Kapitel 94
naiv
von kindlich unbefangener, direkter und unkritischer Gemüts-, Denkart [zeugend]; treuherzige Arglosigkeit beweisend
Sie nahmen sich ein paar Zyklen Zeit, um alles zu planen, sich Gedanken zu machen, was sie mitnehmen mussten, falls ihre Magie im Himalaja nicht richtig funktionierte. Draco meinte sie würde eingeschränkt noch nutzbar sein, aber nicht so stark wie sie es gewohnt waren. Der einzige Trost war, dass sie sich keine Gedanken um den Rückweg machen brauchten. Der nächste Zyklus würde sie einfach wieder zurück nach Hogwarts bringen.
Sie wollten ein magisches Zelt mitnehmen, für die eine Übernachtung und da Draco nicht nach Hause apparieren konnte, lieh Hermione sich das von den Weasleys. Draco machte zwar ein paar störrische Bemerkungen, aber letztendlich sah er ein, dass es schneller ging als eines zu kaufen und komplett einzurichten. Zeit war nun mal ein begrenzender Faktor und für zwei Nächte würde es reichen.
Es war Mittag, als sie endlich mit magisch ausdehnbaren Taschen und ihrem Gepäck für zwei Tage in Lacock Abby ankamen und Draco den Tresor öffnete. Er holte eine Schachtel mit mehreren verschnörkelten Wappen hervor und studierte eine Liste, bevor er eines davor herausholte.
„Wenn ich mich nicht irre, müsste es dieser Portschlüssel sein. Also dann", sagte er und grinste sie unsicher an. Draco war anzusehen, dass ihn das alles ziemlich nervös machte. Hermione war sich nicht sicher warum genau. Ob es daran lag, dass sie vielleicht das Dunkle Mal auflösen konnten, oder bei dem Gedanken einem geheimen Pfad in einem gefährlichen Gebirge zu folgen. Sie wusste es nicht.
Hermione griff nach seinem Arm und nickte ihm aufmunternd zu. Dann zückte auch sie ihren Zauberstab.
„Los geht's", sagte sie und Draco berührte mit seinem Zauberstab den Portschlüssel. Sofort spürte sie das Reißen unter ihrem Bauchnabel und einen Moment später biss ihr eisige Kälte ins Gesicht.
Sie standen mitten in einem Schneesturm und der Wind und die Kälte rissen an ihnen.
„Verdammte Scheiße", fluchte Draco neben ihr und zog sie an sich. Sofort sanken sie tiefer in den Schnee ein. Hermione spürte, wie er einen Zauber sprach, doch es wurde nicht wärmer. Sie legte ihre Zauberstabspitze an seine und ein Glühen verstärkte seinen Zauber. Wenigstens ließ der Wind jetzt nach.
„Keine nette Begrüßung", fluchte Draco und sah sich um. Er tippte nochmal mit dem Zauberstab gegen den Portschlüssel und wandte sich nach links. Vor ihnen war nur die weiße Wand des Sturms zu sehen.
„Hier entlang", sagte er und Hermione nickte. Sie kamen nur zwei Schritte weit, bevor sie wieder anhalten mussten, da sie immer tiefer im Schnee einsanken.
„Ich brenne uns den Weg frei", sagte Hermione und ließ ihren Incendio-Zauber Flammen aus ihrem Zauberstab sprühen. Sie kamen nur langsam voran und es war unendlich mühsam. Hermione bemerkte, wie sie Kopfschmerzen bekam. Dracos Zauber ließ langsam nach. Er sorgte eigentlich dafür, dass sie keine gesundheitlichen Probleme durch die Umweltbedingungen bekamen. Dazu gehörten nicht nur der Schneesturm, sondern vor allem die Sauerstoffsättigung der Luft und der Umgebungsdruck, der hier in diesen Höhen einfach anders war als in England.
Draco schien es auch zu bemerken, denn er erneuerte den Zauber und sie kämpften sich vorwärts. Draco hatte gesagt, der Eingang zu der Höhle sei nur ein paar Minuten Fußweg vom Apparierpunkt entfernt, doch als die weiße Schneewand sie plötzlich in einen schwarzen Tunnel spuckte, war sie dennoch Schweiß gebadet.
„Endlich", frohlockte Draco. Er hielt ihre Hand fest umklammert, damit sie sich nicht verloren und auch er sah ziemlich fertig aus. Sein Gesicht brannte rot von dem scharfen Wind und um seine Haare hatte sich ein Eiskranz gebildet.
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Surreale Zeitschleife
Fanfiction[Erotik - Fanfiction] Gegen ihren Willen findet sich Hermione Granger in einer Zeitschleife wieder. Gezwungen immer und immer wieder die gleichen Tage zu durchleben, verliert sie sich in den Wirrungen zwischen Realität und Fiktion. Bis sie auf Draco...