Durch die Wüste - Teil 1

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*Du hast mir immer noch nicht verraten, wie genau du ein Drachenauge bekommen hast! Wenn es keine Magie war, was dann?* wollte Feyth neugierig wissen, während sie hoch über den Köpfen der anderen ihre Kreise drehte.

John seufzte aufgebend.

Seit sie auf ihren Marsch durch die Wüste aufgebrochen waren, hatte das Drachenmädchen ihn immer wieder mit derselben Frage bedrängt, was einerseits bewundernswert hartnäckig war, andererseits jedoch seine Geduld auf eine harte Probe stellte. Er konnte ihr nicht einfach erzählen, dass die Naniten sein kaputtes Auge ersetzten , indem sie DNA-Sequenzen aus Lyaths Blut extrahiert und in sein eigenes Erbgut übertragen hatten. Allerdings würde Feyth auch kaum nachgeben, bis sie nicht eine zufriedenstellende Antwort erhielt. Allein aus diesem Grund war der Titan Keno dankbar, der sich schon nach einer einzigen Frage damit abgefunden hatte, dass John es lieber für sich behalten würde.

Schließlich gab er dann doch nach und antwortete dem kleinen Drachen in seinen Gedanken: 'Na schön. Ich werde es zumindest versuchen eine einfache Erklärung zu finden. Lass mich nur kurz in Ruhe nachdenken.' Er empfand es immer noch als überaus eigenartig, ohne Worte zu kommunizieren, vor allem, da er vorsichtig sein musste, an was genau er dachte. *Da bin ich jetzt aber gespannt!* antwortete ihm Feyth und ihr Geist strahlte eine Mischung aus Vorfreude und Neugier in seinem Kopf aus, bevor sie sich etwas zurückzog, um John die versprochene Bedenkzeit zu geben. Nachdenklich blickte der Soldat in den Himmel, wo er das Drachenmädchen fliegen sah. 'Diese Geistverbindung ist enger als ich dachte, ob sie auch meine Gefühle spüren kann?' fragte er sich und begann dann eine Erklärung zu formulieren, die sie verstehen würde.

Er benötigte dafür knapp eine Viertelstunde, da er sich immer wieder dabei ertappte moderne Wissenschaft mit einzubauen. In dieser Zeit bestiegen er und Keno eine mittelgroße Düne, wobei sie für jeden Schritt vorwärts, zwei zurückrutschten. Der glühend heiße Wüstensand war ein erbarmungsloser Kämpfer, wenn es darum ging, ihm Weg abzutrotzen. Als die beiden endlich oben auf der großen Sandwelle ankamen und John dem jungen Drachenreiter eine kurze Verschnaufpause gönnte, drängte sich Feyth wieder in seine Gedanken.

*Und? Hast du endlich lange genug nachgedacht?* 'Jaja, nur keine Hektik Kleine. Also, dass ich während meiner Gefangenschaft von Fanghur angegriffen wurde, hast du dir hoffentlich von meiner vorigen Erzählung behalten, oder?' erwiderte er, woraufhin der kleine Drache ein leises Knurren in seinem Kopf erdröhnen ließ und kurzangebunden meinte: *Ja.* 'Gut. Wie du dir vielleicht denken kannst, ging dieser Überfall nicht ganz so glimpflich für mich aus, sprich, eine dieser Flugschlangen schaffte es mein linkes Auge auszukratzen.' *Was? Das ist ja furchtbar!* entgegnete sie erschrocken. 'Allerdings. Glücklicherweise kam Angela ja noch rechtzeitig mit ihren Freunden an, um diese Biester zu verjagen.' *Und dann hat sie dir das Drachenauge gegeben?* 'Nein. Du weißt, dass mein Körper Verletzungen unglaublich schnell heilt?' *Ja, natürlich. Du hast die Verbrennungen von Vaters Feuer innerhalb weniger Sekunden geheilt!*

John nickte instinktiv und atmete entnervt aus, als ihm bewusst wurde, dass Feyth ihn ja gar nicht sehen konnte. 'Genau. Ein Auge zu ersetzten dauert zwar etwas länger, doch auch das ist kein Problem.' *Hhm, ja, das macht Sinn. Aber wie genau wurde dann aus deinem Menschen-, ein Drachenauge?* murmelte der kleine Drache fragend. 'Dazu komme ich ja jetzt. Es ist nämlich so: Als ich vor ein paar Tagen Lyath mit der Vergiftung geholfen habe, ist etwas von ihrem Blut in eine kleine Wunde an meinem Arm getropft und scheinbar hat mein Körper etwas von dieser Drachenessenz absorbiert.' erklärte der Titan und erhielt als Antwort ein überraschtes Fiepen. *Dein Körper hat einen Teil von uns Drachen in sich aufgenommen? Wie ist das möglich?* Er seufzte innerlich. 'Das ist der Punkt, den ich dir beim besten Willen nicht erklären kann Feyth, du würdest es nicht einmal ansatzweise verstehen.'

*Du könntest es zumindest einmal versuchen.*

'Feyth!'

*Hmpf, na gut. Dann ist dein Auge also das Auge von Tante Lyath?* 'In gewisser Weise, ja. Es ist ein Nachbau von ihrem Auge, wenn du es so nennen willst.' bestätigte er und amtete erleichtert aus, froh darüber, dass er ihre Neugier wenigstens etwas unterdrücken konnte.

Er warf einen kurzen Seitenblick auf Keno, der gerade mit der Hand über den Augen in den Himmel starrte und meinte dann: „Na schön, lange genug ausgeruht. Lass uns weitergehen und achte darauf nicht zu stürzen, während wir die Düne wieder hinabsteigen. Im Sand kann man leicht ausrutschen." Der Drachenreiter nickte zustimmend. „Ok, alles klar. Danke für den Tipp, du kennst dich wohl wirklich sehr gut aus in Wüsten." „Nun, das mag vielleicht damit zu tun haben, dass ich während meiner Ausbildung knapp ein Jahr lang in der extremsten Wüste meiner Heimat überleben musste. Ganz zu schweigen von den Monaten im Krieg, die ich in diesen riesigen Sandgräbern verbrachte." entgegnete der Soldat schulterzuckend. „Wow." erwiderte der Junge beeindruckt. „Du hast echt schon einiges erlebt." „Das kannst du laut sagen." murmelte John, überprüfte geschwind den Halt des Rucksacks und marschierte dann langsam weiter, Keno dicht hinter ihm.

Da meldete sich erneut der kleine Drache, welcher von ihrer kleinen Unterhaltung gerade, wohl kaum etwas mitbekommen hatte. *Bedeutet das also, dass du jetzt alles genauso siehst wie ich?* 'Das kann ich dir schlecht beantworten Feyth. Schätzungsweise ja, aber das zu vergleichen könnte schwierig werden.' *Ich könnte – * setzte Feyth aufgeregt an, verstummte jedoch mitten im Satz. Der Titan runzelte die Stirn. 'Was könntest du?' *Ach, nichts. Es war nur so ein Gedanke.* entgegnete sie beschwichtigend, aber dieses Mal war es John, der nicht klein bei gab. 'Und der wäre?' *Nicht jetzt. Ich zeige es dir heute Abend am Lager, wenn du magst. Einverstanden?* 'Ich nehme dich beim Wort Kleine.' meinte er gespielt mahnend und musste schmunzeln, als erneut das Gefühl ihrer Freude seinen Geist durchflutete. *Oh ja! Das wird bestimmt toll! Ich verspreche es!* zirpte sie fröhlich und ließ ein sanftes Schnurren durch seinen Kopf dröhnen. 'Da bin ich mir sicher.' Er blickte lächelnd in den Himmel, wo er das kleine Drachenmädchen hoch über ihren Köpfen Kreise ziehen sah.

Dann wandte er sich zu Keno um, der angestrengt hinter ihm her stapfte. Dem Jungen lief der Schweiß aus jeder einzelnen Pore seines Körpers und auch die Zunge ließ er hechelnd aus dem Mund hängen. John überprüfte die Temperaturanzeige seines HUDs. Im Innern des Anzugs herrschten zwar nur angenehme 20 Grad, doch die Außentemperatur betrug knapp 50 Grad Celsius und die Sonne stand noch nicht einmal im Zenit. 'Angela hat nicht gelogen, als sie die Wüste den „Brennenden Pfad" genannt hat. Wir sollten noch einmal kurz anhalten, damit der Bursche was trinken kann.' dachte er besorgt und gab Keno ein Zeichen zum Stopp.

„Du musst etwas trinken, ansonsten verlierst du zu viel Flüssigkeit. Hier, nimm meinen Wassertank, aber Vorsicht, er ist ziemlich schwer." erklärte der Soldat ernst und löste das Wasserreservoir von seinem Rücken. Er zog es mühsam unter dem Rucksack hervor und reichte es dem Jungen, der das Behältnis dankbar entgegennahm und gierig einige große Schlucke daraus hinunterkippte. Er verzog leicht das Gesicht, trank aber trotzdem weiter. Schließlich meinte er erleichtert ausatmend: „Danke, das habe ich gebraucht. Aber, wieso ist das Wasser so warm und salzig?" John befestigte den Kanister wieder am Atlas, während er antwortete: „Das hat zweierlei Gründe. Der erste wäre, dass dein Körper warme Flüssigkeit oder auch Nahrung besser verarbeiten kann, sprich er benötigt weniger Energie, als wenn du dir eiskaltes Wasser reinkippen würdest, das zuerst auf Körpertemperatur erwärmt werden muss. Und zweitens ist es salzig, weil mein Anzug eine spezielle Lösung hinzufügt, die dir hilft deine Reserven wieder aufzufüllen, die du durchs Schwitzen verlierst. Es schmeckt zwar etwas gewöhnungsbedürftig, das gebe ich zu, aber glaub mir, es wirkt." „Hhm, ich denke ich verstehe. Echt unglaublich, was du alles weißt." erwiderte Keno bewundernd, doch der Titan zuckte nur mit den Schultern und gluckste.

„Du bekommst das ein oder andere mit, wenn du knapp 240 Jahre lang Soldat bist."

Er klopfte seinem jungen Begleiter aufmunternd auf den Rücken. „Und weiter geht's. Bei unserem nächsten Halt, sollten wir dann auch kurz der Elfe etwas einflößen. Sie wird zwar nicht so viel Wasser verlieren wie du beim Laufen, aber genug um zu dehydrieren, wenn wir nicht aufpassen." „Dehy – was?" „Ach entschuldige, das bedeutet so viel wie austrocknen." „Ah, ok. Ja natürlich, ich werde Meisterin Alanna auch etwas Wasser geben, bei unserem nächsten Stopp."

So marschierten die beiden weiter, während die Sonne unbarmherzig auf sie hinab brannte.

„Also Keno, wie genau funktioniert das eigentlich bei euch Drachenreitern? Ich meine eure Ausbildung. Seid ihr in Klassen unterteilt?" „Was? Nein, nein. Dafür gibt es viel zu wenige Schüler. Nein, das einzige was wir in einer gemeinsamen Klasse erlenen sind grundlegende Kenntnisse, wie zum Beispiel Lesen, Schreiben oder auch Rechnen. Ansonsten hat jeder Schüler seinen eigenen Meister, der ihn so unterrichtet, wie er denkt, dass es am besten wäre." „Es gibt also gar nicht so viele Drachenreiter? Versteh mich nicht falsch, aber es sind doch bereits über 100 Jahre vergangen, seit euer Orden neu gegründet wurde, oder?" „Nun ja, schon, aber Drachen schlüpfen nicht einfach so. Es kann auch schon mal sein, dass es mehrere Jahre dauert, bis ein neuer Reiter gefunden wird, da sich keines der Eier für jemanden entscheidet." „Mhm. Also entscheiden die Eier, beziehungsweise die Drachenjungen, wer ihr Reiter wird?"

„Genau!"

„Interessant. Zwar äußerst ineffizient, von einem militärischen Standpunkt aus betrachtet, aber ich bin mir sicher es gibt gute Grunde dafür, dass es so abläuft." „Oh ja, die gibt es! Drache und Reiter sind nicht einfach nur Kampfpartner, sondern Seelenverwandte! Sie sind quasi eins!" „Selenverwandte?" John runzelte skeptisch die Stirn. „Das heißt, ihr seid also ständig miteinander verbunden, oder wie darf ich mir das vorstellen?" Keno nickte energisch. „Vereinfacht ausgedrückt, ja. Wir können zu jeder Zeit fühlen, was der andere empfindet!"

Der Titan setzte zu einer weiteren Frage an, schluckte sie jedoch schnell wieder hinunter. Nach Shads Gefühlen zu fragen, wäre äußerst unangebracht gewesen.

Stattdessen erwiderte er: „Faszinierend. Und wer genau ist dein Meister, wenn ich fragen darf?" „Uhm, ich weiß nicht, ob du ihn kennst. Wahrscheinlich wird dir der Name nichts sagen." „Ach, Angela hat mir eine Kurzeinweisung gegeben, vielleicht war er ja dabei." log er, woraufhin der Drachenreiter schulterzuckend entgegnete: „Also gut. Meister Murtagh und Meister Dorn, sind meine und Shads Lehrmeister." „Murtagh und Dorn." murmelte John nachdenklich.

Er konnte sich an die Namen erinnern, aber bis auf das, dass sie in den Büchern eine etwas größere Rolle eingenommen hatten, tappte er im Dunkeln. „Ich meine, ich hätte diese Namen schon einmal gehört." „Er ist der Halbbruder von Großmeister Eragon und hat dabei geholfen den Verräterkönig Galbatorix niederzustrecken!" meinte Keno und als der Soldat einen Blick zurück warf, konnte er deutlich die vor Stolz geschwellte Brust des Jungen sehen. Freundlich entgegnete er: „Dann brauchen wir uns ja keine Sorgen mehr um Shad machen. Es wird wahrscheinlich ein leichtes für deinen Meister sein, ihn zu finden und zu befreien. Und wenn wir ihm dabei helfen, wird es noch schneller gehen. Vermutlich ist er jetzt schon auf der Suche nach euch zwei!" Doch der Drachenreiter schüttelte niedergeschlagen den Kopf. „Nein, sehr wahrscheinlich nicht. Unsere Aufgabe war es vier Wochen lang ohne Kontakt zu ihnen durchs Land zu streifen. Als eine Art Zwischenprüfung. Und ich glaube nicht, dass die vier Wochen bereits um sind." „Hhm. Und es gibt wirklich keine Möglichkeit mit ihnen, oder allgemein jemandem von deinem Orden in Kontakt zu treten?" wollte der Titan wissen. „Nein, bis auf –"

Keno stockte mitten im Satz und blieb wie angewurzelt stehen. Verwirrt drehte John sich zu ihm um und sah gerade noch, wie der Junge sich selbst so kräftig gegen die Stirn schlug, dass er instinktiv nach dessen Hand griff. „Keno?" fragte er angespannt und hielt seinen Arm weiterhin fest, sodass er sich nicht noch einmal selbst verletzen konnte.

„Ich bin ein Idiot!" rief der Drachenreiter aus und überraschte den Soldaten als er fortfuhr: „Es gibt eine Möglichkeit mit ihnen in Kontakt zu treten! Verdammt, warum bin ich nur immer so verwirrt!" John bemerkte, wie er die linke Hand auch zur Faust ballte und ergriff auch sie vorsorglich. „Hey, ganz ruhig Keno! Ganz ruhig. Es ist alles in Ordnung, es ist normal für jemanden mit so viel Stress wie du ihn hast, wichtige Dinge zu übersehen. Also, der Reihe nach: Es gibt einen Weg deinen Orden zu kontaktieren?" sprach er beruhigend auf ihn ein und Keno nickte. Er atmete mehrere Male tief aus und ein, dann antwortete er: „Ja, mit der sogenannten Traumsicht!" „Traumsicht?" „Ja! Ich benötige nur einen Spiegel, oder zumindest etwas, das ähnlich funktioniert, wie eine Wasseroberfläche oder ein glänzender Schild. Dann kann ich mich mit dem Spiegel in Großmeister Eragons Arbeitsraum in Verbindung setzen."

'Also eine Art magische Videoübertragung.' stellte John für sich selbst klar und ließ die Hände des Jungen wieder los.

Aufmunternd klopfte er ihm auf die Schulter. „Das sind doch großartige Neuigkeiten! Das werden wir sofort tun, sobald heute Abend unser Lagerfeuer brennt!" „Warum nicht jetzt sofort?" wollte Keno verwirrt wissen. Der Titan zeigte nach oben in den Himmel. „Es herrschen gerade 50 Grad und die Sonne erreicht erst in ein, zwei Stunden ihren Zenit. Wenn wir hier zulange rumstehen, bekommen du und Alanna einen Sonnenstich oder sogar einen Hitzschlag. Das riskiere ich auf keinen Fall! Wir müssen in Bewegung bleiben, bis es dunkel wird." erklärte er mit strenger Stimme und erinnerte sich mit Grauen daran, wie viele seiner Untergebenen damals in Afrika, an Blutgerinnseln im Gehirn verstorben waren. Der Junge schluckte schwer, eingeschüchtert von Johns Stimme und dem was ihm ansonsten bevorstehen würde. „O – Ok." brachte er schließlich hervor und der Soldat nickte dankbar.

„Glaub mir, wenn es nicht gefährlich wäre, hätte ich jetzt sofort eine Pause eingelegt, um dir dieses Gespräch zu ermöglichen, aber es ist wirklich lebensbedrohlich, bei einer solchen Hitze ohne Bewegung herumzustehen. Also, lass uns weiter laufen. Mit etwas Glück finden wir ja vielleicht einen kleinen Fels, oder nicht verzeichnete Oase, wo wir halten können." fügte er aufmunternd hinzu und lief nach einem weiteren Handzeichen weiter. Keno trabte hinter ihm her, froh über das kleine bisschen Schatten, das der Gigant vor ihm auf ihn warf und meinte entschuldigend: „Ich – ich verstehe schon. Tut mir leid, ich war einfach nur so aufgewühlt, dass ich ganz vergessen habe, wo wir uns befinden." „Schon gut Junge, ich mache dir keine Vorwürfe. In deiner Position hätte ich wohl genauso gehandelt." beschwichtigte John und ließ seinen Blick zunächst auf den Kompass in seiner Hand und dann über den Horizont schweifen. Bis auf Sand, war jedoch nichts zu sehen.

'Das könnte eine interessante Nacht werden.' dachte er sich und musste insgeheim darüber lächeln. Seit er in Nidhan angekommen war, hatte es keinen einzigen Tag gegeben, der auch nur im Entferntesten langweilig gewesen war.

Die nächsten Stunden zogen sich dahin wie Kaugummi. John und Keno redeten kaum noch miteinander, dafür brauchte der Junge viel zu viel Puste, um mit dem Soldaten Schritt zu halten, der trotz der Mittagshitze eisern weiterstiefelte. Jedoch achtete der Titan darauf, immer nur so schnell zu gehen, um ihn nicht zu überanstrengen, vor allem, als das Thermometer im frühen Nachmittag auf gute 65 Grad anstieg. Selbst Feyth kam das ein oder andere Mal zu ihnen herab, um einen Schluck Wasser zu trinken, oder sich sogar einige Minuten lang in Johns Armen auszuruhen. Auch so mussten sie mehrere Male anhalten, damit Keno seine Flüssigkeitsvorräte auffüllen und Alanna einige kleine Schlucke einflößen konnte. Der Soldat selbst hatte glücklicherweise ein eingebautes Schlauchsystem im Atlas, das ihm in regelmäßigen Abständen Wasser aus dem Tank auf seinem Rücken in den Mund spritzte. So marschierten sie beständig weiter, Meile um Meile, Sanddüne um Sanddüne.

Dann schließlich, Stunden später, begann die Sonne langsam hinter dem Horizont zu verschwinden und der Titan gab das Handsignal zum Stopp. Laut seiner Schrittanzeige, hatten sie gut und gerne 30 Kilometer zurückgelegt.

'Nicht schlecht für einen Jungen seines Alters.' dachte er beeindruckt und meinte dann laut: „In Ordnung, die Sonne wird in ein paar Minuten untergehen. Wir schlagen hier unser Nachtlager auf." „Puh! Viel länger hätte ich auch nicht mehr durchgehalten." entgegnete Keno und stemmte sich die Hände in die Seiten. Der Schweiß rann ihm nur so über die Wangen und sein Hemd war vollkommen nass, genauso wie der improvisierte Turban auf dem Kopf. Sein Gesicht hingegen war nicht ganz so rot, wie der Soldat es erwartet hatte. „Für deinen ersten Marsch durch die Wüste hast du dich ganz gut gehalten Keno, Respekt." erwiderte er lobend und drehte dann kurzweilig die Lautstärke seiner Lautsprecher hoch. „Feyth! Wir rasten hier für die Nacht!" brüllte er dem Drachenmädchen empor, dass daraufhin wie ein Pfeil zu ihnen herabgeschossen kam, kurz vor dem Boden ihre Flügel aufspannte und sanft aufsetzte. *Ich bin ganz schön geschafft, so lange wie heute, bin ich bisher erst zweimal geflogen.* meinte sie stolz und John lächelte ihr zu, nachdem er den Rucksack mit Alanna abgestellt und seinen Helm vom Kopf genommen hatte.

Dann fiel ihm jedoch wieder ein, dass der Drachenreiter nur darauf wartete endlich Kontakt mit Eragon aufnehmen zu dürfen und seine Gesichtszüge wurden nüchtern. Ohne noch ein Wort an Feyth oder Keno zu richten, begann er damit aus dem zuvor gesammelten Holz ein kleines Lagerfeuer aufzustellen. Danach kramte er aus dem Rucksack drei Decken, den Sack Kartoffeln und zwei kleine Schälchen hervor. Auf einem der beiden prangte eine großes eingraviertes „BEEREN", das andere war vollkommen unbeschriftet. Die Decken breitete er rund herum um den noch nicht entzündeten Holzstapel aus und bot seinen Begleitern an, sich zu setzen. Feyth schnappte sich ihre Decke und zerrte sie näher zu Johns, wohingegen der junge Reiter sich einfach seufzend niederließ. Schlussendlich packte der Titan den Rucksack und stellte ihn sich so gegenüber, dass er der Elfe ins Gesicht blicken konnte, dann setzte auch er sich hin.

„Könntest du bitte das Feuer entzünden Keno?" bat er höflich, woraufhin dieser stumm nickte, sich über das gestapelte Holz beugte und Brisingr! murmelte. Fast augenblicklich fing der gesamte Stapel an zu brennen. „Danke." „Gerne." John packte beide Schälchen, die er neben den Kartoffelsack gestellt hatte und löste die Versiegelung des Beerenbehältnisses. Der fruchtige Geruch von frischen Wald- und anderen Beeren stieg ihm in die Nase und behutsame tätschelte er den Hals des kleinen Drachenmädchens, welches ihren Kopf in seinen Schoß gelegt hatte und zu Dösen schien.

Bei diesem Anblick drängte sich wieder seine andere Persönlichkeit nach vorne und flüsterte ihr zärtlich ins Ohr: „Eine Kleinigkeit für dich Feyth." Er hielt ihr die Beeren vor die Nase und wie vom Blitz getroffen riss sie die Augen auf. *Au fein!* rief sie glücklich und angelte sich mit ihrer Zunge gleich mehrere der Früchte auf einmal. Während er ihr weiterhin liebevoll über die Flanke strich, wandte sich der Titan Keno zu und reichte ihm das andere Schälchen.

„Ich habe leider keine Ahnung was darin ist, es ist nicht beschriftet. Aber Angela scheint keinerlei leere Schalen oder Töpfchen eingepackt zu haben. Für deine Traumsicht, oder wie du es nanntest, sollte es trotzdem reichen, oder?" meinte er entschuldigend. Der Drachenreiter winkte jedoch beschwichtigend ab und kratzte aufgeregt das Wachs vom Rand des Deckels, womit das Behältnis versiegelt war. „Schon in Ordnung und ja es reicht auf jeden Fall. Ich brauche nur noch etwas Wasser!" „Ah, natürlich, Moment." Mit seiner freien Hand löste der Soldat den Wasserkanister von seinem Rücken und stellte ihn neben Keno ab, der gerade die letzten Reste der Versiegelung beseitigte und dann das Schälchen öffnete. Überrascht blickte er hinein und sagte dann glucksend: „Nur ein Haufen Kekse. Holla sind die groß!"

John rollte mit den Augen und legte kurz die Hand an die Stirn.

'Angela.' dachte er stöhnend.

Dann blinzelte er mehrmals. Offenbar war sein Verstand immer noch etwas verwirrt, von den unterschiedlichen Bildern, die ihm seine zwei verschiedenen Augen schickten. 'Am Tag war es nicht so schlimm, da gab es nur geringe Farbunterschiede und der Schärfegrad war wegen der eintönigen Umgebung wohl auch vernachlässigbar. Aber jetzt in der Nacht? Argh, ich glaube ich werde doch nicht darum herum kommen, mein normales Auge zu ersetzten.' sagte er sich nachdenklich und versuchte nicht zu sehr auf die Unterschiede zu achten. Das war aber leichter gesagt als getan, wenn man bedachte, dass er mit dem Drachenauge noch immer genauso gut sah, wie am Tag, wohingegen sein gewöhnliches Auge zwar auch noch scharfe Bilder lieferte, diese allerdings weitaus farbloser waren. Er schüttelte kaum merklich den Kopf und konzentrierte sich dann wieder auf das, was vor ihm geschah.

Der Junge hatte mittlerweile die Kekse aus dem Schälchen geräumt, sie neben sich auf das Tuch gelegt und einen großen Schluck Wasser in das nun leer gewordene Behältnis gefüllt. Er rückte näher zu John und Feyth hinüber, bevor er die kleine Schüssel vor ihnen im Sand abstellte.

Neugierig hob Feyth den Kopf. *Was hast du vor?* „Ich werde Kontakt mit Meister Eragon aufnehmen. Zumindest hoffe ich, dass er sich gerade in seinem Arbeitszimmer befindet." entgegnete Keno und hielt seine rechte Hand über das Wasser. Das Drachenmädchen machte große Augen, blieb ansonsten jedoch still und stopfte sich noch mehr Beeren in den Mund. Auch der Titan betrachtete das Ganze fasziniert, blickte allerdings alarmiert auf, als er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm. Es war aber lediglich Alanna, die sich offenbar im Schlaf bewegt hatte. Trotzdem fokussierte er sie für einen kurzen Moment.

'Das Schlafmittel wird bald seine Wirkung verlieren. Das Anti-Magieserum, sollte sie zwar größtenteils außer Gefecht setzen, aber wer weiß, ihre körperliche Stärke wird sie wohl nicht verloren haben. Holzauge sei wachsam!' Dann wandte er sich wieder dem jungen Drachenreiter zu, der nun einige Worte in der Alten Sprache murmelte.

John schlug sich daraufhin entnervt vor die Stirn. 'Ich habe vergessen Angela nach einem Wörterbuch für diese vermaledeite Sprache zu fragen.' grummelte er innerlich. Feyth warf ihm daraufhin einen fragenden Blick zu, doch er schüttelte nur beschwichtigend den Kopf. Bevor der kleine Drache jedoch etwas sagen konnte, vollendete Keno seinen Zauberspruch und die Oberfläche des Wassers begann sich zu verändern.

Nach wenigen Augenblicken konnte er in dem Wasser nicht mehr sich selbst, sondern ein gut ausgeleuchtetes Zimmer mit einem großen Tisch in der Mitte sehen. Er sah nicht den gesamten Raum, sondern nur einen Ausschnitt. Aber das Bild an sich, war so klar und tadellos wie das eines hochauflösenden Displays aus seiner eigenen Welt, was ihn äußerst erstaunte. Auf der rechten Seite des Raums konnte er mehrere Regale mit Büchern und Schriftrollen darin erkennen, wohingegen die linke Wand mit dem Rand eines gigantischen Gemäldes ausgefüllt wurde, das offensichtlich eine Art Karte darstellte. In der Mitte befand sich der große Tisch, auf dem etliche derselben Laternen standen, die John bereits in Angelas Wohnhöhle vorgefunden hatte. Zusätzlich lagen einige Schriftrollen kreuz und quer auf der Ablage, sowie zwei dicke Bücher, auf denen ein feingearbeitetes Gestell stand in dem ein großer, goldener Edelstein eingearbeitet war. Und hinter dem Tisch saß ein Mann mittleren Alters, mit kurzen braunen Haaren und glattrasiertem Kinn, der offenbar mit einer Feder in der Hand etwas schrieb.

„Meister Eragon!" rief Keno aufgeregt und der Mann hinter dem Tisch sah überrascht hoch. Er stand auf und kam näher zu ihnen heran. Seine Kleidung bestand aus einem feinbesticktem Hemd aus weißer Wolle und einer ledernen Hose.

„Ah, Keno! Es freut mich dich wiederzusehen junger Schüler." begrüßte ihn Eragon mit einem freundlichen Lächeln. „Es freut mich auch euch wiederzusehen Meister!" erwiderte der junge Drachenreiter respektvoll, doch John konnte ihm ansehen, dass er ziemlich nervös war. „Wer sind denn deine beiden netten Begleiter dort neben dir? Möchtest du uns nicht erst einmal einander vorstellen?" „Ja, natürlich verzeiht. Meister, darf ich euch John Miller vorstellen? Er ist Soldat aus einem fernen Land." Der Titan neigte höflich den Kopf. „Sehr erfreut eure Bekanntschaft zu machen Meister Eragon." „Dies kann ich nur erwidern Herr Miller." entgegnete der ältere Drachenreiter und erwiderte die Geste. Dann fiel sein Blick auf das kleine Drachenmädchen, das ihn ihrerseits mit großen Augen anstarrte. „Ist das etwa die kleine Feyth?" fragte er ungläubig, woraufhin Feyth fröhlich fiepte und ihm zuzwinkerte. *Sag ihm, dass ich mich sehr freue ihn wiederzusehen.* meinte sie aufgeregt.

John sah Keno abwartend an, doch als dieser ihm einen verwirrten Blick zuwarf, kapierte er, dass sie nur zu ihm gesprochen hatte.

„Sie sagt, dass sie sich sehr freut euch wiederzusehen." teilte er dann sofort mit und das Lächeln auf Eragons Gesicht wurde breiter. „Es ist auch schön dich bei voller Gesundheit wiederzusehen Kleine. Ich – " Sein Blick wanderte an ihnen vorbei und sie konnten deutlich Geräusche im Hintergrund vernehmen. „Nein! Denk daran was letztes Mal passiert ist! Sa –" rief er mit einer abwehrenden Handgeste und seufzte laut, während er mit sanfter Gewalt von einem gigantischen blauen Drachenkopf vor dem Spiegel weggedrängt wurde.

„Meisterin Saphira!" sagte Keno überrascht und verneigte hastig das Haupt vor ihr. Die große Drachendame zwinkerte ihnen mit ihrem riesigen blauen Auge zu, welches fast das gesamte Bild einnahm. Dann fokussierte sie zunächst Feyth und danach John, der sich merkwürdig nackt anfühlte, als sie ihn musterte.

„Sie begrüßt euch auch alle recht herzlich, ganz besonders natürlich die kleine Feyth und will wissen, ob Herr Miller derjenige ist, für den sie ihn hält." erklärte ein sich dumpf anhörender Eragon aus dem Hintergrund. Der Titan und der kleine Drache sahen sich kurz gegenseitig an, während Keno etwas perplex daneben saß. John schmunzelte zufrieden und antwortete dann mit fester Stimme: „Der bin ich."

Demonstrativ legte er seine Hand zärtlich auf ihren Kopf und Feyth platzte förmlich vor Freude. Sie schnurrte liebevoll und auch Saphira gab ein zufriedenes Brummen von sich, das dermaßen laut war, dass die Wasserschale selbst anfing zu vibrieren und leichte Wellen auf der Oberfläche das Bild verzerrten. Es dauerte einige Augenblicke, bis sie sich wieder gegenseitig klar erkennen konnten. In dieser Zeit hatte es der ältere Drachenreiter offensichtlich geschafft sich zwischen Saphira und den Spiegel zu schieben.

Er rieb sich nachdenklich das Kinn. „Das ist – eine interessante Entwicklung. Aber, sag Keno, das ist sicher nicht der Grund weshalb du mich zu solch später Stunde kontaktierst, oder? Wo ist Shad?" Beschämt blickte der Junge zu Boden. „Das – das ist der Grund. Shad und ich wurden angegriffen, entführt und getrennt! Ich weiß nicht wo er steckt!" erwiderte er mit zittriger Stimme, es war offensichtlich, dass er seine Tränen unterdrückte.

Eragons Gesicht verdüsterte sich und die Drachendame im Hintergrund ließ ein bedrohliches Knurren von sich hören. „Ihr wurdet angegriffen? Von wem und wann?" Keno erzählte dem Großmeister dieselbe Geschichte, wie auch schon zuvor John und Feyth. Das kleine Drachenmädchen legte tröstend ihren Kopf in seinen Schoß und schnurrte leise. „Und dann hat mich Herr Miller hier aus den Klauen dieser Banditen befreit und ärztlich versorgt. Hätte er nicht eingegriffen, wäre ich jetzt nicht hier Meister." endete er die Erzählung und lächelte Feyth traurig zu, dankbar für ihre Nähe.

Eragon, der während der Erklärung den Griff seines Schwertes gepackt hatte, wirkte wütend und besorgt zugleich. „Das ist ungeheuerlich! Die Schwarze Rose hat in der Vergangenheit schon grausige Verbrechen begangen, aber einen Drachen und seinen Reiter zu entführen? Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt!" fluchte er laut und nickte John dann dankbar zu, der bisher dem Ganzen still gefolgt war.

„Ich schulde euch meinen Dank werter Herr Miller. Wer weiß, was mit Keno geschehen wäre, wenn ihr nicht seinen Weg gekreuzt hättet!" Der Titan erwiderte die Geste. „Es ist mir stets ein Vergnügen Unschuldigen in Not zu helfen." „Wenn es doch nur mehr Männer wie euch auf dieser Welt gäbe! Ich weiß, es ist vielleicht etwas viel verlangt, aber konntet ihr zufälligerweise einen der Banditen befragen, bevor er starb?" Der Soldat nickte erneut. „Ja, aber das wird uns nicht wirklich weiterhelfen. Die Kerle, die Keno bewachten, waren nur einfach Söldner, die keine Ahnung von dem größeren Plan hatten."

„Barzûln!" rief Eragon aus und begann vor dem Spiegel auf und ab zu gehen. John jedoch sprach weiter: „Allerdings war es mir möglich, den Anführer einer weiteren Gruppe festzusetzen, die vorhatte Eier aus dem Nest einer Drachendame namens Lyath zu stehlen!"

Der Drachenreiter blieb kerzengerade stehen und drehte sich langsam zu ihm um, das Gesicht zu einer wütenden Fratze verzogen. „Die Schwarze Rose hatte vor, Eier aus Lyaths Nest zu stehlen?" fragte er zischend und Saphira ließ mit einem lauten Brüllen erneut das Wasser vibrieren. Als es sich wieder beruhigt hatte bestätigte der Soldat: „Wenn ihr es genau wissen wollt, hatten sie Lyath sogar vergiftet und wollten sie zusammen mit ihrem Sohn Dekri entführen."

Das war zu viel des Guten.

Zornig brüllte der Drachenreiter irgendwelche Schimpfwörter in einer Sprache, die John noch nie gehört hatte und dem lauten Krachen nach zu urteilen warf der Großmeister auch Gegenstände gegen die Wände, die dort in ihre Einzeleile zersprangen. Schließlich setzte sich Eragon vor dem Spiegel auf den Boden, schloss die Augen und begann bewusst ein und auszuatmen.

Währenddessen betrachtete Saphira sie aus dem Hintergrund. Es war unmöglich zu sagen, welchen der drei sie beäugte, doch ihr Blick war eine Mischung aus Trauer und Wut. Der Titan ahnte, was in ihr vorging. Es war nie leicht für eine Mutter, schlechte Neuigkeiten über eine nahestehende Person zu erhalten, die ebenfalls Kinder erwartete. Umso beeindruckter war er, dass sie im Gegensatz zu ihrem Reiter keinen Wutanfall bekommen hatte.

Nach einigen Minuten angespannter Stille, in der nicht viel mehr geschah, als das der Soldat zwei Holzscheite ins Feuer warf, rappelte sich Eragon seufzend auf, raffte sein Hemd zurecht und meinte dann räuspernd: „Verzeiht meinen kleinen Ausbruch gerade. Ich habe mich von Saphiras Gefühlen mitreißen lassen." „Schon in Ordnung Meister, ich hoffe euch ist nichts geschehen?" fragte Keno, doch der ältere Drachenreiter hob beruhigend die Hand. „Nein, alles in Ordnung Keno-FIniarel." Dann wandte er sich erneut an John.

„Meiner Gefährtin fielen die Drachenketten an euren Armen auf, Herr Miller. Wie kam es dazu?" Der Titan betrachtete kurz die stählernen Fesseln an seinen Unterarmen und entgegnete ernst: „Sie wurden mir vom Anführer des kleinen Stoßtrupps angelegt, nachdem ich Lyath und den anderen die Flucht ermöglich habe." Eragon kratzte sich wieder nachdenklich am Kinn.

„Den, den ihr gefangen nehmen konntet?" „Exakt." „Habt ihr ihn schon befragt?" „Nein, das war uns noch nicht mögl –"

Er schreckte hoch, als er das Reißen von Stoff vernahm. Binnen einer Sekunde war er auf den Beinen und ergriff Alannas Hand durchs lodernde Feuer hindurch. „Was zum?" stotterte Keno verwirrt und erschrak, als er bemerkte, was John verhindert hatte. Auch Feyth zeigte fauchend ihre scharfen Zähnchen. Die Elfe schien sich während ihrem Gespräch lautlos aus den Fesseln des Rucksacks befreit zu haben und war gerade im Begriff gewesen, nach dem Schwert in der Seitentasche zu greifen, als der Titan sie aufgehalten hatte. Allerdings schien sie noch nicht ganz bei Sinnen zu sein.

„John? Wa – was ist geschehen?" fragte sie benommen und brach sofort sämtliche Versuche ab, sich aus dem eisernen Griff des Soldaten zu befreien. „Was geschehen ist?" knurrte John und hob sie mit Leichtigkeit vom Boden. „Nun, das dürft ihr gleich selbst erklären."

Er setzte sie vor die Wasserschale an seinen Platz und meinte dann laut: „Darf ich vorstellen? Die Anführerin des Stoßtrupps, Alanna. Ich denke sie beiden kennen sich bereits."




[Eragon Fan-Fiction] Der Titan und die DrachenreiterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt