Die Sonne erhellt die große Lichtung vor uns, welche nur von einzelnen Hütten unterbrochen wird. Es ist noch sehr früh, doch einige Bewohner sind bereits aufgewacht und erledigen die ersten Aufgaben des Tages. Während andere die Sonnenstrahlen des Frühlings genießen und an der frischen Luft frühstücken. Mit einer Bewegung, stehen ich und meine Begleiter in unsere menschlichen Gestalt im Dorf. Durch die letzten Tage in unsere Tiergestalt, haben sich unsere Reflexe aneinander angepasst und wir laufen in geschlossener Form in das Dorf hinein. Es besteht eigentlich keinen Grund, dass wir uns gegenseitig schützen müssen, es geschieht aus reiner Angewohnheit. Einige Blicke wandern zu uns, doch wie kann man es den Wesen verdenken, schließlich kannten sie Lian und Runa persönlich und Jake und mich nun auch offiziell. Es dauert nicht lange, da erreichen wir das Heim der Häuptlinge und Lian tritt vor, um zu klopfen. Nur wenige Sekunden vergingen, als die Tür schwungvoll geöffnet wird, die Mutter von Lian und Runa steht lächelnd vor uns. Beide Geschwister werden in eine Umarmung gezogen und ich kann erkennen, wie Fenja erleichtert die Augen schließt. Sie scheint die Beiden wohl sehr vermisst zuhaben, als sie nach einigen Minuten ihre Arme von ihren Kindern nimmt, sieht sie auch zu uns. Ich befürchte schon, dass sie sich vor mir verbeugen würde, doch dann grinst sie auch mir zu und zieht mich in eine kurze Umarmung. Ich lächele ihr freundlich zu, als wir uns lösen und auch Jake wird kurze Zeit später gegen seinen Willen in ihre Arme gezogen, schließlich schiebt sie uns alle in die kleine Hütte. Erst stehen wir etwas verwirrt da, schließlich wollten wir nur kurz vorbeischauen. Doch uns wird die Entscheidung abgenommen, als Fenja uns Teller und Besteck in die Hände drückt und uns auf die Terrasse schiebt. Dort stellen wir alles ab und decken den Tisch, während Lian und Rina immer wieder rauskommen, um leckere Speisen zubringen. Bis wir schließlich uns alle auf unseren Platz setzen und das Frühstück eröffnet wird. Fenja will alles von den letzten Monaten hören und so erzählen wir ihr einiges, wobei wir die gefährlichen Teile auslassen. Die Stimmung ist entspannt und nach den Tagen des Reisens kann ich mich wieder ein wenig entspannen. Nach ungefähr einer halben Stunde kommt auch der Mann von Fenja, Kjartan. Er begrüßt uns überrascht, setzt sich dann aber einfach zu uns und beginnt mit zu essen, während er ebenfalls zuhört, was wir zu erzählen haben. Irgendwann gegen Vormittag kommen wir auf unsere Weiterreise. Wir sitzen noch immer auf der Terrasse, da sagt Lian: " Wir wollen in Richtung Isle of Skye, dafür bräuchten wir mein Schiff wieder". Der Häuptling nickt zustimmend, während er sagt: "Natürlich mein Sohn, du brauchst nicht um Erlaubnis zu fragen, das Segelschiff liegt abfahrtsbereit in unserem Hafen". Lächelnd danken wir ihm, doch bis wir wirklich los kommen dauert es noch einige Stunden, in welchen wir reden und Proviant umpacken.
Erst gegen Nachmittag verabschieden wir uns, wobei wir alle noch einmal fest gedrückt werden, erst dann lässt uns Fenja aufs Schiff. Schnell bemerke ich, wie viel ich schon gelernt hatte, denn es fällt mir kaum schwer, die Befehle von Lian mit Jake und Runa umzusetzen und das Schiff vom Hafen zu lösen. Bald schon sind wir auf dem offenen Meer und Färöer nur ein Landstrich am Horizont. Lian steht am Ruder und hält den Blick in Richtung Ozean, Runa zieht ihre Runden als Falke und Jake hängt irgendwo oben in Seilen, während ich an der Reling stehe und durch die Federn von Zenobio streiche. In diesem Moment kann ich einfach mal meinen Gedanken nachhängen, dass letzte Mal, als ich auf einem Schiff war, segelten wir nach Torshavn und nun bin ich wieder auf dem Weg nach Isle of Skye und es ist schon so vieles passiert. Gedankenverloren merke ich nicht, wie Jake zu mir herunter kommt und sich direkt hinter mich stellt. Erst als seine Arme sich um mich legen, werde ich aufgeschreckt, doch automatisch entspanne ich mich wieder und lehne mich an ihn. So vergehen einige Minuten, in welchen wir nur auf das Wasser starren, doch bald wird es mir zu langweilig und ich spreche zu Jake: "Wie wäre es mit einem Übungskampf"? Jake stimmt mir mit einem Murmeln zu und zieht mich in die Mitte des Schiffes. Es ist um einiges kleiner, als die Aeronaut, doch es würde reichen. Jake geht in Kampfstellung und streckt die Fäuste in die Luft, wir würden also zunächst ohne Waffen kämpfen. Kritisch schaue ich an mir runter, ein Kleid ist nicht gerade vorteilhaft im Kampf, also ziehe ich es kurzerhand aus und stehe in Strumpfhose und Hemd vor ihm. Es sieht zwar nicht besonders gut aus, aber zumindest ist es so praktischer. Ich stelle mich schließlich auch in die richtige Haltung und so beginnen wir uns zu umkreisen. Währenddessen bemerke ich auch die Blicke von Lian und Runa, wobei diese in ihrer menschlichen Gestalt auf einem der Balken über uns sitzt. Plötzlich schießt Jake vor, versucht meine Unaufmerksamkeit zu nutzen und will mir die Beine wegziehen. Doch ich schnappe mir seinen Arm und ziehe ihn mit seinem eigenen Schwung über mich. Jake kommt zwar elegant hinter mir zum stehen, doch zumindest bin ich noch nicht gefallen. Noch bevor ich mich umdrehen kann, schießt seine Faust vor und trifft mich beinahe an der Seite, doch ich kann dank meiner Instinkte diesem Schlag ausweichen, im gleichen Moment klemme ich seinen Arm mit meinem ein und drehe mich zu ihm hin. So komme ich ihm zwar gefährlich nahe, aber er ist auch teilweise bewegungsunfähig. Jedoch hat Jake mehr Kampferfahrung als ich und mit einem einzigen Griff, zieht er mich über ihn und ich lande stöhnend auf dem Boden. " Du hättest deinen Rücken nicht zu mir drehen sollen.", korrigiert er mich, betreten schaue ich auf den Boden. Jake reicht mir seine Hand, um mir hoch zu helfen, doch als ich sie gerade annehme, ziehe ich ihm die Füße weg und lasse in fallen. Kichernd schaue ich zu ihm herunter, während auch von Runa ein Lachen kommt. Nun strecke ich ihm die Hand entgegen, welche er schmollend entgegen nimmt und sich hoch zieht, doch bald schon grinst er mir zu und nimmt sein Schwert in die Hand. Grinsend entferne ich mich auch einige Meter von ihm und ziehe geschmeidig meine Dolche aus den Taschen. Vielleicht würde die Fahrt doch nicht so langweilig werden, denke ich mir und umkreise dabei ein weites Mal Jake.
1069 Wörter ✔
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
