„Wie lang die anderen wohl brauchen werden, bevor sie uns die Repulsortrage vorbeibringen? Ich hasse es unnütz in der Gegend herumzustehen, während anderswo geholfen werden könnte." grummelte Steven missmutig, während er immer wieder einen faustgroßen Stein in die Luft warf und mit der gleichen Hand auffing.
Er, Shenmi, Alex und Julia standen beziehungsweise, im Falle der letzteren beiden, saßen immer noch neben Ileakri. Das blaue Drachenmädchen hatte seinen Kopf mittig zwischen Alex und Julia gelegt und die Augen erschöpft geschlossen. Ihre Beine und die Flügelknochen waren in dicke Verbände gehüllt, unter denen Alex eine Lage schnellhärtender Gips gelegt hatte, um die gebrochenen Knochen zu stabilisieren. Zusätzlich hatte er ihr vorsichtshalber einige Schmerzmittel verabreicht, nachdem sie mehrmals geknurrt und gezischt hatte, als sie ihr die Beine und Flügel notdürftig richteten. Deswegen lag sie nun halbdösend da und wartete gemeinsam mit den Titanen schon knappe zwei Stunden darauf, dass die anderen endlich die Repulsortrage vorbeibrachten.
„Immer mit der Ruhe, Großer. Ich hab zwar nur einen kurzen Blick auf Aidans Scan von dem roten Drachen werfen können, aber der sah schon recht übel aus. Das wird einige Stunden dauern. Außerdem eilt es ja nicht, Ileakris Verletzungen sind recht harmlos. Und es ist auch nicht nutzlos, das wir hier bei ihr warten, schließlich haben wir keine Ahnung, ob sich nicht doch noch irgendwo einige der Soldaten verschanzt haben." gab Nurton mit seiner typisch, rauchigen Stimme zurück und blickte aufmerksam umher, nach wie vor auf der Hut vor eventuellen Angreifern. „Ja,ja, hast ja recht." brummte der Sergeant genervt, wobei er den Stein ein weiteres Mal auffing und dann im hohen Bogen in Richtung des kleinen Wäldchens wegwarf. „Ich wünsch mir nur grad echt irgendwie, dass ein paar dieser Arschgeigen hier auftauchen und versuchen den dicken Max zu markieren!" „Verschrei es lieber nicht, wer weiß, ob unter den normalen Soldaten nicht auch ein Magier dabei war. Wir können uns gegen Magie nicht verteidigen." meinte Stearn seufzend.
Die Scharfschützin saß mit angewinkelten Knien im Gras und hielt das riesige Gaußgewehr locker mit dem Kolben auf dem Boden und dem Lauf gegen die linke Schulter gelehnt fest, während sie die rechte Hand beruhigend auf die Schläfe des blauen Drachenmädchens gelegt hatte. Im Gegensatz zu ihrer lässigen Haltung war ihr Kopf immer noch auf volle Wachsamkeit geschaltet und wandte sich regelmäßig von links nach rechts und wieder zurück. „Hmpf, Spielverderber." murmelte Coule daraufhin als Antwort und trat hinüber zu seiner Verlobten, die ihre Augen gar nicht mehr von Ileakri lösen konnte. Sie hatte sogar extra ihren rechten Panzerhandschuh ausgezogen und das Drachenmädchen aufgeregt gefragt, ob sie sie berühren durfte. Dieses hatte sie kurz leicht perplex angestarrt, dann jedoch zustimmend den Kopf geneigt. Und nun war Shenmi immer noch dabei behutsam über die aquamarinfarbenen Schuppen an Ileakris Hals zu streicheln.
„Erde an Shenmi, hast du sie nicht schon lange genug betatscht? Nicht, dass du dir noch die ganze Haut von den Händen schürfst." gluckste er halb belustigt und schloss sie von hinten in eine liebevolle Umarmung. „Was? Ja,ja. Es ist nur – das hier ist ein echter Drache! Davon habe ich immer geträumt!" erwiderte Yang ertappt stammelnd und strich noch einmal über die im Mondlicht glänzenden Schuppen. „Wenn wir hier erst einmal das gröbste geregelt haben, gibt es da glaube ich jemanden, den ich dir unbedingt vorstellen muss." entgegnete Coule hinter seinem Visor grinsend und löste sich wieder von ihr, wobei seine Verlobte daraufhin neugierig fragte: „Wen meinst du? Habt ihr etwa jemanden getroffen, als ihr auf der Suche nach Dad ward?" „Oh, in gewisser Weise, ja." antwortete er neckend und blickte in die Richtung, in der Tymdek mit Jonas davongeflogen war.
