Chapter 20

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Müde setze ich einen Fuß vor den Anderen und laufe den Abhang hinunter. Dann geht es für uns wieder hinauf. Runter. Rauf. Runter. So ging dass schon seit zwei Stunden. Wir waren im Morgengrauen aufgestanden, um unserem Weg weiter zu folgen. Nach einer weiteren Stunde im Wald haben wir aus dem Wirrwarr aus Bäumen hinaus gefunden. Unser Frühstück bestand hauptsächlich aus Beeren und Brennnesseln. Nicht gerade das nährreichste am Morgen aber es sollte reichen. Irgendwann sind wir dann auf diese Bergkette gelangt und diese laufen wir nun seit zwei Stunden entlang. Am Anfang war es noch entspannend. Besonders da die Aussicht einfach nur atemberaubend ist. Der Feldweg auf dem wir unterwegs sind, verläuft auf der Spitze einer Bergkette, welche von Gras und Moos überzogen ist. Man läuft genau zwischen zwei Abgründen auf einem gerade mal zwei Meter breiten Pfad.

Ein kühler Wind durchfegt meine Haare und lassen sie in mein Gesicht wehen. Wir waren gerade wieder eine der höheren Stellen hochgelaufen, als ich über Jakes Schulter hinweg einen kleinen Turm sehe. Er scheint wie ein mini Leuchtturm und lässt meine Hoffnung auf eine kleine Pause wachsen.

So als hätte Jake meine Gedanken gelesen, richten seine Augen sich auf das Türmchen: " Wir werden uns beim Wachturm melden. Dort können wir eine Nachricht an den König schicken". Verwirrt schaue ich ihn an. Das sollte ein Wachturm sein? Für was brauchte die Insel so einen Turm? Und was sollte das mit der Nachricht an den König bedeuten? Unser König Härbör interessiert sich ja noch nicht mal für die Hauptstadt, geschweige denn das Volk. Wobei, war Färöer überhaupt noch ein Teil des Königreiches?

Vertieft in meine Gedanken, laufen wir bereits den Berg zum Wachturm hinauf. Vor der weißen Tür kommen wir an und Jake klopft an diese. Das Geräusch echot so wie unsere Gespräche zuvor in den Bergen wieder. Keine Minute später macht uns ein hochgewachsener Junge auf. Er ist vielleicht zwei Jahre älter als wir, aber seine Augen haben eine tiefe Traurigkeit in sich, welches mein Lächeln niederringt. Was ist mit ihm? Was hatte er erlebt, um solch eine Traurigkeit zu zeigen? All diese Fragen tauchen in meinen Kopf auf, als ich in die so leer und traurig wirkenden Augen sehe. Nun merke ich auch seine leicht krumme Haltung, welche ihn als gebrochenen Mann zeigt. Seine trüben Augen wandern nun zu Jake. Er lässt seinen Blick über Jake wandern, welcher sich gerade hinstellt und den Blick erwiderte. "Leutnant.", begrüßt Jake den jungen Mann vor uns. Ein Nicken von diesem erwidert die Begrüßung. " Wir müssten eine Nachricht an König Rayloy senden.", gab Jake sein Anliegen preis. Verwirrt schaue ich ihn an. König Rayloy? Also waren wir hier tatsächlich schon in einem anderen Land. Aber trotzdem stellt sich die Frage, was ein König von uns wissen wollen würde. Der Soldat schaut uns noch eine Sekunde an, lässt uns aber dann ins Innere.

Der Turm besitzt im Inneren zwei Etagen. Die Untere ist eine Art Ess- und Wohnzimmer, während eine Wendeltreppe zur Oberen führt. Ein kurzer Blick nach oben, lässt mich erahnen, dass dort eine Art Schlafgemach ist. Lebte der Mann etwa hier? Ganz alleine? Umgeben von endlosen Bergen und dem Nichts.

Jake geht in eine kleine Nische des Turms und holt einen Falken aus einem Käfig. Ungläubig beobachte ich ihn, aber tatsächlich ein kleiner grauer Falke sitzt auf seiner Hand. Er setzt ihn sich auf die Schulter und fängt an auf einen Zettel zuschreiben. "Möchten Sie etwas Tee.", durchschneidet eine raue Stimme den Moment. Etwas erschrocken drehe ich mich zum Leutnant um, hatte ich doch nicht erwartet, dass er überhaupt spricht.. Doch dieser schaut nur mit seiner trauernden Miene zu uns. Zögernd nickte ich. Die zwei Stunden in den Bergen hatten mich tatsächlich etwas unterkühlt. Ein zustimmendes Grummeln entweicht dem Fremden. Er dreht sich zu seiner kleinen Küche und bringt das Wasser zum Kochen.

Eine halbe Stunde später sitzen wir noch immer zusammen und trinken Tee. Auch hatte Jake seinen Brief fertig geschrieben und dem Falken an den Fuß gebunden, welcher sofort losgeflogen war. Jake sitzt nun mit uns zusammen am Tisch und trinkt seinen Brenesseltee. Unser Gastgeber hatte kein weiteres Wort mehr von sich gegeben, jedoch lockern Lian und Runa die Stille wieder etwas auf. Allein mit dem Fremden und Jake, wäre ich in der Stille wohl irgendwann untergegangen. Doch so war es ein recht entspannter Vormittag. Jedoch mussten wir bald weiter. Mit einem weiteren: "Leutnant" verabschiedet Jake uns wieder. So geht es die Bergketten wieder hinunter.

745 Wörter ✔

The legends of tomorrowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt