Kapitel 21
beschützen
auf etwas aufpassen, etwas bewachen
Dracos Blick huschte wie automatisch zum Gryffindortisch als er die Große Halle betrat. Dort saß sie. Direkt neben Potters kleiner Weasleyfreudin. Er sah ihr Handgelenk und ein schlechtes Gewissen durchzuckte ihn. Er hatte ihr nicht wehtun wollen. Er hatte sie nur davon abhalten wollen zu gehen, nachdem er ihr wehgetan hatte. Draco seufzte geschlagen.
Bevor er darüber nachgedacht hatte, war er zu ihr gegangen.
„Was willst du Malfoy?", fragte das Weasleymädchen. Sie hatte Draco zuerst entdeckt. Hermione wandte sich jetzt ebenfalls zu ihm um.
Ohne auf Potters Freundin zu achten, griff Draco nach Hermiones Hand und tippte mit dem Zauberstab dagegen. Mittlerweile war er ziemlich gut in ungesagten Zaubern und betrachtete mit einiger Genugtuung wie ihr Handgelenk heilte. Sie sah ihn einfach nur überrascht an.
Er strich sanft über ihre Hand und beugte sich etwas runter, um ihre Hand zu küssen. Er hatte ihr nicht wehtun wollen. Nie. Mit nichts, dass er mit ihr getan hatte, hatte er sie wirklich verletzen wollen. Wahrscheinlich hatte er es trotzdem getan. Weil er nun mal so war. Er wusste nicht, ob er sich jemals ändern würde.
Ohne ein Wort zu sagen lies Draco Hermiones Hand los und ging zum Slytherintisch. Hermione spürte nur noch zu gut das Prickeln auf ihrer Haut, wo er ihre Hand geküsst hatte. Er hatte dabei die Augen geschlossen. Es war als hätte er sich für die blauen Flecken entschuldigen wollen. Sie war vollkommen perplex. Sie hatte keine Ahnung wie sie diese Geste von ihm deuten sollten.
„Was war das denn?", fragte Ginny und sah ebenso perplex aus wie Hermione.
„Ich habe keine Ahnung", sagte Hermione und sah ihm hinterher, wie er sich an den Slytherintisch setzte. Zabini sagte etwas zu ihm und Draco grinste und winkte ab. Dann sah er zu ihr rüber und ihre Blicke trafen sich. Sie konnte absolut nicht deuten, was er dachte. Draco Malfoy war ihr ein wandelndes Rätsel.
Hermione versuchte den Gedanken an ihn zu verscheuchen und sah auf ihr geheiltes Handgelenk.
„Es hat fast so ausgesehen, als würde er dich mögen, als würdet ihr euch nahe stehen", sagte Ginny und Hermione wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Ginny schien sie mit ihren Blicken durchbohren zu wollen.
„Es ist anders in letzter Zeit", sagte Hermione und versuchte ihre Gedanken in Worte zu fassen. Für Ginny würden sie keinen Sinn ergeben.
„Er ist dieses Jahr sehr zurückhaltend. Aber ich meine das eben war eine andere Kategorie von anders", sagte Ginny argwöhnisch und sah zum Slytherintisch.
Hermione zuckte mit den Schultern. Sie konnte Ginny schlecht von der letzten Nacht erzählen. Von dem, was er ihr gesagt hatte. Sie verstand irgendwie nicht, was seine Anwesenheit mit ihr tat. Aber sie wünschte sich, sie könnte einfach zu ihm rübergehen. Sie könnte ihn wieder küssen. So wie letzte Nacht. Sie hatte Ron nie verstanden, wie er stundenlang mit Lavender hatte rumknutschen können. Jetzt verstand sie es.
Ginny begann ihr zu erzählen, wie anders sich Malfoy dieses Schuljahr benahm, aber Hermione hörte kaum zu. Sie war mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Irgendwann standen sie auf und verließen die Große Halle. Sie wusste nicht, ob es Zufall war oder Absicht oder einfach nur Schicksal, aber Draco kam mit Crabbe und Goyle im genau gleichen Moment an der Hallentür an. Wie erstarrt blieb sie stehen.
Auch Draco blieb stehen. So als wollte er ihr Vortritt lassen. Plötzlich hatte sie wenig Lust in den Gryffindorturm zu gehen. Sie wusste ganz genau, was sie jetzt gerne machen wollte und sie war in einer verdammten Zeitschleife. Der Einzige, der sie davon abhalten konnte, war Draco und irgendwie glaubte sie nicht, dass er sie zurückweisen würde. Nicht nach vorhin.
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Surreale Zeitschleife
Fanfiction[Erotik - Fanfiction] Gegen ihren Willen findet sich Hermione Granger in einer Zeitschleife wieder. Gezwungen immer und immer wieder die gleichen Tage zu durchleben, verliert sie sich in den Wirrungen zwischen Realität und Fiktion. Bis sie auf Draco...