Als hätte der Colonel das gespürt, blinkte plötzlich seine Funkverbindung in Stevens Helm auf. Er aktivierte sie ohne zu zögern.
„Steven? Hier Jonas, wie sieht's aus bei euch? Habt ihr den Drachen bereits auf die Venator bringen können?" meldete Milten sich direkt und ohne Umschweife erwiderte der Sergeant: „Soweit alles gut, ihre Brüche haben wir allesamt in Gips gelegt, aber wir sind noch keinen Meter weitergekommen, was den Transport angeht. Scheinbar brauchen Alina und Emily etwas länger mit der OP." „Ich verstehe, Moment." kam es von seinem Bruder nachdenklich zurück und die Verbindung sprang auf Standby.
Skeptisch hob Coule eine Augenbraue an und verschränkte die Arme vor der Brust. 'Was hat er denn jetzt schon wieder? Ob es wohl ein Problem mit den Gefangenen gibt?' überlegte er, doch nur einen Augenblick später tönte wieder Jonas Stimme aus den Lautsprechern seines Helms.
„Okay, Tymdek hat sich bereiterklärt Ileakri auf seinem Rücken zu tragen. Er wird gleich zu euch stoßen." „Ähh, aha. Wieso die plötzliche Eile? Weißt du etwa wieder mehr als ich?" bemerkte Steven etwas überrumpelt und Milten erklärte: „Wir sollten alle so schnell wie möglich auf die Venator zurück und am besten ein paar Klicks zwischen uns und die Küste bekommen. Die Gefangenen behaupten nämlich, dass sich unter den Angreifern auch eine kleine Eliteeinheit mit einem Magier befunden haben soll. Da wir auf keinerlei magischen Widerstand im Dorf gestoßen sind gehe ich stark davon aus, dass diese Einheit sich irgendwo in der Umgebung versteckt hält. Und gegen Magie können wir uns nicht wehren. Also haltet ja die Augen offen, aber da Julia bei euch ist, solltet ihr sie ja schon von weitem kommen sehen." „Also ham sich tatsächlich einige der Drecksäcke dünne gemacht, als ihr die normalen Soldaten abgewehrt habt. Fein, dann bekomm ich ja vielleicht doch noch was zu tun. Aber was ist mit dir? Wäre es nicht sicherer, dass Tymdek bei dir bleibt, bis ihr bei uns seid?" „Das passt schon, wir sind gerade am brennenden Dorf angekommen, ich wollte eigentlich nur vermeiden, dass Ileakri jetzt schon die Leute zu Gesicht bekommt, die ihr das angetan haben. Ich habe gesehen, wozu Tymdek in der Lage ist und wir brauchen diese Bastarde noch zur Befragung."
Der Sergeant wollte gerade widersprechen, da das junge Drachenweibchen sich durch ihre gebrochenen Beine ohnehin nicht bewegen konnte, doch dann erinnerte er sich selbst daran, dass Drachen zusätzlich in der Lage waren Feuer zu spucken.
Und Ileakris Hals und Maul waren nicht verletzt.
„Hhm, okay, dürftest du wohl recht haben." meinte er stattdessen. „Gut, ich schicke Tymdek jetzt los. Send mir einfach kurz ein Signal, sobald ihr aufbrecht. Wir sehen uns nachher auf dem Schiff." erwiderte Jonas zufrieden und beendete die Funkverbindung wieder, nachdem Coule sein grünes Bestätigungslicht geschickt hatte. 'Eine Eliteeinheit, soso. Mal sehen wie elite die denn sind, falls sie sich trauen aufzutauchen.' dachte er boshaft grinsend und wandte sich dann an die anderen.
„Hey, mal aufgepasst. Wir bekommen gleich Besuch von einem Freund, der uns hilft Ileakri auf die Venator zu schaffen. Ach ja, und haltet die Augen offen, Jonas meinte, hier würde irgendwo noch eine Eliteeinheit mit nem Magiern rumlaufen. Und ihr wisst ja, was diese Bastarde angeht: Erst schießen, dann fragen."
„Ein Freund? Wer sollte uns denn helfen können einen knapp 15 Meter großen Drachen bis zur Venator zu tragen? Ich mein, geschenkt, vom Gewicht her kriegen das wahrscheinlich auch du und ich alleine hin, aber das wäre zu viel Druck auf eine zu kleine Stelle. Oder kann sich dein Freund eine dermaßen große Trage aus dem Hut zaubern?" entgegnete Alex skeptisch und erhob sich schwerfällig. Er war in seinem goldbraunen Atlas nur minimal größer als Steven, wobei sie sich von der Statur nicht viel schenkten. Sei beide waren knapp anderthalb Meter breiter als jeder andere Titan. „Nicht ganz. Aber du könntest ihn quasi als Artgenossen bezeichnen. Nur – etwas größer als du oder Ileakri." gab Steven glucksend zurück, woraufhin Nurton fragend den Kopf schräg legte. „Du meinst also einen Drachen?" „Was wohl sonst?"
Shenmi horchte auf und starrte ihren Verlobten ungläubig an. „Ein weiterer Drache?" „Ich sagte doch, dass ich dir jemanden bestimmtes vorstellen muss, oder?" meinte der Sergeant belustigt und bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Julia ebenfalls aufstand, kurz den Himmel absuchte und dann in Richtung der brennenden Ruinen Lendols deutete. „Da kommt er." Sofort folgte der Blick der drei anderen ihrem ausgestreckten Arm und tatsächlich, dort, etwas über einen halben Kilometer entfernt segelte der riesige schwarze Drache im weißen Mondlicht auf sie zu.
Seine Schwingen spannten sie dabei fast über die gesamte Länge des Dorfes und die pechschwarzen Schuppen auf seinem massigen Körper glitzerten leicht. Erst so aus der Ferne bekam Steven den richtigen Eindruck wie gigantisch die feuerspeiende Echse wirklich war. Wenn Tymdek wollte, könnte er selbst ihn mitsamt seinem Atlas unangespitzt in den Boden stampfen oder aber mit einem einzigen Happs verschlingen. Shenmi zerrte aufgeregt an seinem linken Arm und stieß ein leises Quieken aus. Auch Alex konnte er beeindruckt flüstern hören: „Und die Leute haben mich immer ein Monster genannt." Stearn hingegen beachtete den näherkommenden Giganten schon gar nicht mehr, sondern suchte aufmerksam den Rand des kleinen Wäldchens nach Bewegungen ab. Nur wenige Augenblicke später setzte Tymdek zur Landung unmittelbar neben ihnen. Der Boden bebte leicht, als der riesige Drache hart aufsetzte.
„Oh mein Gott!" hörte er seine Verlobte neben sich keuchen, während der Gigant seine Flügel anlegte und dann einige Schritte auf sie zukam, um sich schließlich mit seinem massigen Kopf zu ihnen herunterzubeugen. Keinen Moment später donnerte seine bassvolle Stimme durch ihre Köpfe. *Es freut mich zu sehen, dass ihr und eure Freunde wohlauf seid, Steven. Ich hatte schon befürchtet, der Magier hätten euch inzwischen angegriffen, nachdem wir das mit der Eliteeinheit von einem der Soldaten erfuhren.* meinte der schwarze Drache und positionierte seinen Kopf so, dass er sie mit seinem rechten Auge gut sehen konnte. Der Titan konnte deutlich erkennen, wie sein kristallblaue Auge wild umher zuckte, als er nacheinander ihn, Shenmi, Alex, Julia und schlussendlich die dösende Ileakri betrachtete.
„Och, da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen Tymdek. Wir haben alles unter Kontrolle. Um ehrlich zu wäre es mir nur recht gewesen, wenn sich diese Flaschen es getraut hätten uns anzugreifen. Eliteeinheit, pah!" entgegnete Coule grinsend und winkte lässig ab. *Ihr solltet Magier niemals unterschätzen, Steven. Sie sind oft die hinterlistigsten und schlausten Gegnern, denen man begegnen könnte.* ermahnte ihn der Drache und brummte untermalend, wodurch die ganze Luft um sie herum regelrecht vibrierte.
„Oh mein – er spricht! Ich kann ihn in meinem Kopf hören!" jauchzte Yang aufgeregt, woraufhin Tymdek mit seinem Blick auf ihr haften blieb. „Ja, natürlich kann er sprechen! Entschuldige Tymdek, aber meine Verlobte hier ist ganz verrückt nach Drachen, im positiven Sinne. Darf ich vorstellen das hier ist Shenmi, meine zukünftige Frau und das hier ist Alex, mein Partner fürs Grobe. Alex, Shenmi? Darf ich vorstellen: Tymdek Dunkelschwinge." erklärte Steven und gestikulierte zwischen den Titanen und dem Drachen hin und her. Der Gigant schnaubte amüsiert und sagte: *Es ist mir eine Freude euch beide kennenzulernen, Shenmi und Alex.* „Die –die Freude ist ganz meinerseits!" brachte Yang stammelnd heraus, während Nurton respektvoll den Kopf neigte. „Freut mich eure Bekanntschaft zu machen, Dunkelschwinge."
„Okay, bevor ich noch platze, es tut mir unendlich leid, falls die Frage bei euch Drachen eigentlich tabu ist, aber: Darf ich euch umarmen, kraulen und streicheln?" platzte es dann förmlich aus Shenmis Mund und Steven musste seine gesamte Willenskraft aufbringen, um nicht direkt laut loszuprusten. So eine Frage konnte wirklich nur sie stellen.
Eine peinliche Stille entstand zwischen den Titanen und dem Drachen. Tymdek sah sie einige Sekunden lang verdutzt an, bis er schließlich belustigt knurrte und antwortete: *Ich habe nichts dagegen, tut was ihr nicht lassen könnt, Brutpartnerin von Steven.* „Vielen, vielen Dank!" frohlockte diese überfröhlich und lies sich mit ausgebreiteten Armen gegen sein rechtes Vorderbein fallen. Steven konnte schwören so etwas wie ein kleines Seufzen von ihr zu hören.
*Eure Gefährtin scheint es wirklich viel zu bedeuten, ihr Geist schäumt förmlich über vor Freude.* bemerkte der Drache offensichtlich zum Sergeant alleine, doch noch bevor Coule etwas erwidern konnte, entriegelte Nurton seinen Helm und zog ihn sich vorsichtig mit dem charakteristischen Zischen vom Kopf.
Er und Stearn starrte ihn dafür vollkommen überrascht an und selbst Shenmi, die hin und weg von Dunkelschwinges Anblick war, konnte nicht umher ihm einen überraschten Seitenblick zuzuwerfen. 'Wow, okay. Das hatte ich nicht erwartet, normalerweise setzt er Himmel und Hölle in Bewegung es vermeiden zu können, sein Gesicht zu zeigen, selbst wenn nur wir in seiner Gesellschaft sind. Wobei man ihm da keinen Vorwurf machen kann.' dachte der Sergeant verblüfft und verfolgte gespannt, wie Tymdek erschrocken mit seinem Kopf zurückwich, als der Helm nicht mehr Alex Gesicht verbarg. Im hellen Mondlicht, war nun für jedermann zu sehen, was die erste Phase des Darwin-Protokolls mit dem Titanen angestellt hatte.
Seine gesamte Haut war durch goldbraune Schuppen ersetzt worden, die in ihrer Form stark den Schuppen auf Dunkelschwinges Schnauze ähnelten, seine Haare glichen eher matschbraunen Borsten, als normalem menschlichem Haar und waren extrem kurz geschnitten, gerade einmal zwei Zentimeter hoch. An sich war sein gesamter Schädel etwas breiter und auch länglicher, als ein gewöhnlicher menschlicher Schädel. Zwar nicht so stark, aber doch auffällig. Auch seine Nase war etwas größer als normal und über seinen Augen spannte sich ein knöcherner Bogen, wie es typisch für viele Krokodilsarten war. Und seine Augen selbst waren ebenfalls nicht mehr menschlich. Stattdessen saßen dort die typischen, gelben Sehorgane eines Krokodils, die den Augen eines Drachens zum verwechseln ähnlich sahen. Hätte Steven nicht gewusst, dass diese Veränderungen allesamt von Krokodilen kamen, wäre Alex wohl als menschlicher Drache durchgegangen.
„Verzeiht, dass ich euch damit so überrumple, Dunkelschwinge, doch euer Geruch zwang mich instinktiv dazu, euch mein wahres Gesicht zu zeigen." sagte der Titan mit seiner rauchigen Stimme und entblößte dabei seine spitzen Reißzähne, die wie kleine Dolche in seinem Kiefer angebracht waren. Gepaart mit seiner, selbst für Titan-Verhältnisse, abnormalen Beißkraft eine überaus tödliche Waffe. Tymdek starrte Nurton einige Augenblicke ungläubig an, wobei sein Auge jeden einzelnen Millimeter vom Gesicht des Soldaten erforschte, bis er schließlich wieder etwas näher rückte und ernst anmerkte: *So etwas habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen, zumindest nicht in dieser Form! Ihr seid halb Mensch, halb Tier. Ein Drachenmensch. Wie kann das sein? Selbst die Elfen mit ihrer mächtigen Magie wagen es nicht, Teile von sich dem Körper eines Drachens anzugleichen!*
„Das ist nicht ganz richtig. Meine Veränderungen kommen von Krokodilen, einem Verwandten von Drachen. Ich weiß nicht ob ihr sie unter diesem Namen kennt, bei uns werden sie im Volksmund auch Panzerechsen genannt." berichtigte ihn der Titan und Dunkelschwinge schnaubte laut. *Panzerechsen! Natürlich, jetzt fällt es mir wieder ein. Eure Schuppen sehen aus wie ihre, ja. Ich habe diese Kreaturen nur selten an den großen Flüssen im Westen Nidhans gesehen. Aber wie kommt es dazu, dass ihr ein Panzerechsenmensch seid?* „Das ist eine längere Geschichte, ab er um es kurz zu machen: Ich habe es nicht darauf angelegt so zu werden wie ich bin." erklärte Alex knapp und verzog dann kurz das Gesicht zu einer angriffsbereiten Fratze.
In diesem kurzen Moment hatte Steven schon instinktiv eine Abwehrhaltung eingenommen. Er kannte seinen Bruder gut und diese Grimasse zog er ansonsten immer nur, wenn ein Kampf unmittelbar bevorstand. Deswegen war Coule umso erleichterter, dass Nurton sich wieder zur Entspannung zwang. „Verzeiht, aber euer Geruch – er – macht es mir nicht leicht ruhig zu bleiben. Ihr seid erst vor kurzem Vater geworden oder?"
Tymdek knurrte leise. *Ihr riecht das? Dieser Geruch ist eigentlich nur für andere Drachen gedacht!* „Um sie von eurem Revier fernzuhalten, damit die Jungen geschützt sind, ja, natürlich. Moment." meinte der Soldat scharfsinnig und kramte geschwind in einer seiner beiden, kleinen Taschen umher, die er am Gürtel hängen hatte. Nur wenige Sekunden später zog er einen kleinen Apparat hervor, den er sich in die Nasenlöcher steckte.
„Ah, schon besser. Ein kleiner Filter, der im Grunde sämtliche Duftstoffe aus der Luft filtert, bevor sie in meine Nase gelangen können. Aber zumindest weiß ich jetzt, warum ich mir instinktiv den Helm vom Kopf nahm." sagte er erklärend, woraufhin der Sergeant langsam nickte. „Na klar, du wolltest ihm sozusagen deine Zähne zeigen, um zu sagen, dass du nicht klein beigibst." „So in etwa, ja." stimmte Alex ebenfalls nickend zu. *Ein Panzerechsenmensch, der meinen Geruch riecht, den eigentlich nur fremde Drachen wahrnehmen können sollten. Ich glaube wenn dieser Tag auch nur noch eine weitere Überraschung bereithält wird es für meinen Verstand zu viel.* murmelte der schwarze Drache, während er für einen kurzen Moment die Augen schloss und tief durchatmete.
„Gut, können wir den Rest bitte auf dem Schiff klären? Jonas hat mich gerade nämlich angefunkt und gefragt, weshalb wir nur rumstehen und nichts tun. Auf! Reden könnt ihr auch, sobald wir Ileakri auf die Venator gebracht haben. Ansonsten meinte Jonas er kommt hier runter und tritt dir in den Arsch Steven." unterbrach Julia ihre Konversation eher rüde und hakte das Gaußgewehr, welches sie zuvor schussbereit in Händen gehalten hatte, in die Halterung auf ihrem Rücken. „Oh, das will ich sehen." entgegnete Coule feixend und schickte sich an Shenmi von Dunkelschwinges Bein zu lösen, damit dieser Ileakri auf seinen Rücken heben konnte.
Nur eine knappe Minute später lag das Drachenmädchen immer noch dösend auf seinem breiten Rücken und Steven gab das Zeichen zum Aufbruch, während Alex den Sitz seines Nasenfilters überprüfte, Julia schon gut und gern 50 Meter vorausgelaufen war und Shenmi nach wie vor schmachtend auf die beiden Drachen blickte. „Auf jetzt! Bevor Milten sich noch übernimmt!" gluckste der Sergeant gut gelaunt, woraufhin der Tross sich langsam in Bewegung setzte. Fast schon hatte der Titan das schreckliche Massaker in Lendol vergessen.
Fast.
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[Eragon Fan-Fiction] Der Titan und die Drachenreiter
FanfictionDer Soldat John Miller findet sich nach einem schrecklichem Unfall an den Ufern eines ihm unbekannten Landes wieder. Schon sehr bald wird ihm bewusst, dass er sich nicht mehr in seiner eigenen Welt befindet. So also macht er sich auf den Weg, die Dr...
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