Erwachen aus dem Traum

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„Dad! Dad! Schau mal was ich gefunden hab! Das wird Mom garantiert gefallen!" rief Samantha aufgeregt und kam etwas in Händen haltend auf ihn zugerannt. Es war ein wunderschöner Herbsttag, weswegen er mit seiner Tochter im naheliegenden Wald spazieren gegangen war, während Melissa daheim das Mittagessen vorbereitete. Sein Urlaub würde nur noch zwei Tage andauern, weswegen er froh über jeden einzelnen Moment mit seiner kleinen Sam war.

John setzte ein breites Lächeln auf und ging in die Hocke, um den Gegenstand in der Hand seiner Tochter besser betrachten zu können. „Oh! Was hast du denn da feines gefunden?" fragte er neugierig und sie hielt ihm stolz einen faustgroßen grauen Stein entgegen. „Ich weiß nicht wie es heißt Daddy, aber schau mal, hier ist ein Loch in dem Stein und wenn man hineinspickt kann man es innen glitzern sehen!" antwortete Samantha stolz grinsend und drehte den Stein so, dass er in das Loch sehen konnte. Tatsächlich glitzerte er im Inneren und John erwiderte gespielt überrascht: „Oha! Da hast du wohl einen echten kleinen Schatz gefunden!" „Ja!" meinte seine Tochter freudig lächelnd. „Er wird Mommy bestimmt gefallen!" „Bestimmt." entgegnete John zustimmend und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Sie war einfach zu süß. „Kannst du ihn für mich aufbewahren Dad? Meine Jacke hat keine so große Tasche." fragte Sam anschließend. „Aber natürlich, Schatz." gab er sanft zurück und schob die Geode in eine der zahlreichen Taschen seiner leichten, braunen Herbstjacke.

Dann fragte er lächelnd: „Sollen wir dann langsam wieder umdrehen? Wir sind schon eine ganze Weile unterwegs und deine kleinen Beinchen sind bestimmt müde. Außerdem wartet Mommy daheim schon mit dem Braten auf uns." „Au ja! Darf ich auf deinen Schultern reiten?" meinte Samantha eifrig nickend und mit einem liebevollem Schmunzeln auf den Lippen hob er sie in einem Ruck auf seine breiten Schultern, sodass ihre Beine vor seiner Brust baumelten, während sie sich an seiner Mütze festhielt. „Gut festhalten!" sagte er lachend und machte sich langsam auf den Weg zurück zum Wagen. „Hui!" hörte er seine kleine Tochter von oben jauchzen, als ihnen eine frische Brise entgegenstob und zahlreiche bunte Blätter vom Boden aufwirbelte. Es war jedoch nicht kühl, sondern angenehm warm und viele Sonnenstrahlen drangen durch die laubfreien Baumkronen zu ihnen nach unten. Ein wirklich wundervoller Tag.

Gemütlich lief er mit Sam auf den Schultern zurück zum Auto, wobei sie auf dem gesamten Weg "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielten. Selbstverständlich gewann seine Tochter fast jede einzelne Runde. „Hast du etwa vergessen deine Kontaktlinsen einzusetzen Dad? Man hat doch voll sehen können, dass ich das Moos an dem Baum dort gemeint habe." kicherte sie belustigt, als er scherzhaft fragte, ob sie schummelte. „Du!" meinte er gespielt streng und lachte dann ebenfalls mit ihr zusammen darüber. Schließlich ließen sie den Wald hinter sich und kamen auf dem kleinen Parkplatz an, wo außer ihrem schwarzen Jeep kein weiteres Auto stand. „Allez hopp!" sagte er und setzte Samantha vor ihm auf den Boden, wo sie sofort zum Wagen losrannte. Sie rief freudig: „Erster!", als sie den großen Geländewagen berührte, drehte sich um und wartete grinsend auf John, der belustigt den Kopf schüttelnd hinterher trabte und den Schlüssel aus der Hosentasche zog. Er verwuschelte ihr liebevoll das Haar, schloss das Auto auf und sie beide stiegen ein.

Die Fahrt zurück dauerte nicht lange, höchstens fünf Minuten, dann hielten sie schon vor ihrem Haus in einem kleinen Vorort von Atlanta. Munter sprang Sam aus dem Wagen und war bereits schon an der Haustüre, als John gerade erst dabei war den Jeep abzuschließen. Er musste schmunzeln, als er sie ungeduldig wartend vor der Haustür dastehen sah, mit ihren langen, nussbraunen Haaren, der braun-roten Jacke und den großen, grünen Augen. Ja, dafür lohnte es sich zu kämpfen, für seine Tochter und seine Frau. Lächelnd trat er neben sie und schloss die Tür auf. Sobald sie aufschwang, huschte Sam eilig ins Innere und rief freudig: „Wir sind wieder daheim, Mom!" Der typische Geruch eines in Bacon eingewickelten Hackbratens schwallte ihnen beiden entgegen und ließ John bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen.

„Ah! Da sind ja meine beiden Wandersmänner wieder! Und, wie war der Spaziergang Schatz?" kam es ihnen aus der Küche von Melissa entgegen, die einen Moment später in ihrem Rollstuhl zu ihnen in den Flur kam. Sie trug ihren weißen Lieblingsstrickpullover, den er ihr vor einigen Jahren nach mühsamer Handarbeit zu Weihnachten geschenkt hatte und eine braune Wolldecke lag über ihrem Schoß, die ihre Beine bis auf die blau-weiß gestreiften Socken verdeckte. Ihre Haare hatte sie zu einem kurzen Zopf zusammengeflochten und die Brille über der Stirn festgesteckt. „Ganz toll! Ich habe sogar einen ganz großen Glitzerstein für dich gefunden!" antwortete Samantha aufgeregt, während sie eiligst ihre Schuhe und die Jacke auszog. „Oh! Ein Glitzerstein, für mich?" fragte ihre Mutter überrascht und erwiderte den Kuss, den John ihr aufdrückte. Die Kleine nickte eifrig und deutete ihn. „Ja, Dad hat ihn in seiner Jackentasche." Wie aufs Stichwort kramte er die Geode hervor und reichte sie lächelnd seiner Tochter, die sie ihm aus der Hand grabschte und damit auf den Schoß ihrer Mutter sprang. Er selbst zog nun ebenfalls seine Jacke und die Stiefel aus und schmunzelte, als Sam, Melissa stolz ihren Fund zeigte. Seine Frau nahm den hohlen Stein behutsam entgegen und betrachtete ihn mit dem Blick eines erfahrenen Geologen.

„Das ist aber eine wirklich wunderschöne Quarzgeode, Liebling. Vielen Dank! Wärst du so freundlich, sie mir auf den Kamin zu stellen?" meinte sie lächelnd und drückte ihrer Tochter einen dicken Kuss auf die Wange. „Das mach ich! Mom? Kann ich dann noch etwas spielen, oder gibt gleich Essen?" erwiderte Samantha fröhlich und sprang wieder auf die Beine. „Das Essen dauert noch ein bisschen Schatz. Spiel ruhig noch eine Weile." rief Melissa ihr hinterher, als das Mädchen ins Wohnzimmer huschte und verzog dann kurz, schmerzerfüllt das Gesicht.

John eilte zu ihr, ging in die Hocke und fasste mitfühlend die Hand seiner Frau. „Wieder der Rücken?" fragte er bedrückt und sie nickte seufzend. „Ich nehme nach dem Essen meine Medikamente, mach dir keine Sorgen, Schatz." „Na gut, dann helfe ich dir aber trotzdem in der Küche. Zumindest, solange du noch etwas übrig gelassen hast." entgegnete er schief lächelnd, gab ihr erneut einen Kuss und schob sie dann behutsam zurück in die große Küche, die er eigens für sie hatte anpassen lassen. Wäre dieser vermaledeite Unfall im Steinbruch nicht gewesen, aber das konnte man jetzt nicht mehr ändern.

Tatsächlich blieb nicht mehr viel zu tun für das Essen. Der Braten war so gut wie fertig im Ofen, das Wasser für die Bandnudeln ebenfalls schon aufgesetzt und auch die Tomatensoße köchelte bereits vor sich hin. Nur der Salat fehlte noch. So also machte er sich daran einen einfachen Gurkensalat zu schnippeln, während Melissa auf den Herd und den Ofen achtete. Als er damit fertig war, deckte er den Tisch für drei Personen und wartete danach zusammen mit seiner Frau darauf, dass der Rest des Essens fertig wurde. Schließlich war es dann soweit und gemeinsam brachten sie den Braten, die Nudeln, die Soße und den Salat hinüber zum Tisch und riefen Samantha herbei.

Hungrig machten sie sich über die liebevoll zubereitete Mahlzeit her und sprachen und lachten währenddessen. John wünschte, dass dieser Tag niemals enden würde, denn Morgennachmittag musste er bereits wieder aufbrechen. Da strahlte ihm plötzlich irgendetwas stark in die Augen und blendete ihn so arg, dass er nichts mehr um sich herum erkannte. „Herr Miller erlangt soeben das Bewusstsein zurück. Bitte nehmen sie die kleine Feyth kurz von seiner Brust, Miss Silberwind, er könnte sie sonst unter Umständen unfreiwillig verletzen. Und bitte seien sie leise, sein Trommelfell muss sich erst wieder akklimatisieren." konnte er Aidans ernste Stimme vor sich vernehmen.

[Eragon Fan-Fiction] Der Titan und die DrachenreiterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt