Leise rauschen die Wellen am Bug der Aeronaut entlang, während diese auf dem Meer segelt. Wir sind zwar direkt losgefahren, doch es würde noch eine Weile dauern bis wir auf der nächsten Insel ankommen. Relativ früh nach der Abfahrt hat mir Jake gesagt, dass wir nach Toftir fahren, damit ich unsere Außenpolitik verstehen lerne. Unser nächstes Ziel ist nämlich die Insel der Elfen, diese haben den Ort, als Entschädigung bekommen, für ihre Hilfe in der Schlacht gegen die angreifenden Wesen. Elfen haben zwar einige versteckte Städte, doch nur wenige sind so sicher wie in Färöer. Jake meint außerdem, dass wir die dort liegende Botschaft besuchen werden, deshalb bin ich auch etwas aufgeregt. Um mich zu beruhigen stehe ich also an der Reling und kraule unseren Greif. Zenobio hat sich in den letzten Stunden gut auf dem Schiff eingelebt. Wir haben ihm einen Platz auf Deck und einem in Jake und meinem Zimmer zurecht gemacht. Dabei habe ich gleich einige meiner Sachen in dieses Zimmer gebracht, da ich wahrscheinlich sowieso nur noch bei Jake schlafen werde.
Während ich also Zenobio streichele, zieht die Sonne langsam gen Westen und die Aeronaut segelt an der Inselkette hinunter auf unser neues Ziel zu. Seufzend drehe ich mich von dem Anblick weg und mache mich zur Küche auf, Zenobio folgt mir. Ich habe einige Male versucht, ihm beizubringen an einem Ort zubleiben, doch sobald ich mich wegbewege, folgt er mir. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er mich lieb gewonnen hat oder ob er nicht noch jemanden verlieren will, es stört mich aber auch nicht. Zusammen kommen wir also in der Küche an und ich mache mich daran eine Nudelsuppe zu kochen. Außerdem brate ich noch einige Fleischreste für den Kleinen an, ich weiß zwar nicht genau was er gerne mag, doch sein hungriger Blick lässt mich verstehen, dass ich nicht ganz falsch liege. Als alles fertig ist und Zenobio bereits ein wenig genascht hat, läute ich die große Glocke und decke den Tisch. Einige Minuten später essen wir unser Essen und Zenobio verschlingt seines neben uns auf dem Boden. Leise lachend schauen wir zu ihm herunter, während er nur verdutz hochblickt, natürlich erst nachdem er alles aufgefressen hat. Bei seinem Blick muss ich laut auflachen und auch Lian und Runa stimmen mit ein.
Am späten Nachmittag kommen wir in Toftir an und entscheiden uns direkt heute die Stadt zu besuchen. Meine Tasche über die Schulter gehangen, folge ich meinen Freunden vom Schiff runter. Zenobio folgt mir auf leisen Pfoten, wir wollten ihn eigentlich auf der Aeronaut lassen, doch mein Greif will sich nicht von mir weg bewegen. Schließlich mussten wir nachgeben und ich hoffe, dass die Elfen den Kleinen einfach akzeptieren würden. Nach dem wir den Hafen durchquert hatten, laufen wir unter einen steinernen Bogen hindurch und kommen direkt auf einem kleinen Marktplatz an. Er wirkt alt und hat eine ähnliche Atmosphäre wie Hvaannasund und doch wirkt es nicht so hell. Die Villen, welche den Platz umringen, sind aus braunem Gestein und überall wuchert Efeu und bringt ein Stück Natur in diesen Ort. Einige Bewohner der Stadt laufen auf dem Markt umher, schauen sich die Stände an oder verschwinden in einen der vielen Gassen, doch keiner starrt uns oder den Greifen an. Am Anfang fällt es mir nicht besonders auf, dass die Wesen Elfen sind. Sie haben die gleiche Gestalt, wie die Bewohner der anderen Städte, welche ich besucht hatte. Nur mit einem genaueren Blick erkenne ich die leicht spitz zulaufenden Ohren und den etwas schmaleren Körperbau. Neugierig blicke ich auf die Ware, welche an den Ständen ausgelegt werden. Es ist hauptsächlich Schmuck, welcher von der Sonne angestrahlt, vor sich hin funkelt. "Sie werden in einer unserer Städte außerhalb von Färöer hergestellt.", spricht der Verkäufer mich an. Lächelnd schaue ich zu dem Elfen hinauf, er ist etwas größer als die Anderen, hat aber die gleiche schmale Figur. Er hat eine seiner schwarzen Haarsträhnen hinter sein Ohr gesteckt und lächelt mich höfflich an. Ich muss schon sagen, dass Volk der Elfen ist sehr hübsch,selbst die Kinder und die Alten haben eine elegante Schönheit an sich, bemerke ich als ich mich umschaue. Ruhig schlendern wir die Straßen weiter entlang und langsam geht die Sonne unter. In dem Moment in welchem die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, geschieht etwas zauberhaftes. Wir sitzen gerade auf einer der Treppen, als in der Abenddämmerung kleine Lichter erscheinen. Sie sitzen im Efeu, welches sich an den Hauswänden entlang rankt und erleuchtet die Straßen in einem angenehmen Licht. Ein Kichern lässt mich meinen Blick von dem Leuchten abwenden und ich erkenne ein Elfenpaar, welches in einer der Straßen abbiegt und sich dabei verliebt anschaut. Lächelnd schaue ich ihnen nach, es ist so normal für mich geworden nicht mehr von Menschen umgeben Zusein, sondern nur noch von Wesen, welche eigentlich nur in Sagen existieren sollten. Ich hatte mir immer gewünscht, dass all diese Legenden wahr wären und als genau das passierte, nahm ich es einfach hin, als wüsste ich tief in meinem Inneren, dass genau das die Normalität für mich ist. Und doch denke ich manchmal ich träume oder denke mir das alles nur aus. Seufzend stehe ich auf und meine Freunde folgen mir, wir werden zumindest für heute zurück zur Aeronaut gehen.
868 Wörter ✔️
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The legends of tomorrow
FantasyTeil 1 „Ich wette mit dir du hast bestimmt mindestens einmal das Verlangen gehabt, in ein Abenteuer zu starten ..." Das waren die Worte welche Kathlin aus ihrem gewohnten und doch so langweiligen Leben zogen, hinein in eine Welt welche von Märchen...
