Kapitel 85
romantisch
in oft falscher, überschwänglicher Gefühlsbetontheit die Wirklichkeit unrealistisch sehend, schwärmerisch idealisierend
Sie fuhren über die Autobahn. Am Horizont ging langsam die Sonne unter und tauchte den Himmel in ein tiefes Rot. Draco trat aufs Gas, um einen Schleicher zu überholen und genoss das Rauschen des Windes an seinem Haarschopf. Irgendwie mochte er Autofahren. Magisch getuntes Autofahren, so wie der Fahrende Ritter es konnte, wäre wahrscheinlich nochmal deutlich geiler. Aber er wusste nicht, wie er den Wagen verzaubern könnte, also jagte er den Motor des Cabrios auf voller Last über die Autobahn. Sollte ihn die Polizei anhalten war es ihm egal.
Hermione neben ihm hatte die Hände nach oben ausgesteckt und genoss den Fahrtwind. Ihre Locken wirbelten im Wind und verknoteten sich in tausende kleiner Nester. Doch es schien ihr egal. Sie hatte die Augen geschlossen und ein seliges Lächeln auf den Lippen. Laute Musik dröhnte aus dem Radio und konkurrierte mit dem Rauschen des Windes um die Wette.
Wenn Draco ehrlich war, hatte er wenig Lust auf Tanzen und Feiern. Aber er musste von seiner Mutter weg. Ihre Anwesenheit ertrug er gerade nicht. Also war ihm Hermiones Vorschlag ganz recht gewesen. Doch die Ausfahrt nach Magaluf hatten sie schon lange hinter sich gelassen. Er fuhr nicht nach Osten, sondern nach Westen. Weg von Palma und den Partystränden immer dem Sonnenuntergang entgegen. Sie verließen die Autobahn und fuhren eine schmale Straße am Meer entlang. Draco hatte keine Ahnung wie lange sie unterwegs waren. Die Sonne stand immer tiefer und er war sich sicher, dass die Pizza, die sie in Santa Ponca mitgenommen hatten, sicher schon kalt war. Zum Glück waren Aufwärmzauber einfach und das Einzige, was er schon immer beim Kochen zustande gebracht hatte.
„Schau nur, wie schön der Sonnenuntergang ist", sagte Hermione und deutete aufs Meer. Draco kannte diesen Sonnenuntergang. Er hatte ihn bereits viele Male gesehen und trotzdem war er jedes Mal wieder gefangen in dem Anblick.
„Sollen wir hier essen?", fragte er und lenkte den Wagen in eine Parkbucht.
„Gerne", sagte sie und schnallte sich ab. Sie hockte sich auf die Sessellehne und blickte von ihrer erhöhten Position ins Meer. „Es war eine gute Idee essen mitzunehmen."
Draco grinste über ihre gute Laune und stieg aus.
„Wohin willst du?"; fragte Hermione überrascht.
„Ich hatte nicht vor im Auto zu essen. Komm, hier geht es zum Meer." Draco deutete auf eine kleine felsige Treppe, die hinunterführte zum steinigen Strand.
Sie stiegen die steile Treppe mit dem wackligen, halb verrosteten Geländer hinunter und Hermione zog auf halber Strecke ihre Schuhe aus. Sie hatte sich zum Tanzen umgezogen. Trug nur ein kurzes schwarzes Minikleid und hohe verzauberte Schuhe, die sie jetzt beim Klettern behinderten. Mit etwas Abstand zum Meer setzte sie sich auf einen Felsvorsprung.
„Warte", sagte Hermione als Draco schon die Pizzakartons öffnen wollte. „Das ist viel zu unbequem."
Sie stand wieder auf und Draco beobachtete sie dabei wie sie ein paar Felsen zu einer Matratze mit Kissen und Decken verwandelte. Es sah deutlich einladender aus als der Felsen.
„Ich liebe einfach Zauberei!", frohlockte sie strahlend, warf ihre Schuhe neben die Matratze und zog sich die Decke über die Beine. Wahrscheinlich fror sie schon wieder.
„Nicht schlecht", gab er zu und warf seine Schuhe zu ihren, als er auf die Matratze kletterte.
Draco rutschte hinter Hermione und zog sie zwischen seine Beine, damit sie mit dem Rücken an ihm lehnte. Sie war tatsächlich ziemlich kalt und er rieb ihre Arme, bevor sie sich an ihn schmiegte. Zufrieden mit der Position strich er über ihre schmale Taille und umfasste sie. Direkt vor ihnen ging die Sonne unter und er legte seinen Kopf auf ihre Haare und genoss den Anblick.
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Surreale Zeitschleife
Fanfiction[Erotik - Fanfiction] Gegen ihren Willen findet sich Hermione Granger in einer Zeitschleife wieder. Gezwungen immer und immer wieder die gleichen Tage zu durchleben, verliert sie sich in den Wirrungen zwischen Realität und Fiktion. Bis sie auf Draco...