Liebes Tagebuch,
heute war mein erster Tag zurück in der Schule. Es geht mir besser, und ich fühle mich ein Stück weit freier. Der Tornado, der mich so lange durch die Gegend gewirbelt hat, wird langsam ruhiger. Ich beginne wieder, festen Boden unter den Füßen zu spüren.
Frau Schröder hat mich vor dem Unterricht kurz zur Seite genommen. Sie meinte, dass Luana sie über alles informiert hat – über das, was in letzter Zeit passiert ist. Sie sagte, dass ich jederzeit zu ihr kommen kann, wenn mir etwas zu viel wird oder ich ein Problem habe. Das hat mir ein bisschen Sicherheit gegeben.
Der Rest des Schultages war ruhig. Im Unterricht ging alles seinen gewohnten Gang, und in der Pause kamen ein paar Mädchen aus meiner Klasse auf mich zu. Sie fragten mich, warum ich so lange gefehlt habe und was mit meiner Mutter ist.
Und ich habe ihnen die Wahrheit gesagt. Ich habe erzählt, was in den letzten zwei Jahren passiert ist. Nicht alles, aber das, was wichtig war. Ich habe beschlossen, mich nicht länger zu verstecken oder alles nur mit mir selbst auszumachen. Ich kann das einfach nicht mehr. Es macht mich kaputt, wenn ich alles runterschlucke und so tue, als wäre alles in Ordnung.
Ich will einfach ein normales Leben. Eins, in dem Mama irgendwann wieder bei mir sein kann – wenn sie bereit ist. Ein Leben, das nicht mehr nur aus einem endlosen Kampf besteht. Ein Leben, in dem ich atmen kann, ohne Angst zu haben, dass gleich wieder alles zusammenbricht.
Tagebuch, ich bin zurück.
Ich lebe!
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Mama hat ihren Regenschirm verloren - Wie Depressionen eine Familie verändern
General FictionDepressionen betreffen nicht nur den Menschen, der sie trägt. Sie sickern in alles, was ihn umgibt. In Beziehungen. In Kinder. In Liebe. Marlene ist sieben Jahre alt, als ihre Welt zu kippen beginnt. Mama verändert sich. Mal ist sie wie früher, mal...
