ich die Türen zum Gemeinschaftsraum, in welchem bereits alle auf mich warten. Überrascht stelle ich fest, dass das Frühstück bereits vorbereitet ist. Vor jedem stand eine Schale mit etwas Schleimigen. Ich denke es soll so etwas wie Haferbrei sein, doch ich bin mir nicht ganz sicher. Zögernd setze ich mich und begrüße meine Freunde ohne den Blick von dem Essen zu heben. Entsetzt schaue ich zu, wie die anderen, dass Etwas essen. "Wer hat heute gekocht?", fragte ich höfflich und hoffe meinen Eckel verstecken zu können. Ein Handheben zeigt mir, dass Jake folgendes hergestellt hatte. Mit einem aufgezwungenem Lächeln auf den Lippen, nehme ich den Löffel in die Hand und koste den Brei. Kurz gesagt, es schmeckt grauenhaft. Wie können die anderen das essen? Gezwungenermaßen schlucke ich und frage Jake: " Nur so aus Interesse, was ist das"? Jake runzelt die Stirn: " Haferbrei, das ist eine der Hauptmahlzeiten des Militärs". Nickend nehme ich das hin, wahrscheinlich essen die Anderen es deswegen, sie kennen es bereits. Ich will ihn keinesfalls verletzten, doch ich brauche etwas anderes zum Frühstück. Also versuche ich Jake das beizubringen: " Hör zu Jake, es tut mir furchtbar Leid, aber ich würde mir gerne selber Frühstück zubereiten". Auf seiner Stirn bilden sich noch mehr Falten, als zuvor schon. Entschuldigend schaue ich ihn an. Seufzend nickt er und ich mache mich daran in der Küche nach Zutaten zu suchen. Als ich jedoch in die Küche komme, steht da ein riesiger Kochtopf mit noch mehr "Haferbrei". Seufzend schüttele ich den Kopf. Ich kann das nicht wegschmeißen, das wäre eine zu große Verschwendung. Ich nehme mir einen kleinen Löffel, um mich dazu zu bringen, nochmal zu kosten. Diesmal achte ich darauf, was man verbessern könnte und mache mich schließlich daran einige Zutaten wie Zucker und Obst hinzuzufügen. Aber auch Butter, Zimt und einige andere Gewürze finden ihren Weg in den Topf. Nach einigen Kostprobe bin ich endlich zufrieden und mache mir etwas in eine Schale, um mich schließlich wieder zu den Anderen zusetzten. Neugierig schauen Lian und Runa auf mein Essen und keine Sekunde später haben sie ebenfalls das Gleiche auf ihren Tellern. Anscheinend schmeckt ihn das besser, denn es dauerte nicht lange, bis sie sich eine zweite Portion holen. Lachend beobachte ich die beiden, wie sie mein Essen genießen. Dabei bleibt mein Blick bei Jake hängen, welcher mich grimmig anschaut. "Ach Jake, jetzt zieh doch nicht so ein Gesicht. Du kannst auch nicht alles perfekt.", sage ich grinsend und halte ihm einen Löffel mit dem verbesserten Haferbrei entgegen. Kritisch beäugt er dies, bis er sich schließlich doch vorbeugt und kostete. Genießend schließt er die Augen und mein Lächeln wird ein wenig größer. Der Anblick ist zu knuffig, wie er versucht böse auf mich zu sein, aber das Essen viel zu sehr genießt. Schließlich holt er sich ebenfalls eine eigene Portion und wir frühstücken zu Ende.
Fröstelnd ziehe ich meine Kapuze über den Kopf. Es ist ein widerliches Wetter und doch sollen wir heute die Handelsstadt erkunden. Ich bin zwar aufgeregt, doch eine gewisse Unlust breitet sich in mir aus, als ich in den grauen Himmel schaue. Seufzend wickele ich meinen Umhang noch ein bisschen fester, um meinen unterkühlten Körper und folge schließlich meinen Kameraden runter vom Schiff. Durch den prasselnden Regen kann man zwar nicht alles sehen, aber bereits der Hafen ist sehr beeindruckend. Ich habe in meinem Leben noch nicht so viele Handelsschiffe gesehen, weder auf der Insel, wo wir Lian zum ersten Mal getroffen haben, noch in der Hauptstadt. Es ist ziemlich eindrucksvoll, genauso wie der Eingang zu der Stadt. Dieser ist ein riesig steinerner Bogen, durch welchen dauerhaft Wesen hinein und hinaus kommen. Als auch wir durch diesen hindurch gehen, erreicht mich erst der andauernde Lärm, welcher aus dem Inneren der Stadt zu entstehen scheint. Die Handelsstadt an sich ist wie ein riesiges Labyrinth aufgebaut, aus abertausenden Stände und Läden. Die Mitte kann man nur erahnen an der Spitze eines hochragenden Glockenturms. Meine Augen können sich gar nicht satt sehen, an all den Attraktionen. Von überall rufen Stimmen und locken alle Arten von Wesen an ihre Stände, während immer mal wieder Straßenkünstler die Stimmung auflockeren und ihre Tricks vollführen. In dem Gedränge halte ich mich nah an meinen Gefährten, welche mich durch den Markt führen. Meine Tasche habe ich eng an mich gezogen, wissend dass bei solchen Mengen immer Diebe aufzufinden sind. Doch mit meinen Freunden an der Seite scheint mir keiner zu Nahe zukommen. Schließlich kommen wir an einem kleinen Brunnen an, welcher die Massen etwas trennt und setzten uns an den Rand. Der Regen hat nun etwas aufgehört und es tröpfelt nur noch vor sich, so dass die Verkäufer ihre Stände wieder etwas offener gestalten können. Wie wir so dasitzen, beginnt Jake zu erzählen: " Vestmanna ist die größte Handelsstadt der Fabelwesen und dementsprechend einer der belebtesten Orte, den es auf unserer Inselgruppe gibt. Alle möglichen Arten treiben ihre Geschäfte bei uns und fördern unsere Entwicklung. Unser König, dein Vater hatte diese Idee, um unsere Völker zu vereinen und über die Jahre ist diese Stadt zu einem der wichtigsten Stützpunkte unserer Außenpolitik geworden. Den solange Ex- und Importe existieren, wird es auch eine strake Verbindung zwischen den Wesen geben." Staunend schaue ich mich um. Von Politik weiß ich leider nicht sehr viel, doch ich verstehe die Strategie, welche hinter diesem Ort steckt. Ich sehe meinen Vater nun wieder in einem ganz anderen Licht. Welche Gedanken wohl noch hinter seinen Entscheidungen standen? Schließlich entscheiden wir uns, uns noch ein wenig umzusehen. Jeder Einzelne der Stände hat einen besonderen Charme an sich und es treibt mich von Einem zum Nächsten. Besonders fasziniert bleibe ich schließlich bei einem Waffenhändler stehen. Mich blitzen zwei elegante Dolche an. Ihr Griff scheint aus Marmor gefertigt und die Klinge aus einem blauen sehr stabilen Edelstein. Ich wollte mir nicht vorstellen wie teuer sie waren. Wehmütig drehe ich mich weg, ich muss erst das Bogenschießen erlernen, bevor ich nur an so was denken darf. Den Gedanken an die Waffen wegschiebend gehe ich zum nächsten Stand.
Geschützt stehen wir unter einem der Stände. Wir waren den ganzen Tag unterwegs gewesen, bis es vor einer halben Stunde angefangen hatte in Strömen zugießen. Wir hatten Unterschlupf bei einem Imbiss gesucht und da es immer noch nicht besser wird, bestellen wir nun eine der Spezialitäten hier. Es soll eine Art Fischgerät sein, schmeckte aber eher süßlich. Der Regen wird von Minute zu Minute schlimmer und entwickelt sich langsam zu einem Sturm. Also machen wir uns zügig auf den Weg zurück zur Aeronaut. Wir würden diese Nacht zwar noch im Hafen bleiben, aber wir brauchen dringend Schutz vor dem Unwetter.
Klitschnass kommen wir endlich unter Deck an und ich laufe erst mal in mein Zimmer, um mich umzuziehen. Danach sitzen wir noch einige Zeit zusammen und unterhalten uns über den Tag. Der Sturm draußen schlägt heftig gegen unser Schiff und lässt mich ängstlich nach draußen schauen. Und doch verabschiede ich mich von den Anderen, um in meine Kabine zugehen. Vielleicht wird etwas Schlaf mein Nerven beruhigen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt einschlafen kann. Leise Schritte verfolgen mich und mit einem Blick erkenne ich Jake, welcher zu mir aufholt. Ich schenke ihm ein zartes Lächeln, bevor wir zusammen zu unseren Zimmern laufen. Vor seiner Tür bleiben wir stehen und ich will gerade eine Gute Nacht wünschen, als er mich fragt: " Möchtest du nicht gleich mit reinkommen, anstatt jede Nacht hineinzuschleichen"? Ich laufe rot an, natürlich er hat mich jeden Morgen gesehen und doch habe ich gehofft, dass er es nicht anspricht. Schüchtern nicke ich und folge ihm in seine Kajüte. Wir machen uns mit dem Rücken zu einander fertig, nur damit ich danach abwartet vor ihm stehe und nicht weiß was ich tun soll. Doch Jake hat mit der Situation wohl kein Problem mehr und legt sich einfach in die Hängematte. Zögernd folge ich ihm und durch die Form der Matte rutsche ich natürlich wieder direkt an ihn heran. Erneut erhitzt sich mein Gesicht. Jake zieht mich wie gestern an sich, nur diesmal bewusst, jedoch scheint ihn das nicht zu stören, denn nach wenigen Minuten höre ich seinen gleichmäßigen Atem. Ich versuche ebenfalls meinen Atem zu kontrollieren, doch die Blitze draußen machen es mir nicht leichter. Schließlich schiebe ich mein logisches Denken weg, verstecke mich unter Jakes Armen und kann durch das Gefühl Beschützt zu werden, endlich einschlafen.
1485 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
