Kapitel 50
Bedeutung
besondere Geltung, Ansehen, Wert
365 Zyklen. Eigentlich war es nur eine Zahl und doch bedeutete es, dass er sich bereits seit zwei Jahren in dieser Zeitschleife befand. Es bedeutete, dass er heute 19 Jahre alt wurde. Es war seltsam. Irgendwie waren Draco die zwei Jahre Zeitschleife wahnsinnig kurz vorgekommen. Vor allem die letzten Monate schienen wie im Flug vergangen zu sein. Seit er seine Zeit mit Hermione verbrachte, schien die Zeit unter seinen Fingern zu zerrinnen. Gedankenverloren stieg er die Treppen des großen Luxushotels hinauf. Sie waren gerade in Istanbul und während sie letzten Zyklus die Stadt erkundet hatten, genossen sie jetzt einen Zyklus am Pool eines luxuriösen Muggelhotels. Es dämmerte bereits und Hermione war hinauf gegangen, um sich etwas über zu ziehen. Draco öffnete mit seiner Zugangskarte die Tür zu ihrer Suite und konnte sich ein spöttisches Grinsen nicht verkneifen.
Vor zwei Jahren, vor Beginn der Zeitschleife hätte er nicht mal gewusst, wozu diese Karte gut war. Jetzt bewegte er sich in der Muggelwelt schon deutlich selbstverständlicher. Es war Hermiones Verdienst gewesen. Sie hatte die Städtetouren geplant und seit er darauf aufpasste, dass er nicht zu vielen Zauberern begegnete, die seine Familie kannten, waren sie deutlich öfter in Muggelhotels unterwegs. Er hatte sich daran gewöhnt.
Draco öffnete die Zimmertür und trat in den großen Raum. Er wollte schon nach Hermione rufen, wo sie denn blieb, als er erstarrte.
Hermione saß auf einem breiten Fenstersims dem Meer zugewandt. Das Fenster stand offen und der hereinwehende Wind spielte mit den Gardienen und ihren goldbraunen Locken. Am Horizont ging die Sonne unter und tauchte das Szenario in blutrotes Licht.
Draco dachte eigentlich, dass er sich langsam an ihren Anblick gewöhnt haben musste. Dass er sich daran gewöhnt hatte, dass sie um ihn war. An ihren Anblick. An ihr Lachen und ihre sanften Berührungen. Aber dem war nicht so. Jetzt saß sie hier. Direkt vor ihm. Vollkommen nackt. Sie wirkte fast wie eine Erscheinung vor der untergehenden Sonne. Ihre Haut sah magisch perfekt aus, wie sie sich Dunkel gegen den Horizont abschattete. Sie saß gerade, mit durchgestrecktem Rücken. Ihr Gesicht unverwandt aufs Meer gerichtet. Draco ließ seinen Blick über ihre Silhouette gleiten und ihre vorwitzigen Brustwarzen stachen ihm ins Auge, die ihre perfekten runden Brüste krönten. Irgendwie war es dieses Detail, dieses letzte Zeichen ihrer Nacktheit, dass ihrem Anblick etwas Surreales verlieh. Wenn er Zeichnen könnte, hätte er diesen Anblick auf Papier gebannt. Doch so konnte er sie nur anstarren und plötzlich wurde ihm bewusst, dass er diesen Moment nie wieder vergessen würde. Egal was die Zukunft bringen würde. Egal was er oder sie tun würden. Er würde sich immer an die atemberaubende surreale Schönheit dieses Anblicks erinnern. Hier, in der Abendsonne Istanbuls. Hermione nutzte den Augenblick dieser Erkenntnis, um ihn zu bemerken. Sie wandte sich zu ihm um und es war nicht auszumachen, was sie dachte. Ihr Blick war so unergründlich wie das Meer.
Bevor sie etwas sagen konnte, bevor sie diesen Augenblick durch ein unbedachtes Wort zerstören konnte, war Draco bei ihr. Er überwand die letzten Schritte und trat vor sie. Wie hypnotisiert strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die der Wind nutzte, um damit zu spielen.
Vertrauensvoll schloss sie die Augen, als er ihre kühle Wange berührte. Sie legte ihren Kopf etwas zur Seite, schmiegte ihr Gesicht in seine große Hand. Sie wirkte so zerbrechlich, so unendlich kostbar, so atemberaubend schön. Draco beobachtete ihre dichten dunklen Wimpern, die auf ihren Wangen ruhten, ihre betörenden roten Lippen die einen Spalt geöffnet waren und ihm wurde bewusst, dass sie für ihn immer etwas Besonderes sein würde. Es gab keine Möglichkeit, dass dies nicht so sein würde. Sein Blick wanderte von ihrem Gesicht zu seiner Hand, in die sie sich gelehnt hatte und weiter hinauf, bis zu dem Dunklen Mal, auf seinem Arm.
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Surreale Zeitschleife
Fanfic[Erotik - Fanfiction] Gegen ihren Willen findet sich Hermione Granger in einer Zeitschleife wieder. Gezwungen immer und immer wieder die gleichen Tage zu durchleben, verliert sie sich in den Wirrungen zwischen Realität und Fiktion. Bis sie auf Draco...