Nach einiger Zeit räusperte sich John laut und stand langsam auf, wobei Feyth eilig aus seinem Schoß sprang, um den Soldaten nicht zu behindern. Im Aufstehen, griff er gleichzeitig seinen Helm vom Boden auf und setzte ihn sich wieder auf den Kopf, wodurch sich der Atlas mit einem leisen Zischen erneut versiegelte. An Feyth gewandt meinte er: „Ich denke, dass wir zu den anderen Stoßen sollten. Es bringt nichts hier einfach nur rumzusitzen." *Wirst du Keno davon erzählen?* entgegnete sie mit zurückhaltender Stimme, doch zu ihrer Erleichterung schüttelte er kurz den Kopf. „Nein. Warum sollte ich? Es ist deine Sache, wem du das erzählst. Außerdem kenne ich Keno noch nicht lange genug, um ihn richtig einschätzen zu können." erklärte John und erhielt von Feyth einen skeptischen Blick als Antwort. *Und mich?* Der Soldat zuckte mit den Schultern, was durch den Atlas sehr ausladend wirkte. „Instinkt." erwiderte er und schritt an ihr vorbei in die Richtung von Lyaths Kammer.
Das war die Wahrheit. Er kannte zwar Feyth erst genauso lange wie Keno, allerdings empfand er für sie weitaus mehr Sympathie, als für den Menschenjungen. Wohl auch, weil sie genauso wie er ein Außenseiter war. Zwar auf einer anderen Ebene als John selbst, doch auch sie wurde von den meisten ihrer Artgenossen verachtet. Einfach nur weil sie anders war. Er ballte unwillkürlich die Hand zur Faust, zwang seinen Körper jedoch sich wieder zu entspannen, als er spürte, dass das kleine Drachenmädchen auf seinen Rücken gesprungen war. Der Soldat blickte nach rechts und sah, wie sie sich an seiner Schulter festgekrallt und ihren Kopf darauf abgelegt hatte. Ein Schmunzel breitete sich auf seinem Gesicht aus und er wandte den Blick wieder nach vorne. Mit großen Schritten, trat er durch den kurzen Höhlengang, der den Eingangsbereich mit der Hauptkammer verband und als er schließlich um die Kurve kam, empfing ihn der Schein eines rötlichen Feuers.
Lyath lag, wie er schon vermutet hatte, in ihrem Nest und beobachtete Keno und Dekri. Der Drachenreiter hatte sich auf einen der herumliegenden Stalagmiten gesetzt, welcher in der Nähe des großen Feuers lag und kaute an einem Stück Dörrfleisch herum, dass er offensichtlich aus ihrem Vorratssack heraus gekramt hatte. Der junge Drache hingegen saß direkt vor dem Feuer und starrte in die lodernden roten Flammen, als seien sie ein wunderschönes Gemälde, welches man unbedingt betrachten musste. John dachte sich zunächst nichts dabei und betrachtete die Flammen ebenfalls für einen kurzen Moment, als ihm etwas Merkwürdiges auffiel.
Zwei rundliche Gegenstände, jeder ungefähr so groß wie ein Medizinball, befanden sich inmitten der Flammen. Bei genauerem hinsehen konnte er feststellen, dass die Gegenstände eine relativ dunkle Färbung inne hatten, die von helleren Adern durchzogen war. John blickte von den Gegenstände zu Dekri und schließlich auf Lyath. Er zählte eins und eins zusammen. 'Das müssen die restlichen Eier aus Lyaths Gelege sein von dem auch Dekri geschlüpft ist.' Fasziniert behielt er die Dracheneier im Blick, während er zu Lyath hinüberging und sich neben sie auf den Boden setzte.
