Lautes Gerede begrüßt mich, als ich in die umfunktionierten Räume trete. Es waren bereits zwei Woche vergangen, seit ich mir vorgenommen hatte, die Außenbereiche zu schützen. Die Idee mit den Kräutern hatte volles Potenzial bekommen, als ich in einem alten Buch gelesen habe, dass es die originelle Aufgabe dieser Gefäße war, Menschen und Objekte zu schützen. Sie sind quasi das Pendant der Natur zu den magischen Runen. Es dauerte nicht lange, da war ich nicht mehr alleine mit meiner Aufgabe. Um die zehn Hexen und Heiler arbeiteten jeden Tag daran, für jeden Bewohner von Skálavik und Froôba drei solcher Gefäße herzustellen, das Erste um die Körpermerkmale von Gestaltwandlern vor den Augen der Menschen zu verstecken, das zweite um vor jeglicher Gewalt der Menschen zu schützen und das dritte, welches die Menschen dazu verleitet, wieder zugehen. Es ist eine langwierige und anstrengende Arbeit, deshalb biete ich den Freiwilligen jede Unterstützung, welche ich finden kann. Neben dem Schutz der Bevölkerung, will ich die Lebensqualität der Wesen erhöhen, deshalb wurden auch einige Architekten eingeladen, welche gerade an einem Plan arbeiten, welcher die Dörfer sicherer und lebhafter machen sollen. Ich bin zwar noch nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis, aber dass würde sich über die Zeit noch verändern. Nachdem ich alles kontrolliert hatte, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und beginne zuschreiben, ich hatte mir vorgenommen für jeden Bewohner einen Brief zu den Fläschchen zulegen, welche die Situation erklärte und einige persönliche Wörter beinhielt. Nach einigen Stunden wurden wir von einigen Dienern unterbrochen, sie bringen reihenweise Essen in den Saal und verteilen ihn auf einem der sauberen Tische, dass Mittag war angerichtet. Schnell erhebe ich mich und gehe zu den Dienern und beginne mit lauter Stimme zusprechen: "Vielen Dank, dass ihr auch heute alle gekommen seid und hart an euren Aufgaben arbeitet, ich hoffe wir erreichen auch heute so viel, wie in den letzten Tagen und mit diesen Worten eröffne ich das Buffet. Guten Appetit". Ich mache ihnen Platz, während sie kurz klatschen und sich dann ihr Essen holen. Ich beginne mit Absicht nicht als Erster, da ich es respektlos finde den Arbeitern ihr Essen zunehmen, also setze ich mich wieder an meine Schreibtisch und schreibe einige weitere Sätze, bevor ich mir selbst was zum Essen hole.
Nach einer weiteren Stunde kommt Jake aus seiner Ecke und lehnt sich zu mir rüber, während er mir zuflüstert: " Würde die Kronprinzessin mir die Ehre machen und heute Abend mit mir ausgehen". Ich laufe leicht rot an, nicke aber dann und lächele zu ihm hinauf. Automatisch erinnere ich mich an die Sage der Verbundenden , welche mir Runa vor zwei Woche erzählt hatte. Ich hatte immer wieder darüber nachgedacht und bin schließlich zum Entschluss gekommen, dass sie es genauso verdient hat, dass man an sie glaubt, wie die Sagen über Elfen und Gestaltwandler. Ob die Legende nun auf Jake und mich zutrifft, würde sich zeigen, doch dafür müsste ich wissen, wie Jakes Gefühle zu mir sind. Möglicherweise würde ich das ja heute erfahren.
