Kapitel 141
Grauen
Furcht, Entsetzen vor etwas Unheimlichem, Drohendem
Hermione hatte ein mulmiges Gefühl als sich das gewaltige Eisentor vor ihr entwirrte und den Weg zu einem imposanten Herrenhaus freigab. Draco trat ohne zu zögern über die Schwelle und sie musste ihm unweigerlich folgen, da er sie an der Hand hielt.
Über einen, mit hohen Eibenhecken gesäumten, Weg kamen sie dem Gebäude immer näher und irgendwie hatte Hermione ein seltsames Gefühl, als sie das ganze Herrenhaus überblicken konnte. Es schien ihr so wahnsinnig vertraut, dabei war sie sicher Malfoy Manor noch nie betreten zu haben.
Die strahlende Junisonne hüllte das Haus in einen warmen Glanz und als Hermione einen Blick in den Garten erhaschte, blieb sie abrupt stehen. Jetzt wusste sie, wo sie Malfoy Manor schonmal gesehen hatte.
„Was ist?", wollte Draco irritiert wissen. Er musste an ihren Gefühlen merken, dass sie etwas beschäftigte.
„Ich habe dieses Haus schonmal gesehen", teilte Hermione ihm mit. „Im Himalaja, als ich unter dem Einfluss der Wesen stand, die dort leben. Ich habe gesehen wie ich hier mit dir im Garten sitze und Hyperion war auch da und meine Eltern und deine Eltern. Mein Vater hat am Klavier gespielt. Chopin Opus 9 Nr. 2."
Draco runzelte nachdenklich die Stirn und sah von Hermione zum Haus.
„Du weißt, dass das eine Illusion war? Es war nicht Real."
Hermione nickte zustimmend. „Es ist jedoch seltsam, dass ich diesen Ort hier gesehen habe und auch Hyperion. Den ich damals noch gar nicht kannte. Draco, habt ihr im Garten einen weißen Brunnen mit einem großen Hippogreif auf dem ein Zauberer reitet."
Draco musterte sie nachdenklich. „Das ist einer meiner Vorfahren, Brutus Malfoy. Er war ein begnadeter Hippogreifzüchter und hat diesen Brunnen bauen lassen."
Hermione nickte. Sie hatte es fast erwartet. Was immer das für Wesen waren, die im Himalaja lebten. Was immer sie gesehen hatte. Es war mehr gewesen als nur eine Wunschvorstellung ihrerseits gewesen. Und auch wenn sie eigentlich nicht an Wahrsagen und Prophezeiungen glaubte, hoffte sie einen Moment, dass es vielleicht einfach die Zukunft war.
„Lass und weitergehen", riss Draco sie aus den Gedanken. „Wir haben gerade andere Prioritäten."
Hermione nickte und atmete tief durch. Zusammen mit Draco erklomm sie die Marmorstufen, die zum großen Eingangsportal führten. Die Tür schwang lautlos auf und gab den Weg in eine luxuriöse Eingangshalle frei. Ein dicker Teppich verschluckte ihre Schritte und Hermione fasste Dracos Hand fester, als er schnurstracks auf eine massive Holztür zuging. An den Wänden hingen Porträts und Hermione glaubte fast sie flüstern zu hören, als eine laute Stimme sie zusammenschrecken ließ.
„Draco!" Hermione zuckte unwillkürlich zusammen, als sie die Stimme von Narzissa Malfoy hörte. Sie musste gerade erst aus der Winkelgasse wiedergekommen sein.
„Hallo, Mutter", grüßte Draco und Hermione war sich nicht sicher, ob seine Stimme seiner Mutter gegenüber schon immer so abweisend geklungen hatte, jedoch schien Narzissa es nicht zu bemerken.
„Das du hier bist bedeutet, dass du es geschafft hast?", wollte sie wissen.
„Ja, es ist gelungen. Das Verschwindekabinett ist repariert. Ich bin hier, weil ich mit dem Dunklen Lord sprechen muss. Es ist von höchster Dringlichkeit."
„Die Zeit-", begann seine Mutter, doch Draco hob die Hand und würgte sie damit ab.
„Die Zeit ist eine fortlaufende Größe und nicht anders solltest du dich verhalten", sagte Draco und Narzissa schien augenblicklich zu verstehen. Denn sie wechselte das Thema.
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Surreale Zeitschleife
Fanfiction[Erotik - Fanfiction] Gegen ihren Willen findet sich Hermione Granger in einer Zeitschleife wieder. Gezwungen immer und immer wieder die gleichen Tage zu durchleben, verliert sie sich in den Wirrungen zwischen Realität und Fiktion. Bis sie auf Draco...