*Und wie verlief Feyths erstes Training Jäger?* ertönte eine vergnügt klingende Stimme in seinem Kopf und die große rote Drachendame verlagerte ihren Kopf so, dass ihr rechtes Auge direkt auf John blicken konnte. Den Blick immer noch ins Feuer gerichtet antwortete der Soldat flüsternd: „Das wisst ihr ebenso gut wie ich Lyath. Feyth weiß alles was sie wissen muss." Er spürte, wie der kleine Drache von seiner Schulter glitt und dann kleinlaut meinte: *Ich lasse euch beide Mal alleine. Ich muss mich noch bei Keno entschuldigen.* Mit schnellen Schritten entfernte sie sich von John und Lyath und sprang in Kenos Schoß, der ihr Verhalten skeptisch beobachtete. Ohne weiter zu zögern sagte der Titan ernst: „Ihr wusstet, dass sie nicht kämpfen kann." Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Endlich wandte er den Blick von den Eiern ab und sah der Drachendame direkt ins Auge. Eine Art Seufzer schien von ihr auszugehen, als sie fragte: *Seid ihr böse auf mich?* John schüttelte leicht den Kopf. „Nein. Ich weiß, was es heißt ein Geheimnis zu bewahren. Aber warum habt ihr es überhaupt erst zugelassen, dass ich versuche sie zu trainieren?" *Weil ich Vertrauen in euch hatte.*antwortete sie schlicht und zwinkerte ihm zu. Er legte leicht den Kopf schräg. „Vertrauen? Ich hätte Feyth ernsthaft verletzen können, wenn ich sie gezwungen hätte mich zu beißen oder zu schlagen." *Aber das habt ihr nicht.*"Natürlich nicht!" *Warum hätte ich euch dann davon abhalten sollen?* John starrte sie einige Momente nachdenklich an, bis er ihr Motiv begriff. „Das war das, was ihr mit selbstherausfinden meintet." stellte er etwas überrascht fest und bekam als Antwort ein amüsiertes Kichern zu hören. *Es ist ein Teil davon, ja.*Nachdenklich verschränkte der Titan seine Arme vor der Brust und hakte nach: „Und ihr wollt mir sicher immer noch nicht erzählen, was genau ihr damit meint?" Abermals zwinkerte Lyath ihm zu. *Wie ich schon sagte, dies ist etwas, das ihr selbst herausfinden müsst. Es hätte keinen Wert, wenn ich es euch jetzt sagen würde.* sagte sie freundlich, aber ernst. John neigte seinen Kopf leicht nach unten und murmelte nur: „Ich verstehe."
Er war sich nun sicher, dass die Drachendame wohl etwas in seinem Kopf gefunden hatte, das auf irgendeine Weise mit Feyth verknüpft war, nur der Grund weshalb sie es ihm vorenthielt blieb für ihn unverständlich. Wollte sie ihn auf eine Art Selbstfindung schicken? 'Ich habe lange genug gelebt und erlebt, um zu wissen wer ich bin. Was verheimlichst du vor mir?' fragte er sich selbst und ließ seinen Blick zu Keno und Feyth hinüber schweifen, die offenbar in ein intensives Gespräch verwickelt waren. Seine Lippenablesefähigkeit war zwar etwas eingerostet, doch einzelne Wörter wie "Verräter", "Surda" oder "Schmerzen" konnte er herauslesen. Offenbar redete Keno über die Magier, die damals ihn und seinen Drachen entführten. Wissbegierig wollte er sich gerade daran machen seine Helmkamera zu aktivieren, um das Gespräch später besser analysieren zu können, als Lyath plötzlich fragte: *Wenn ihr mir diese Frage gestattet Jäger, was bedeuten eigentlich diese Zeichen an eurem Helm? Ich erkenne einen Adler, der etwas in seinen Klauen trägt und darunter ein kleiner Schriftzug der lautet: Titan 06. Sind das nur Verzierungen?*
Überrascht von der Frage wandte er seinen Blick wieder der Drachendame zu und antwortete: „Ihr Drachen habt wirklich feine Augen. Nein, es sind keine Verzierungen. Der Adler, der in seinen Klauen einerseits Olivenzweige und auf der anderen Seite Pfeile trägt, ist ein Abzeichen für meinen Rang. Der Text darunter ist einfach meine militärische Bezeichnung, so ist es im Eifer des Gefechts viel einfacher Befehle zu erteilen oder zu empfangen." Er tippte an den Helm, genau dort wo sein Rufname stand. „Überlegt was es für ein Chaos geben würde, wenn ein Befehl gegeben wird, der sich auf einen John bezieht, von denen tausende in unserer Armee dienen. Selbst der Familienname würde nicht viel weiterhelfen, da selbst dieser in der Regel mehrmals vorkommt." *Ein wirklich schlaues System.* meinte Lyath beeindruckt und ließ ihr Auge über seine Rüstung schweifen. *Und wofür steht das 06? Seid ihr etwa die sechste Person eurer Einheit, oder wie auch immer man das bei eurer Armee nennt?* John schüttelte den Kopf. „Nein, beziehungsweise schon. Was ein Alphabet ist wisst ihr doch denke ich?" *Selbstverständlich.* „Gut, ich bin einfach die sechste Person in einer alphabetischen Reihenfolge. Daher 06." *Verstehe. Und der Name Titan? Bedeutet er etwas, oder ist es auch einfach nur eine Rufbezeichnung?* „Ihr könntet glatt bei unserem Geheimdienst arbeiten, in Sachen Fragen steht ihr ihnen zumindest von der Menge her in nichts nach." scherzte John und konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen, als er ihren verwirrten Blick bemerkte. „Schon gut." ergänzte er und fuhr fort: „Der Name Titan stammt von meiner Einheit, aber ursprünglich ist das Wort Titan eine Bezeichnung für ein mythologisches Wesen mit gottähnlichen Kräften. Es wäre zu viel um es euch jetzt genau zu erklären." *Es ist also eine Anspielung auf eure enorme Stärke? Interessant. Ich bin mir sicher, das ihr einen hohen Rang unter euren Männern habt, bei so viel Erfahrung.* sagte sie und traf damit unwissentlich einen wunden Punkt von John.
Es fühlte sich so an, als habe ihm Lyath gerade eine ihrer Krallen ins Herz gestoßen. Sie hatte ihn an etwas erinnert, das er lieber tief vergraben in seinen Erinnerungen gelassen hätte. Er sah betroffen zu Boden als er ihr antwortete: „Der Name meines Ranges ist Colonel. Es gibt allerdings noch vier Ränge über dem meinen, welche mir Befehle erteilen können. Aber das macht keinen Unterschied mehr, mein Rang ist nur noch symbolisch." *Es tut mir Leid. Ich bin zu weit gegangen mit meinen Fragen, ich hatte nicht vor eure Gefühle zu verletzen Jäger.* entgegnete Lyath schockiert, doch John winkte ab. „Nein, macht euch keine Vorwürfe. Das ihr es nicht wusstet, ist eine Art Vertrauensbeweis für mich. Immerhin könntet ihr meine gesamten Erinnerungen durchforsten, ohne dass ich es merken würde. Aber ihr habt es nicht getan. Dafür danke ich euch."
Er versuchte nach außen hin seine freundliche Fassade zu wahren, wobei ihm der Helm, der jegliche Emotion auf seinem Gesicht vor der Außenwelt verbarg, äußerst hilfreich war, allerdings konnte er seinen Geist nicht vollkommen unter Kontrolle halten. Es war dieselbe Wut, derselbe Hass wie damals vor einhundert Jahren. Er knirschte mit den Zähnen und ballte die Hände zu Fäusten. *Jäger? Was ist geschehen, das euch mit einem derartigen Hass erfüllt? Euer Geist fühlt sich an, als hättet ihr ihn in Eis getaucht.* fragte die Drachendame sanft, da ihr Johns mentaler Zustand natürlich nicht entgangen war. Der Soldat knurrte und blickte langsam zu ihr auf.
„Es begann vor rund zweihundert Jahren, im letzten großen Krieg meiner Welt. Wir befanden uns in der intensivsten Phase des Krieges. Meine Männer und ich hatten den Befehl bekommen eine bestimmte Stadt anzugreifen und zu besetzten, da sich dort wichtige militärische Gefangene befanden. Zunächst war alles kein Problem. Wir nahmen die Stadt innerhalb von nur zwei Tagen vollständig ein und befreiten die Offiziere. Danach erhielten wir die Meldung, dass unsere Verstärkung erst in fünf Tagen ankommen würde und wir die Stadt solange alleine verteidigen mussten. Wir kämpften wie die Tiger, meine Männer und ich. Hunderte fielen in den nächsten Tagen, aber wir schafften es die Stellung zu halten. Am fünften und letzten Tag unserer Besetzung standen noch ungefähr zweieinhalbtausend Mann von den anfänglichen viertausend. Da nahm das Unheil seinen Lauf. Auf einmal waren die Offiziere, der Grund für diese gesamte Operation, verschwunden. Ich hatte keine Ahnung wohin sie gegangen waren, es war, als wären sie vom Erdboden verschluckt worden. Ich kontaktierte meinen befehlshabenden Offizier und ich traute meinen Ohren kaum, als ich seine Worte vernahm: ‚Gute Arbeit Titan 06, ihre Männer haben den Job erledigt. Nun können sie reinen Gewissens für ihr Vaterland sterben.' Mir blieb nicht einmal mehr Zeit zu antworten, da mich die Druckwelle einer gigantischen Explosion erfasste und durch die Luft schleuderte, als wäre ich nur ein kleiner Kieselstein. Danach fegte eine Feuerwand über mich hinweg und mein Verstand begriff, was geschehen war. Schutt prasselte auf mich ein, Felsbrocken so groß wie ihr begruben mich unter ihnen. Es dauerte fünf Minuten, bis alles über mir zum stehen kam. Die wohl längsten Minuten meines Lebens. Ich brauchte fast eine Stunde, bis ich mich aus meinem Grab aus Erde, Beton und Stahl befreien konnte. Mein Körper wollte sofort loslaufen, um nach weiteren Überlebenden zu suchen, doch mein Verstand wusste bereits, dass alle Hoffnung verloren war. Das was vorher eine große Stadt gewesen war, war nun nur noch ein gigantischer Krater."