Müde streiche ich über meine Augen, wir saßen noch bis in den späten Nachmittag an unserer Arbeit und ich konnte meine Mitarbeiter erst vor wenigen Minuten nach Hause schicken. Doch jetzt war es schon fast gruselig still in den Räumen. Ich spüre wie sich Jakes Hände auf meine verspannten Schulter legen und diese vorsichtig massieren, automatisch entspanne ich mich und lasse mich nach hinten fallen. Seufzend schließe ich für einen kurzen Moment die Augen, bevor ich sie wieder öffne und aufstehe. Lächelnd schaue ich zu Jake und frage ihn: "Wo soll es denn hingehen?". Sanft lächelt er mir zurück, was wie immer mein Herz zum rasen bringt, dann nimmt er meine Hand und zieht mich hinter sich her. Kichernd folge ich ihm, auf halbem Weg schicke ich noch Zenobio in mein Zimmer, bevor ich neben Jake weiter laufe. Irgendwann kommen wir im Wintergarten des Schlosses an, wo mich ein atemberaubender Blick erwartet. Das Grün der Pflanzen passt perfekt zu den mit Eiskristall bezogenen Fensterscheiben und zudem ist ein kleines Picknick in der Mitte des Raumes aufgebaut, welches mit Kerzen ausgeleuchtet wird. Fasziniert schaue ich auf das Aufgebaute und beobachte, wie Jake darauf zu geht und sich schon fast schüchtern hinsetzt. Vorsichtig folge ich ihm und setze mich neben ihn auf die weiche Decke. Nach einigen Sekunde des Schweigens, holt Jake etwas Obst aus einem kleinen Korb und reicht mir dieses, lächelnd bedanke ich mich und unterbreche schließlich die Stille: "Du hast hier etwas wunderschönes aufgebaut, ich danke dir Jake für deine Mühen". Lächelnd antwortet er mir: "Nur das Beste für dich.", daraufhin laufe ich rot an, was wiederum Jake zum Lachen bringt. Wir lachen einige Zeit und essen die mitgebrachten Früchte, bis Jake mit ernster Stimme spricht: " Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie ich mich in deiner Nähe verhalten soll. Ich will dich in jeglicher Hinsicht beschützen und gleichzeitig will ich dir alle Freiheiten einräumen, welche du dir wünscht. Ich suche deine Nähe ohne überhaupt zu wissen, warum ich das tue. Ich kann mir ja nicht mal selbst eingestehen, dass ich dich brauche, wie soll ich es dir dann jemals sagen". Beruhigend lege ich meine Hand auf seine und ich kann beobachten, wie er tief Ein- und Ausatmet, bevor er mir in die Augen schaut und sagt: " Kathlin, hast du schon mal etwas über Seelenverwandte gehört"? Ich nicke ihm zu und spreche: "Als Runa vor zwei Wochen bei mir war, hat sie es mir erzählt. Ich musste feststellen, dass all die Merkmale eines Verbundenden für mich, auf dich passen. Sie erzählte mir von dem Gefühl zu Hause zu sein, sich selbst zu finden. Jake, all diese Gefühle habe ich bei dir, du beruhigst mich in jeder Situation und ja auch ich suche deine Nähe und Berührung". Es kostet mich viel Überwindung diese Worte auszusprechen, doch in diesem Moment braucht Jake meine Stärke und Entschlossenheit mehr, als ich seine. Zögerlich entzieht sich Jakes Hand aus meiner und er legt seine Hände übers Gesicht, während er spricht: "Und trotz, dass wir es beide so stark fühlen, du bist ein Mitglied der Königsfamilie und ich nur eine Leibwache". Ich will meine Hand heben, lasse sie jedoch wieder fallen und sage mit ruhiger Stimme: " Jake, du bist so viel mehr und keiner würde unsere Bindung missbilligen oder verbieten. Doch ich denke, du bist dir einfach selber deinen Gefühlen nicht sicher und wenn du noch Zeit brauchst, werde ich sie dir geben". Panisch schaut Jake auf und spricht schnell: " Bitte lass mich nicht alleine". Beruhigend nehme ich seine Hand, welche sich in meine Richtung streckt und spreche: " Niemals würde ich so etwas tun, außer es ist dein Wunsch, sag mir nur, wie soll es weiter gehen"? Jake beruhigt sich nun auch wieder, bevor er weiter spricht: "Ich möchte die Bindung die wir haben auf keinen Fall verlieren, im Gegenteil". Jake lässt den Satz offen, doch ich weiß was er meint, schließlich fühle ich das Gleiche. Es stimmt also wirklich das Band der Seelenverwandten zieht diese stätig zusammen und würde niemals zulassen, dass sie sich trennen. Nachdenklich schaue ich auf das sprudelnde Wasser des Brunnens und beginne dann zusprechen: "Lass es uns einfach ausprobieren, wenn es für einen zu viel wird, sagt er es und wenn nicht, schauen wir was draus wird". Nach einigen Sekunden stimmt mir Jake zu und ich kann erleichtert ausatmen. Es ist zwar keine endgültige Lösung, doch ich glaube, für den Anfang ist es das Beste für uns Beide. Zögerlich öffnet Jake seine Arme und ich lehne mich mit meinem Rücken an ihn, während er die Arme um mich schließt und seinen Kopf auf meine Schulter legt. Automatisch umhüllt mich die bekannte Wärme und ich schließe entspannt meine Augen, auch Jake entspannt sich und so genießen wir noch den restlichen Abend.
1291 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasiTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