Lyath hatte ihre Augen weit aufgerissen und ein erschrockenes Schnauben von sich gegeben, während John ihr die Geschichte erzählte. John selbst jedoch hatte seine Haltung kaum geändert, sondern saß immer noch mit verschränkten Armen da, allerdings wie eine Feder gespannt. *Das ist schrecklich!* sagte die Drachendame bestürzt. *Ich habe schon von Magiern gehört, die ganze Burgen zum Einsturz bringen konnten, aber eine Waffe, die eine ganze Stadt vernichtet? Wie konntet ihr das überleben?* „Ich bin anders." knurrte John und konnte dann noch nicht mehr an sich halten. Mit voller Wucht rammte er seine Faust vor ihm in den Boden, so tief, dass selbst ein Teil seines Unterarms im Loch verschwand. „Zwei Millionen Zivilisten. Männer, Frauen, Kinder. Niemand in der Stadt, außer mir, überlebte den Angriff. Alle meine Männer. Tod. Nicht einmal irgendwelche Überreste. Als hätten sie einfach aufgehört zu existieren." Er riss die Hand wieder aus dem Gestein. *Das tut mir Leid.*versuchte ihm Lyath beizustehen, doch das half nur bedingt. Mit starrem Blick sah John in seine offenen Hände, die er auf seinen Oberschenkel abgelegt hatte und ballte sie nach einigen Momenten wieder zu Fäusten. Etwas an ihm hatte sich verändert.
„Ich suchte noch knapp einen halben Tag nach möglichen Überlebenden, bis ich die Suche abbrach. Mein Marsch zurück zum Vorposten dauerte zwei Tage. Dort angekommen, wurde ich ins Zelt des Generals beordert, der zufällig gerade dort war. Er empfing mich mit warmen Worten und leeren Versprechungen. Mich interessierte allerdings nur eine Sache. Ich fragte ihn, ob er es gewesen war, der den Nuklearschlag gegen die Stadt befohlen hatte. Als er das bejahte und dann anfing mit seinen Offizieren, die ich als diejenigen erkannte, die wir aus der Gefangenschaft gerettet hatten, darüber zu scherzen, wie einfach das gewesen sei, verlor ich meine Beherrschung. Ich riss jedem im Zelt die Gliedmaßen aus, schlitzte ihren Bäuche auf, zerrte ihnen das klopfende Herz aus dem Leib, nur um es ihnen in den schäumenden Mund zu stopfen und zertrampelte ihre Eingeweide. Blut, überall war Blut. Ich trennte ihnen die Köpfe ab und steckte sie allesamt auf einen Fahnenmast. Mit ihm in der Hand trat ich aus dem Zelt, vor dem sich schon einige Soldaten versammelt hatten, doch niemand wagte es mich anzugreifen. Demonstrativ rammte ich den Mast inmitten des Lagers in den Boden. Danach kümmerte ich mich um den Rest der Soldaten, die alle nur feige zugeschaut hatten, während diese Bastarde auf den Knopf drückten." erklärte er in sadistischem Tonfall und begann leise zu lachen. Das Lachen war so eiskalt, das es Lyath einen regelrechten Schauer über den Rücken jagte.
*John, wie –?* setzte sie entsetzt an, als der Soldat abrupt verstummte und leicht den Kopf schüttelte. Benommen fragte er: „Lyath? Was ist passiert? Ich muss wohl kurz eingenickt sein. Tut mir leid." Die Drachendame starrte ihn wie gelähmt an.
*Ihr erinnert euch an nichts?* „Hhm? Was meint ihr? Ich war gerade dabei euch zu erzählen, wie ich meine Männer verloren habe, als ich wohl eingeschlafen sein muss, falls ihr das meint." entgegnete er leicht verwirrt und zuckte mit den Schultern. „Ich habe seit über einen Monat nicht mehr wirklich geschlafen. Eigentlich ein Wunder, das ich nicht schon viel früher in Sekundenschlaf gefallen bin." Er bemerkte ihren völlig entgeisterten Blick und sah sich schnell um, ob etwas vorgefallen war, aber alles schien in Ordnung zu sein. Das bedeutete, dass sie ihn anstarrte. „Lyath? Alles ok? Ihr seht aus als hättet ihr einen Geist gesehen." fragte er sachte und erhielt prompt eine Antwort. *Ich weiß nicht, was ich gesehen habe, aber was auch immer es war, ich bin froh, dass es wieder verschwunden ist.* flüsterte die Drachendame nervös und schüttelte kurz ihren Kopf. Dann bat sie John: *Würdet ihr bitte den Helm abnehmen, Jäger? Ich sehe immer gerne das Gesicht meines Gegenüber, wenn ich mit ihm rede.* „Natürlich, einen Moment." meinte John, entsiegelte seinen Helm und nahm ihn sich vom Kopf. Er legte ihn auf seinen Schoß und fuhr sich durch das kurze hellbraune Haar, bevor er zu Lyath hinübersah. Seine blau-grünen Augen trafen auf ihr großes Rotes.
Sie schien etwas an ihm zu suchen, denn ihr Blick huschte hin und her. Skeptisch zog er eine Augenbraue hoch. „Ihr habt mich schon einmal so gemustert, denkt ihr, ihr habt etwas übersehen? Oder ist doch etwas vorgefallen, als ich kurz eingenickt war?" *Nein, es ist – nichts.* antwortete ihm der Drache nachdenklich, was John nur noch verdächtiger vorkam. Er behielt seine Gedanken jedoch für sich, zumindest hoffte er das, und versuchte wieder das Thema aufzugreifen, bevor er kurz wegegetreten war. „Also Lyath, wenn ich mich recht entsinne hatte ich euch gerade erzählt, dass sie die ganze Stadt mitsamt der Zivilbevölkerung und meinen Männern eingeäschert haben. Danach setzt es bei mir aus." Betroffen blickte er zu Boden. „All diese Leben, einfach ausgelöscht. Nur weil man es dem Feind nicht gönnte, eine nun völlig unbedeutende Stadt zurückzuerobern. Ich habe stundenlang nach irgendwelchen Anzeichen auf Überlebende gesucht, aber da war nichts. Alles war in diesem Höllenfeuer verbrannt." *Ich weiß Jäger, das erwähntet ihr bereits. Es war ein abscheuliches Blutbad. Aber sagt, was habt ihr getan als ihr wieder im Lager wart?* erklärte sie vorsichtig und erschrak, als sie seine Reaktion sah.
„Sie alle umgebracht."
Von einem Wimpernschlag auf den nächsten verwandelte sich Johns Gesicht in eine gehässige Fratze, welche Lyath grimmig anlächelte.
Noch bevor sie jedoch irgendetwas sagen konnte, kehrte sein normaler Gesichtsausdruck zurück und er meinte beschämt: „Ich habe meine Fassung verloren, als ich die Wahrheit erfuhr. In meiner blinden Wut habe ich jeden einzelnen Mann auf dem Stützpunkt ermordet. Es war wie ein Rausch, den ich nicht unterbrechen konnte. Ich bin nicht stolz auf das was ich damals getan habe, aber man kann es nun einmal nicht ändern." Er bemerkte, das Lyath ihn wieder anblickte, als wäre er der Teufel in Person und dachte, dass sie ihn dafür stark verurteilen würde ein solches Blutbad angerichtet zu haben. John konnte ihr es nicht verübeln. Er hatte sich damals selbst der Militärpolizei ergeben und die Konsequenzen getragen, aber er kam nicht umhin eine gewisse Befriedigung zu spüren, da die Mörder seiner Männer tot waren.
Mit gesenktem Haupt wartete er auf Lyaths Reaktion, doch als die Minuten verstrichen und sich immer noch nichts tat, schaute er verwundert auf und stellte fest, dass die Drachendame ihn immer noch vollkommen entgeistert anstarrte.
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[Eragon Fan-Fiction] Der Titan und die Drachenreiter
FanfictionDer Soldat John Miller findet sich nach einem schrecklichem Unfall an den Ufern eines ihm unbekannten Landes wieder. Schon sehr bald wird ihm bewusst, dass er sich nicht mehr in seiner eigenen Welt befindet. So also macht er sich auf den Weg, die Dr...
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